Kulmbach
Fairer Handel

Kulmbacher Weltladen bietet mehr als Kaffee und Schokolade

Die Weltläden bieten ein breites Warensortiment. Während der "Fairen Woche" wollen sie sich vorstellen und über fairen Handel informieren.
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Marion Meyer (links) und Dorothea Frey sind regelmäßig im Weltladen in der Langgasse 17 anzutreffen. Der Verkauf gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Kontrolle der Warenbestände - und die Information über die Grundsätze des Fairen Handels.  Katrin Geyer
Marion Meyer (links) und Dorothea Frey sind regelmäßig im Weltladen in der Langgasse 17 anzutreffen. Der Verkauf gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Kontrolle der Warenbestände - und die Information über die Grundsätze des Fairen Handels. Katrin Geyer

Fairer Handel? Klar, kennt man doch: Kaffee, Tee, Schokolade... Hier kommt mancher schon ins Stocken. Kaffee, Tee und Schokolade - ist das alles?

"Natürlich nicht", sagt Marion Meyer, die für den Weltladen in der Kulmbacher Langgasse verantwortlich zeichnet. Das Sortiment ist groß. So groß, dass keiner aus dem Team der Ehrenamtlichen, die im Laden arbeiten, auf Anhieb sagen kann, wie viele einzelne Artikel es umfasst:

Neben Kaffee, Tee, Schokolade gibt es Gewürze und Marmelade, Reis und Wein, Schmuck, Textilien oder Kunstgewerbe. Hergestellt überwiegend in Afrika und Lateinamerika, teilweise auch in Südamerika oder Nepal, produziert und vertrieben nach den Richtlinien des Fairen Handels.

Garantiert "mafiafrei"

Seit Kurzem im Angebot sind sogar Produkte aus Italien: Tomatensoße und Nudeln aus "befreitem Mafia-Land". Auch dort brauchen die Menschen Unterstützung, um sich ihre Lebensgrundlagen (wieder) sichern zu können.

Um die ganze Bandbreite fair erzeugter Produkte zu demonstrieren und um auf die Bedeutung des fairen Handels hinzuweisen, findet auch in diesem Jahr wieder die "Faire Woche" mit über 2000 Aktionen deutschlandweit statt. Auch der Kulmbacher Weltladen beteiligt sich daran.

Über den Tellerrand hinausschauen

Die Aktionen finden im Zeitraum zwischen dem 14. und 28. September statt. "Eine gute Gelegenheit, auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen", wie Marion Meyer sagt. Motto ist "Gemeinsam für ein gutes Klima".

Von den Auswirkungen des Klimawandels sind auch die Menschen betroffen, die für den fairen Handel produzieren. Viele von ihnen leben und wirtschaften in Regionen, die für Klimaveränderungen besonders anfällig sind. Hinzu kommt, dass sie in der Regel nicht über Möglichkeiten verfügen, angemessene Schutzmaßnahmen zu ergreifen oder ihre Betriebe in weniger betroffene Gebiete zu verlegen.

Große Herausforderungen

Dies trifft in erster Linie Kleinbauern, deren Kaffee- und Kakao-Pflanzen besonders sensibel auf Temperaturveränderungen reagieren, oder deren Quinoa-Pflanzen zu vertrocknen drohen, weil die Niederschläge in der Regenzeit abnehmen. Andererseits werden Handwerksbetriebe vor besondere Herausforderungen gestellt, wenn sie Kunsthandwerk aus Rohstoffen wie Holz oder Gras herstellen, die wegen verlängerter Regenzeiten oder erhöhter Luftfeuchtigkeit nicht ausreichend trocknen können.

Der Faire Handel unterstützt die kleinbäuerliche Landwirtschaft und Produktion unter anderem damit, dass Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel getroffen werden und dadurch letztlich eine Landflucht verhindert werden kann.

Während der Fairen Woche (die sich genaugenommen über zwei Wochen erstreckt) macht auch der Weltladen in der Kulmbacher Fußgängerzone auf diese Problematik aufmerksam. Vom 24. bis 29. September können zudem täglich wechselnde Produkte aus dem Lebensmittel-Sortiment (vom Kaffee über Chips, Nüsse und Mangoprodukte bis zum Schokoaufstrich) probiert werden.

Das Ladenteam, das seit nunmehr 24 Jahren ehrenamtlich tätig ist, freut sich zudem, dass sich einige Partner aus der heimischen Geschäftswelt an der Aktion beteiligen (siehe Infobox).

Was ist Fairer Handel?

Definition Als Fairer Handel wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern ein von den einzelnen Fair-Trade-Organisationen bestimmter Mindestpreis bezahlt wird. Damit soll den Produzenten ein verlässliches und gerechtes Einkommen ermöglicht werden. In der Produktion sollen außerdem bestimmte Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Umfang Fairer Handel umfasst landwirtschaftliche Produkte ebenso wie Produkte des traditionellen Handwerks. Schwerpunkt sind Entwicklungsländer. Laut der Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International profitieren über 1,5 Millionen Landwirte vom fairen Handel.

Teilnehmer Neben dem Weltladen Kulmbach beteiligen sich an der "Fairen Woche" das "Alpha-Café" im Kressenstein, das italienische Restaurant "Dolce Vita" am Marktplatz, das Restaurant "Patchwork" in der Grabenstraße und das Betriebsrestaurant von ait-deutschland "Die AusZeit" in der Industriestraße 3 in Kasendorf. Sie werden auf ihren Speisekarten Gerichte mit fair gehandelten Zutaten anbieten.

Literatur Die Buchhandlung Friedrich am Holzmarkt präsentiert Lesematerial zum Thema.



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