Stadtsteinach
Kultur

Kulturtreff: Bunt gemischt und sehr, sehr eng

Wenn die Awo in Stadtsteinach einlädt, strömen die Menschen. Und bereuen es nicht.
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Tegtmeier (Knud Espig, rechts) wird bei der MTU von Gutachter Dr. Macke (Güther Ott) eingehend examiniert.Foto: Klaus Klaschka
Tegtmeier (Knud Espig, rechts) wird bei der MTU von Gutachter Dr. Macke (Güther Ott) eingehend examiniert.Foto: Klaus Klaschka
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Wieder reichten die Plätze nicht aus, die Awo-Vorsitzender Heinz Nowack gebraucht hätte, um allen Interessenten am Awo-Kulturtreff wenigstens einen Stehplatz anbieten zu können. Dabei fand der erste der beiden Abende schon vorsorglich im größeren Saal des evangelischen Gemeindehauses statt, der zweite wie gewohnt im Heimatmuseum.

Und so galt bei der 14. Veranstaltung ihrer Art wieder die Devise: drei Stunden lang zusammenrücken, mitmachen, mitlachen.

Für Lacher mit Zähnefletschen sorgte zum einen Stefan Reuther. Der berichtete über seine, im Übrigen tatsächlichen Erfahrungen mit der Telekom und dem Versuch, eine funktionierende Verbindung in die "www.eite" Welt zu bekommen. Zum andern gab sich Sepp Madl den fremdsprachenkundigen Stanichern unter anderem in Niederbayerisch als johlender Fußballfan, aber auch mit weiteren Geschichten von Helmut Zöpfl ganz versöhnlich. Ebenso aus liebenswert-romantischem Blick schilderte Hilde Madl einen abendlichen Spaziergang durch ihre Heimatstadt im großen Oval von der Alten Pressecker Straße durch den künftigen Stadtpark, die Staffel hinauf zum Marktplatz und über die Knollenstraße wieder zurück.

Gereimtes

Nachdenkliches, Überliefertes und Gereimtes trug Andreas Pöhlmann aus dem Buch "700 Jahre Rugendorf" vor, das noch in einigen Exemplaren zu haben ist und neben Historischem auch das poetische und sagenhafte Stadtsteinacher Nachbardorf beschreibt. Die schlitzohrigen Geschichten des Hofer Spaziergängers "Gerch" alias Hans Glenk dürfen bei keinem Awo-Kulturtreff fehlen, ebenso nicht Wolfgang Hoderlein, der diese hinterlistig bis erläuternd präsentiert. Diesmal ging es "mit Preußen in die Pfiffer" und nach Berlin; und der gebildete Kulturtreff-Besucher weisß nun, dass "Bonzenheber" eine weitere mögliche Bezeichnung für Aufzug ist.

Und abermals hatten Günther Ott und Knud Espig in ihrer Jürgen-von-Manger-Kiste gekramt und diesmal das Elend des Tegtmeier bei der MPU (landläufig als "Idiotentest" denunziert) und mit dem Gutachter Doktor Macke hervorgezaubert. Näher an der Dokumentation bewegten sich die Beschreibungen, die der ehemalige Landrat Kurt Held der Nachwelt hinterlassen hat. Aus dem Band "Su nogeredt" las Roland Wolfrum einige Episoden, die auch ihm selbst, so oder so ähnlich, als Bürgermeister unterkommen könnten - und, womöglich als noch geheimem Hinweis darauf, dass im Zug der Stadtsanierung nun doch ein Opernhaus an der dann verkehrsruhigen Bundesstraße B-303-alt errichtet wird, gab sich Wolfrum musikalisch als Bassbariton mit der Arie "Wie spät is auf der Wirtshausuhr" im Dialog mit dem Publikum und mit sachkundiger Assistenz von Rosi Groth am Pianoforte.

Rosi Groth gab im Übrigen im Gemeindehaus überhaupt den Ton an, assistiert von Sabine Baum der Gruppe BSE, deren weitere Sängerinnen derzeit unter ärztlicher Aufsicht sind. Am zweiten Abend spielte dann in bewährter Weise wieder Rainer Eichner, da sein Akkordeon den Platzverhältnissen im Heimatmuseum angemessener ist. Neu im Programm war dieses Jahr Clarissa Götschel, die erste Bühnenerfahrungen mit ihrer Gitarre machte, zunächst noch begleitet von ihrer Lehrerin Katarina Hargens. Aber Heinz Nowack ist zuversichtlich, dass sie bald allein auf der Bühne stehen wird. Sorgenvoll denkt Nowack bereits an den nächsten Kulturabend im Frühjahr und an die Anrufe von Enttäuschten, die keinen Platz selbst in zwei Veranstaltungen mehr bekommen haben werden.

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