Gerald Vogel spricht von einem "heißen Eisen". Es sei ein Thema, das vielen Aktiven auf den Nägeln brenne, das aber keiner öffentlich anspreche, weil es sich niemand mit den Führungskräften der Feuerwehr verscherzen möchte. Vogel selbst nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Thurnauer, der aus beruflichen Gründen sein Amt als Kommandant niederlegt, macht deutlich, dass bei der Alarmierung durch die neue Integrierte Leitstelle im Ernstfall "etwas nicht wunschgemäß läuft".

Erst die Führungskräfte?


Früher sei die örtliche Wehr immer als erstes alarmiert worden. Und heute? "Wenn's in Thurnau brennt, werden erst der Kreisbrandrat, die Kreisbrandmeister und die Inspektoren sowie die Kulmbacher Wehr informiert. Erst dann kommt die örtliche Wehr an die Reihe", sagt Vogel, der die Erfahrung schon mehrfach gemacht haben will. Ende November, als bei einer Schreinerei ein Komposthaufen Feuer gefangen hatte, sowie an Heiligabend, als im Altenheim ein Adventskranz gebrannt hat.

Anfangsprobleme abgestellt


Kreisbrandrat Stefan Härtlein kann die Verärgerung nicht verstehen. Er machte deutlich, dass neuerdings ja auch der Rettungsdienst mit informiert wird. In ein bis zwei Minuten gehe die ganze Alarmierung zudem sehr schnell über die Bühne. Die örtlichen Wehren sollen, so Härtlein, auch immer zuerst angefunkt werden. Und das, so erklärt der Kreisbrandrat, sei beim Brand im Thurnauer Altenheim der Fall gewesen. Auch beim Feuer in der Schreinerei habe die Thurnauer Wehr zu den ersten gehört, bei der der Funk eingegangen sei. Anfängliche Probleme, die es bei der Systemumstellung gegeben habe, sind laut Härtlein inzwischen abgestellt.
Mehr über das Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.