Laden...
Kulmbach
Forum

Kulmbacher Schüler rocken beim Bandfestival

Ob "Beastie Boys", "Silbermond" oder "U2" - fast alle großen Gruppen fingen einmal ganz klein als Schülerbands an. Auch in Kulmbach rocken die Pennäler, was das Zeug hält. Beim Bandfestival im "Forum" des Caspar-Vischer-Gymnasiums (CVG) konnte man sich davon am Freitagabend überzeugen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Wucht war auch die Metal-Band "Devilizer". Unser Bild zeigt (von links) Gitarrist Niklas Müller und Bassist Philipp Rösch. Foto: Stephan Stöckel.
Eine Wucht war auch die Metal-Band "Devilizer". Unser Bild zeigt (von links) Gitarrist Niklas Müller und Bassist Philipp Rösch. Foto: Stephan Stöckel.
+16 Bilder
Den Schülern Johannes Feike und Roman Schlie sei Dank! Sie hatten zum dritten Mal die Bildungseinrichtung in eine Rock'n'Roll-Highschool verwandelt, in der sich hoffnungsvolle Talente die Klinke in die Hand gaben. Wer weiß, vielleicht treten ja "Mi_Fisto" einmal in die Fußstapfen von "Rammstein", wird aus der Gruppe "X-Plosive" einmal der legitime Nachfolger der englischen Band "Maximo Park". Zwei von insgesamt sechs Kapellen, die beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck hinterließen.

Einer, der von dem Musikabend profitiert, ist der 16-jährige Konstantin Schneider, Schlagzeuger bei der Metalcore-Band "Look In Medusa's Eyes". Für den Schüler, der die zehnte Jahrgangsstufe am Caspar-Vischer-Gymnasium (CVG) besucht, ist das Festival ein wichtiger Beitrag zur Förderung des musikalischen Nachwuchses in der Bierstadt. "Dadurch wird der Kulmbacher Musikszene in der Öffentlichkeit wieder mehr Beachtung geschenkt wird. Zudem kann man sich vor einem großen Publikum präsentierten", meinte der junge Musikant.

Auch die Veranstalter freuten sich: Die Besucherzahl hatte sich verglichen mit dem Vorjahr um 50 Personen auf 200 Konzertgänger erhöht. Die Formationen setzten sich aus aktuellen oder ehemaligen Schülern des CVG, des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums, der Carl-von-Linde-Realschule und der Adalbert-Raps-Fachoberschule Kulmbach zusammen.

Anspruchsvolle Popmusik

Den Startschuss zum Bandreigen gab das Trio "Colourful", das mit anspruchsvoller und zu Herzen gehender Popmusik überzeugte. Vor allem Sängerin Johanna Dupke zog das Publikum mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und ihren nachdenklichen Texten in den Bann. Wie fast alle Musiker an diesem Abend hatte sie mit widrigen Soundverhältnissen zu kämpfen. Ihre Stimme klang nicht klar und rein, sondern oftmals verzerrt. "Die Musiker auf der Bühne können sich noch so sehr abrackern. Wenn die Herren am Mischpult ihre Arbeit nicht auf die Reihe kriegen, dann klappt es nicht mit einem guten Klang", kommentierte Norbert Rösch den schlechten Sound, dessen Sohn Philipp bei der Gruppe "Devilizer" spielt.

Auf das laue Poplüftchen folgte eine steife Brise Metalcore. Im Auge des Orkans grunzten sich Tobias Meisel und Max Seidler von der Kapelle "Look In Medusa's Eyes" die Seele aus dem Leib: Währenddessen sorgten Schlagzeuger Konstantin Schneider und Bassist Julian Seiferth sowie die beiden Gitarristen Felix Weggel und Vincent Gust für den kompakten Sound, der Metal- und Hardcore-Herzen höher schlagen ließ.

Eine gesunde Prise Punk mit Rock- und Popelementen gefällig? Dafür sorgte das Quintett "Crackpot's Kings". Die Fans tankten bei coolen Party-Songs gute Laune, schwenkten bei einer ruhigeren Nummer ihre Arme oder zündeten ein Feuerzeug an. Im feinen Zwirn machten die Jungs der Gruppe "X-Plosive" ihrem Namen alle Ehre. Ihr quirliger, mit Ecken und Kanten versehener Indierock schenkte dem Publikum geistige Erbauung.

Sackpfeife zum Metal-Sound

Dann schlug die Stunde der etablierten Formationen, die sich über den Landkreis hinaus bereits einen Namen gemacht haben. Niels Langer aus Altenkunstadt, der seit kurzem die Band "Devilizer" verstärkt, brachte mit seinem Spiel auf der altdeutschen Sackpfeife frischen Wind in den harten Metal-Sound. Metal- und Minnesang kreuzten sich auf wundersame Weise. Die Gruppe überzeugte nicht nur mit Stücken aus fremder Feder, sondern auch mit dem bärenstarken Thrash-Metal-Song "Pieces Of Life", der aus eigener Metal-Schmiede stammte.

Höhe- und Schlusspunkt des Abends war der Auftritt der Gruppe "Mi_Fisto", die aus düsterem Pop und neuer Deutscher Härte einen atmosphärisch dicht gewebten Klangteppich knüpfte. Sänger Nicolas Peter, Bassist Niklas Müller, Schlagzeuger Andy Tasler, Keyboarder Moritz Göß sowie die beiden Gitarristen René Gruhl und Melvin Mattes erschufen musikalische Spannungsbögen, denen die Zuhörer gebannt lauschten.