Kulmbach
Kunst

Kunstverein Kulmbach zeigt "Sieben aus dem Verein"

Der Kunstverein Kulmbach präsentiert eine neue Ausstellung im Badhaus und in der Oberen Stadtgalerie.
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Karl-Heinz Greim (1. Vorsitzender) mit Sigrid Daum, die dem Kunstverein vor 10 Jahren in den Produktionshallen des Kulmbacher Mönchshof eine erste Heimat gab.Foto: Uschi Prawitz
Karl-Heinz Greim (1. Vorsitzender) mit Sigrid Daum, die dem Kunstverein vor 10 Jahren in den Produktionshallen des Kulmbacher Mönchshof eine erste Heimat gab.Foto: Uschi Prawitz
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Unter dem Motto "Sieben aus dem Verein" sind derzeit im Kulmbacher Badhaus die Arbeiten von sieben Künstlern des Kunstvereins Kulmbach zum Thema "Knoten." (Knotenpunkt) zu sehen. Damit startet der Kunstverein in sein zehntes Jubiläumsjahr und setzt mit der Ausstellung ebenfalls einen markanten Punkt. "Zum neunten Mal eröffnen wir heute unter diesem Motto eine Veranstaltungsreihe, die gleichzeitig im Badhaus und in der Oberen Stadtgalerie stattfindet", sagte Cornelia Morsch, zweite Vorsitzende und der "Motor des Vereins", wie sie vom Vorsitzenden Karl-Heinz Greim gerne bezeichnet wird.

Viele Besucher waren zur Vernissage am Freitagabend gekommen, was sicher nicht nur der Attraktivität der ausgestellten Arbeiten, sondern dem Gesamtpaket geschuldet war, das der Kunstverein bei seinen Vernissagen immer liefert. Selbst das Buffet richtete sich nach dem Ausstellungsthema. "Knoten lassen sich eben auf den unterschiedlichsten Ebenen im Leben finden", ergänzte Cornelia Morsch, die eine Einführung zur Ausstellung gab.Wenn man die Treppe im Badhaus zur oberen Etage empor steigt, begrüßen die großflächigen, farbenfrohen geometrischen Gouache-Bilder von Herbert Sax Baerlocher aus Mistelgau-Obernsees den Besucher. Leuchtende Farben, klar abgegrenzte Kantenführungen, ein echter Gegensatz zu seinen Tuschezeichnungen, die er zeitgleich in der Oberen Stadtgalerie präsentiert.

Einen ganz anderen Zugang zum Thema "Knoten" fand Joachim AN O Feulner aus Stadtsteinach. Er verknotet Blätter durch den jahreszeitlichen Rhythmus, aber auch in den Zeichnungen selbst finden sich feine Verknotungen, die es zu entdecken gilt. Die zwölf filigran gezeichneten Kalenderblätter hat er zu einem Kalender zusammengefügt, der während der Öffnungszeiten der Ausstellung zu erwerben ist.

Die weiteste Anreise nach Kulmbach hatte wohl Dagmar Venus aus Paderborn, die auch die Einladungskarte zur Vernissage gestaltete. Durch Unschärfen, Lichteffekte, wohl überlegte Bildelemente und einen besonderen Blick fürs Detail bringt sie dem Betrachter die kleinen Dinge des Alltags näher: Risse im Mauerwerk, Flusen, Spinnweben - viele Dinge werden gerne übersehen oder als Schmutz abgetan. Durch die ästhetische Umsetzung von Dagmar Venus jedoch erhalten sie eine neue Ebene.

Ästhetisch sind auch die Arbeiten mit textilen Werkstoffen von Claudia Hölzel (Schauenstein), die sie eigens zum Thema "Knoten" angefertigt hat. Weiße Stoffverwerfungen bilden durch Schattenwürfe ein harmonisches Relief von Hell und Dunkel, Gedanken und Gefühle, die sich dem Betrachter in Stoff gebettet offenbaren. Auch Natalia Plietsch aus Bayreuth arbeitet mit Textil und zeigt sechs große Bahnen mit Batikarbeiten. "Sie hat Israel als religiösen und politischen Brenn- und Kontenpunkt zu ihrem Thema gemacht", sagte Cornelia Morsch.Grafisch arbeitet Christiana Sieben aus Gundelsheim, die in der Ausstellung Malerei, Linolschnitt, Materialdruck und Monotypien zeigt. Sie verarbeitet selbst hergestelltes Pastell aus Kreide, Steinmehl oder Sumpfkalk, trägt Pigmente und Acrylfarbe mit dem Spachtel auf. Dadurch entstehen reliefartige Oberflächen, die von experimenteller Freude zeugen.

Ebenfalls Erstaunliches holt Veronika Riedl aus ihrem Werkstoff Porzellan heraus. Unter dem Gesichtspunkt "Veränderung der Ordnung" ging sie das Thema an und zeigt Knoten, die etwas verstärken, lose Enden zusammen binden - etwa eine Krawatte, die trotz des harten Materials wie auf den Ausstellungssockel hingegossen wirkt.

Für eine Überraschung sorgte der musikalische Gast des Abends. Die 13-jährige Klara Schwarz, die sich von ihrem Vater Karsten Friedrich am Klavier begleiten ließ, begeisterte die Besucher mit ihrem Gesang so sehr, dass Stadtrat Michael Pfitzner dafür sein Grußwort auf eine Minute beschränkte. "Das mache ich aber nur, wenn du dafür noch einmal singst", lobte er die junge Künstlerin. Nicht ganz so kurz fasste sich der stellvertretende Landrat Jörg Kunstmann, der das Jubiläum des Kunstvereins in den Mittelpunkt rückte. "Ihr seid keine Eintagsfliege, ihr habt euch weiterentwickelt und könnt stolz sein", lobte er. Durch den Kunstverein könnten die Menschen in Kulmbach Kunst, Kultur und auch wunderschöne Musik genießen.

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