Kulmbach
Zukunft

Kulmbacher Retter rücken hier künftig schneller aus

Am Krankenhausberg wird die neue Rettungswache gebaut, und das BRK stellt sich ganz neu auf. Auch am künftigen Rot-Kreuz-Platz ehrgeizige Planungen.
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Der Rohbau der neuen Rettungswache am Krankenhausberg steht. Die Firma Göhl, Mainroth, erledigt derzeit noch  Kanalbauarbeiten.  Foto: Stephan Tiroch
Der Rohbau der neuen Rettungswache am Krankenhausberg steht. Die Firma Göhl, Mainroth, erledigt derzeit noch Kanalbauarbeiten. Foto: Stephan Tiroch
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Kräne, Bagger, Betonmischer - rund um das Kulmbacher Klinikum wird gebaut. Das Krankenhaus wird im großen Stil erweitert. Dabei fällt eine Baustelle fast gar nicht auf: die neue Rettungswache.

Der eingeschossige Rohbau steht, und BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold geht davon aus, dass die Rettungssanitäter und der Notarzt noch heuer an den Fuß des Krankenhausbergs zurückkehren. "Wir haben hier künftig mehr Platz, auch für die Fahrzeuge, und insgesamt eine höhere Funktionalität, so dass die Leute schneller ausrücken können."

Das Rote Kreuz ist aber nicht der Bauherr. Dippold zufolge handelt es sich um ein Investoren modell: "Das Klinikum baut nach unseren Vorgaben, und wir ziehen als langfristiger Mieter ein."


Modernster Standard

Andreas Hacker, stellvertretender Geschäftsführer des Klinikums, beziffert die Baukosten auf zirka zwei Millionen Euro. Der Neubau entspreche dem modernsten Standard. Die Fahrzeuggarage werde saniert und erweitert.

"Wir hoffen, dass wir in den Sommerferien umziehen können", sagt Dippold. Dann gibt es mehr Platz im neuen BRK-Zentrum in der Heinrich-von-Stephan-Straße, wo die Rettungswache derzeit interimsweise untergebracht ist.

Außerdem will auch die Post - nach vielen Irrungen und Wirrungen - aus ihrem langjährigen Domizil ausziehen. Der Bauantrag liegt bei der Stadt, und die Genehmigung dürfte in Kürze erteilt werden.
Nachdem sich, wie berichtet, die Pläne des Gelben Riesen auf dem ehemaligen Häßler-Grundstück in der E.-C.-Baumann-Straße zerschlagen haben, soll der neue Zustellstützpunkt nun in die Blaich kommen. Dort will ein Investor auf dem Gelände zwischen der Spedition Schott und dem Mönchshof bauen.

Reimund Stenglein, zuständiger Abteilungsleiter für die Postzustellung in der Niederlassung Bayreuth, rechnet damit, dass der Umzug an den neuen Standort zum Jahresende erfolgt. Unverändert für die Kunden bleiben aber Schalter und Postfächer im ehemaligen Postamt in der Stadt.


Neue Adresse

Das heißt für den BRK-Kreisverband, dass man sich am künftigen Rot-Kreuz-Platz - die Namensänderung wurde vom Stadtrat schon genehmigt - ganz neu aufstellen kann. "Das Post-Gebäude war für uns ein Glücksfall. Der Verkäufer ist uns beim Preis sehr entgegengekommen", betont Dippold, der schon genau weiß, was auf den 3500 Quadratmeter Büro- und Nutzflächen untergebracht werden soll. Zusammen mit der Verwaltung und dem ambulanten Pflegedienst, die schon hier sind, dem Seniorenkreis und den Blutspendenachmittagen entsteht ein BRK-Bildungszentrum in der Stadt.

Laut Dippold finden künftig die Lehrgänge für Betriebssanitäter und die Erste-Hilfe-Ausbildung für den Führerschein im alten Postgebäude statt: "Wir bilden pro Jahr 5000 bis 7000 Leute aus." Außerdem will das BRK seine Pflegeschule erweitern. "In Stadtsteinach halten wir unsere 200 Plätze, und in Kulmbach kommen 150 hinzu", so der Kreisgeschäftsführer.

Bis die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft oder die einjährige Ausbildung zum Pflegehelfer im BRK-Zentrum beginnen kann, dürften noch eineinhalb Jahre vergehen. "Ingesamt investieren wir zirka zwei Millionen Euro", erläutert Dippold.


Städtebaulich ein Gewinn

"Wir sind in den letzten Jahren enorm gewachsen. In der Flessastraße reichte der Platz nicht mehr aus", sagt BRK-Kreisvorsitzender und Landrat Klaus Peter Söllner. Er bezeichnet das BRK-Zentrum als "Superlösung". Es sei auch städtebaulich ein Gewinn. Denn: "Das BRK belebt und stärkt die Innenstadt. Wir holen viele Menschen in die Stadt, die uns mit Bus und Bahn leichter erreichen können."


Bürgerhospital ist gesichert

Im Bürgerhospital, das am 1. Juli vom BRK übernommen wurde, ist der Weiterbetrieb langfristig gesichert übernommen. "Dafür haben wir die Genehmigung von der Heimaufsicht", so BRK-Geschäftsführer Dippold. "Vor allem war es ganz wichtig, dass nahezu alle Mitarbeiter zu uns gewechselt sind." Die Nachfrage sei nach wie vor hoch. "Wir sind voll belegt und haben eine Warte liste." Positiv auch, dass es nun zwischen beiden Häusern, Spitalgasse 7 und 15, einen barrierefreien Übergang gibt.
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