Kulmbach
Jubiläum

Kulmbacher Weltladen besteht seit 25 Jahren: Fairer Handel beginnt im Kleinen

Seit 25 Jahren gibt es den Weltladen in Kulmbach, und seit seiner Gründung hat er schon einiges durchlebt.
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Die Trommelgruppe "Donnerkreis" musizierte vor dem Weltladen in der Fußgängerzone. Uschi Prawitz
Die Trommelgruppe "Donnerkreis" musizierte vor dem Weltladen in der Fußgängerzone. Uschi Prawitz
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"Gegründet wurde er als Dritte-Welt-Laden 1994 in der Oberen Stadt 10 in einem Raum im Hinterhof", berichtete Ladenleiterin Marion Meyer bei der Jubiläumsfeier.

Initiiert worden sei das Projekt damals von Mitgliedern der katholischen und evangelischen Jugend in Kulmbach, die sich mit dem Arbeitskreis Dritte Welt in Bamberg zusammenschlossen. Schon 1995 zog der Weltladen um in die Fischergasse, nach weiteren zwölf Jahren ins Hirschengässchen 12. "Seit Juni 2016 ist unser Standort in der Langgasse, wo viele Besucher tagein, tagaus unsere schönen Schaufenster bewundern können." Und natürlich auch in den Laden hineingehen, um etwas zu kaufen.

Für mehr Fairness in der Welt

Denn darum geht es letztendlich, durch sein eigenes Kaufverhalten einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, dass Menschen anderswo auf der Welt zu fairen Bedingungen arbeiten können und entlohnt werden.

"Ich hoffe und bete um gute Ideen, den Gedanken des fairen Handels an die nächste und übernächste Generation weiter zu tragen", sagte Dekan Thomas Kretschmar. "Es ist ein kleiner Baustein, den wir in die Welt hineinsetzen können." Das Faszinierende an einem Weltladen sei für ihn, dass er Produkte mit einer Botschaft verkaufe. Diese Botschaft sie bei vielen Menschen schon angekommen, doch es brauche noch mehr Vernetzung.

Landkreis unterstützt fairen Handel

Hier zeigte sich Landrat Klaus Peter Söllner dankbar für die wachsende Zusammenarbeit im "Fairen Landkreis Kulmbach". "Wir werden uns weitere Schritte überlegen, dieses Thema einzubinden", sagte er, und betonte, dass der Kreis bereits fair gehandelte Geschenke verteile.

Auch Bürgermeister Ralf Hartnack hielt das Konzept für sehr unterstützenswert und lobte die ehrenamtlichen Betreiber.

Damit das Konzept Weltladen funktioniert, braucht es auch viele Kunden. Hannelore Kinzel-Fischotter und ihr Mann Martin unterstützen den fairen Handel, um ein Gegenmodell zum Kapitalismus zu bieten. "Wir reden immer nur darüber, Chancen zu geben, machen aber nichts", bemängelte Martin Fischotter. Das Wohlstandsdenken stünde in der Gesellschaft zu sehr im Vordergrund.

Auch Richard von Schkopp ist regelmäßiger Kunde im Weltladen. "Ich kaufe hier Geschenke", sagte er, auch das Pesto habe es ihm angetan, "und auf den Markt gehe ich mit meinem Einkaufskorb aus Afrika." Hier könne er sicher sein, dass der faire Preis tatsächlich beim Erzeuger ankomme.

Die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Ingrid Flieger, zählt schon seit vielen Jahren zu den Kunden des Kulmbacher Weltladens. "Ich kaufe hier überwiegend meinen Kaffee, und hier besonders den ‚Fairen Franken'", sagte sie. Ihre Familie liebe darüber hinaus die getrockneten Mangoscheiben, sie decke sich mit Nüssen ein und kaufe auch Gutscheine oder Geschenke. "Besonders toll finde ich diese Zeitungstaschen von indischen Straßenkindern", sagte sie, darin verpacke sie gerne ihre Geschenke.

Hoffnungszeichen setzen

"Durch den Einkauf im Weltladen soll ein Hoffnungszeichen gesetzt werden", erklärte Marion Meyer. Die Produzenten, Kleinbauern und Plantagenarbeiter in Afrika, Asien und Lateinamerika bekämen einen guten, gerechten Preis für ihre Erzeugnisse, so dass es ihnen möglich sei, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern und ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

"Fairer Handel steht für partnerschaftliche und verlässliche Handelsbeziehungen, fördert die soziale Gerechtigkeit und den schonenden Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen, und darauf bin ich sehr stolz", sagte Meyer.

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