Kupferberg
Pilotprojekt

Kulmbacher THW pflanzte, bis die Oberschenkel brannten

Mit 1543 Setzlingen hat eine Gruppe des THW Kulmbach eine nach Käferbefall gerodete Waldfläche oberhalb von Kupferberg wieder aufgeforstet.
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Dass Forstarbeit alles andere als ein Spaziergang in frischer Waldluft ist, spürten die 15 Pflanzteams spätestens am Spätnachmittag, nachdem jede Gruppe etwa 100 Setzlinge gepflanzt hatte. Foto: Klaus Klaschka
Dass Forstarbeit alles andere als ein Spaziergang in frischer Waldluft ist, spürten die 15 Pflanzteams spätestens am Spätnachmittag, nachdem jede Gruppe etwa 100 Setzlinge gepflanzt hatte. Foto: Klaus Klaschka
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1000 Bäumchen waren vorgesehen, 1543 sind es geworden. 38 Jugendliche und Betreuer des Kulmbacher THW pflanzten die Setzlinge am Sonntag in acht Stunden bei Kupferberg.

Bundesweit Nachahmer gesucht

Die Aktion war eine Idee des THW-Jugendbeauftragten Lukas Theuer. Ortsbeauftragter Christian Reinlein und sein Team werden nach den Erfahrungen an diesem Pflanztag einen Leitfaden für die 111 bayerischen und 668 bundesweiten THW-Ortsverbände erstellen. Die Kulmbacher wollen damit Nachahmer animieren.

Carmen Hombach von der Waldbesitzervereinigung Kulmbach-Stadtsteinach hatte für die Aktion eine 1,7 Hektar große Fläche auf der Anhöhe bei Kupferberg vorgeschlagen. Dort war der Wald im Besitz der Kupferberger Hospitalstiftung nach Borkenkäferbefall vollständig abgeholzt worden.

Diese kommunale Waldfläche hinter Straßenwirtshaus hatte sich die THW-Gruppe schließlich auch zur Wiederaufforstung ausgewählt. Am Sonntagmorgen rückte die mit einem blauen Laster und 38 Aktiven zum Arbeitseinsatz an.

Den Beginn der Pflanzaktion verfolgten auch Bürgermeister Alfred Kolenda und sein Stellvertreter Volker Matysiak. Die Aktion war wie die üblichen technischen Notfalleinsätze des THW generalstabsmäßig geplant worden.

15 Teams im Einsatz

Ein Vermessungstrupp teilte das leicht abschüssige, gerodete Gebiet zunächst in fünf Teilbereiche auf und legte mittels Fluchtstäben die Pflanzreihen fest. Den 15 Pflanzteams aus jeweils einem Erwachsenen und einem Jugendlichen erläuterte Försterin Hombach zunächst, wie man Baumsetzlinge sachgerecht in den Boden bringt. Sie stellte Spaten und spezielles Hohllochwerkzeug zur Verfügung. Obwohl zunächst 1000 Bäume vorgesehen waren, hatte sie 3800 Setzlinge mitgebracht. Die Devise lautete jedoch: "Es geht kein THWler heim, bevor der 1000. Baum gepflanzt worden ist."

1543 Bäumchen wurden es schließlich, mit denen die THW-Gruppe nach acht Stunden die brache ehemalige Waldfläche wieder aufgeforstet hatte. Und am späten Nachmittag spürten die Aktiven durch ein unangenehmes Ziehen im Oberschenkel, dass Forstarbeit alles andere als ein Spaziergang in der frischen Waldluft ist.

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