Kulmbach
Nahverkehr

Kulmbacher VGN-Beitritt rückt wieder ein Stück näher

Eine Studie soll zeigen, ob ein Beitritt des Landkreises Kulmbach in den VGN möglich ist. Der Freistaat übernimmt 90 Prozent der Kosten.
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Der Beitritt des Landkreises Kulmbach in den VGN rückt näher. Symbolfoto: Archiv/Christiane Reuther
Der Beitritt des Landkreises Kulmbach in den VGN rückt näher. Symbolfoto: Archiv/Christiane Reuther
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Der Freistaat unterstützt die Erweiterung des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN). Er übernimmt rund 90 Prozent der Kosten für eine Grundlagenstudie. Mit ihr soll herausgefunden werden, ob ein Beitritt zum VGN sinnvoll und wirtschaftlich ist. Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsminister Hans Reichhart haben gestern auf dem Betriebshof der Omnibusverkehr Franken GmbH in Nürnberg den Förderbescheid über 2,5 Millionen übergeben.

Landrat Klaus Peter Söllner freute sich: "Jetzt können wir Kurs aufnehmen. Unser großes Ziel ist der Beitritt in den VGN Ende 2023. Das war heute ein ganz entscheidender Schritt."

Enorme Verbesserung

"Wir wollen, dass die weißen Flecken auf der Verbundlandkarte nach und nach verschwinden. Sollten sich am Ende alle Kommunen für einen Beitritt entscheiden, wäre in Zukunft ganz Franken mit leistungsfähigen Verbünden abgedeckt", sagte Hans Reichart. Für die Fahrgäste würde dies einheitliche Tickets, einheitliche Preise und eine enorme Verbesserung der Mobilität gerade im ländlichen Raum bedeuten.

Einen Beitritt zum VGN streben die Landkreise Coburg, Hof, Kronach, Kulmbach, Tirschenreuth und Wunsiedel sowie die kreisfreien Städte Coburg und Hof an. Sie repräsentieren rund 550 000 Einwohner. Mit Hilfe der Studienergebnisse sollen die Kommunen auf Basis realistischer Kostenprognosen und Zeitpläne eine fundierte Entscheidung über einen Beitritt zum VGN treffen können. Mit den Ergebnissen ist im Jahr 2022 zu rechnen. Über einen Beitritt entscheiden anschließend allein die betroffenen Landkreise oder kreisfreien Städte.

Weitere Förderung in Aussicht gestellt

Im positiven Fall stellt der Freistaat eine Förderung auch für Einmal- und Dauerkosten der Verbundintegration in Aussicht. Klaus Peter Söllner meinte, "dass unsere langjährigen Bemühungen jetzt in eine konkrete Phase gehen". Der Landkreis Kulmbach könne für sich in Anspruch nehmen, mit dem Hofer Landrat Oliver Bär die Federführung übernommen und die Vorarbeiten geleistet zu haben."

Die Grundlagenstudie zur VGN-Erweiterung koste stolze 2,72 Millionen Euro.

Darauf gebe es eine Förderung von 90,25 Prozent oder 2,46 Millionen Euro. "Das ist fantastisch", so Landrat Söllner. "Wir haben uns als Landkreis enorm für das Thema Verbundraumerweiterung in Bayern engagiert und übernehmen jetzt eine Koordinationsfunktion für das gesamte Förderverfahren. Wir wollen und müssen die neuen Chancen für den ÖPNV und den Schienennahverkehr in unserer Region nutzen."

Ein Guru aus Kulmbach

Für Söllner stellt die Förderung einen Paradigmenwechsel dar: "Bayern will jetzt alles tun, damit auch die peripheren Landkreise ein Teil des VGN werden."

Sachbearbeiter Michael Beck ist am Landratsamt Kulmbach für die Koordination zuständig. Für ihn geht die Arbeit jetzt erst richtig los, doch Landrat Söllner vertraut seinem Mitarbeiter: "Er ist der Guru unter den Verkehrsexperten im ÖPNV." Beck selbst gab sich überzeugt, dass die Herkulesaufgabe zum Ziel führen wird.

Der Hofer Landrat Oliver Bär war im Kampf um den VGN-Beitritt ein enger Verbündeter. Er meint: "Die Erweiterung des VGN wäre ein bedeutender Schritt für die öffentliche Mobilität, aber auch für das Zusammenwachsen unserer Region." Und auch der Kronacher Landrat Klaus Löffler freut sich: "Durch einen VGN-Beitritt wird es möglich, mit einem Ticket von Ludwigstadt in der Rennsteig-Region bis nach Nürnberg und darüber hinaus bis nach Greding zu fahren. Gerade auf langen Strecken ist das VGN-Tagesticket preislich attraktiv." Durch die Zugehörigkeit zum VGN bekomme die Metropolregion Nürnberg für die Bevölkerung auf dem Land noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

Ludwig: Ein Meilenstein

Der FW-Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig sprach von einer Initialzündung. Insbesondere der Landkreis Kulmbach habe sich seit Jahren vehement dafür eingesetzt, schrieb er in einer Pressemitteilung. "Wir wollen die Stärkung des ÖPNV, somit ist dieser Beschluss ein Meilenstein zur Realisierung, den ich ausdrücklich begrüße, ein Schritt mit zukunfts- und wegweisender Bedeutung."

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