Kulmbach
Naturschutz

Kulmbacher Schüler auf den Spuren der Wildkatzen

Seit 1930 galt die Wildkatze in Bayern als ausgerottet.Seit einigen Jahren wird sie aber wieder in heimischen Wäldern gesichtet. Nun macht sich auch eine Klasse des Kulmbacher Caspar-Vischer-Gymnasiums auf die Suche nach den Tieren.
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Schülerin Laura Aßmann (17) sucht zusammen mit ihrem Lehrer Andreas Bock die Lockstäbe nach Wildkatzenhaaren ab.  Foto: Julia Schilling
Schülerin Laura Aßmann (17) sucht zusammen mit ihrem Lehrer Andreas Bock die Lockstäbe nach Wildkatzenhaaren ab. Foto: Julia Schilling
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Axel Bauer, Schüler der elften Klasse am Caspar-Vischer-Gymnasium, hätte nicht gedacht, dass sich Wildkatzen so nahe an Straßen aufhalten. Das sagte der Siebzehnjährige, als er am Mittwoch zusammen mit seinen Klassenkameraden aus dem Ethikkurs, mit Lehrer Andreas Bock und Sabine Mücke, der Betreuerin der Kreisgruppe Kulmbach im Bundes Naturschutz, ein Projekt gestartet hat.
Das gibt es seit einigen Jahren und wurde bereits 2013 von den Schülern des Kulmbacher Gymnasiums unterstützt. 2014 macht sich nun der Ethikkurs auf die Suche nach Wildkatzen.

Wöchentlich Stöcke präparieren

Am Mittwochnachmittag begaben sich die 14 Schüler zusammen mit ihrem Lehrer und Sabine Mücke das erste Mal in die heimischen Wälder, um die für die Wildkatzen ausgebrachten Lockstäbe neu zu präparieren.
In den nächsten Wochen werden die Schüler einmal wöchentlich die insgesamt vier Lockstäbe in den beiden Distrikten so aufbereiten, dass sich Wildkatzen daran reiben. Im besten Fall bleiben Haare daran hängen.

Damit dies auch funktioniert, sind im Vorfeld einige Schritte nötig. Die wurden den Schülern am Mittwoch erklärt. Zuerst müssen die ausgebrachten Lockstäbe nämlich erst einmal gefunden werden. Das ist beim ersten Mal jedoch gar nicht so einfach - deshalb hat Sabine Mücke beim Setzen der Stäbe vor einigen Wochen auch Bäume in deren Nähe markiert. "Das hilft bei der Suche erheblich", sagt sie.

Ein interessanter Fund

Wenn man die Stöcke entdeckt hat, werden sie behutsam und ganz genau mit einer Lupe nach Haaren untersucht. Dass haben Axel Bauer und seine Klassenkollegen auch am Mittwoch gemacht - und sie sind fündig geworden. Als sie den Lockstab entdeckt hatten, fanden sie ein Haar. "Für ein Wildkatzenhaar ist das relativ lang und borstig", sagte ihr Lehrer Andreas Bock. Das Haar wird vorsichtig eingetütet, damit es an ein DNA-Labor geschickt werden kann. "Im Labor werden die einzelnen Proben gesammelt und am Ende des Projekts dann unter die Lupe genommen", erläutert Mücke.

Feuer, Bürste, Baldrian

Unabhängig davon, ob Haare an den Stöcken gefunden wurden oder nicht, müssen diese neu präpariert werden. Im ersten Schritt müssen sie dafür mit einem Bunsenbrenner abgeflammt werden, um menschliche Spuren und Gerüche zu entfernen. Danach werden die Pflocken mit einer Spezialbürste aufgeraut, damit die Haare, wenn sich die Katze an ihnen reibt, auch hängen bleiben. Damit das Tier das macht, muss man ihm einen Anreiz bieten. "Katzen lieben Baldrian. Die männlichen Tiere noch mehr als die weiblichen", sagt Mücke. Deshalb werden die Pflocken mit dem Duft besprüht.

"Sollten sich in diesen Wäldern wirklich Wildkatzen nachweisen lassen, wäre das ein großer Zuspruch für die Förster", stellt die Naturschützerin Sabine Mücke fest. "Sie hätten dann für die seltene Tierart einen guten Lebensraum geschaffen." Ob dies wirklich so ist, werden Mücke und die CVG-Schüler jedoch erst am Ende des Projekts sagen können.

Die Wildkatze

Aussehen Die Europäische Wildkatze sieht auf dem ersten Blick einer braun-grau-gemusterten Hauskatze ähnlich. Die Wildkatze hat jedoch einen buschigeren Schwanz mit dunklen Ringen und einem stumpfen, schwarzem Ende. Besonders im Winter wirkt sie durch ihr dickes Fell kräftiger als eine Hauskatze.

Eigenschaften In der freien Wildbahn kann die Wildkatze bis zu zehn Jahre alt werden. Bei den Wildkatzen handelt es sich nicht um Rabauken, sondern eher um scheue, nachtaktive Einzelgänger.

Lebensraum Am liebsten halten sich die Wildkatzen in naturnahen Laub- und Mischwäldern in Mittel- und Südwestdeutschland auf. Dort suchen sie sich zum Verstecken am liebsten Orte mit viel Unterholz und Baumhöhlen. Aber auch Waldränder und kleinen Lichtungen für die Mäusejagd werden von ihnen bevorzugt. Zum Sonnen klettern sie gerne in hohe Baumkronen. Quelle: BUND

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