Kulmbach
IT-Unterricht

Kulmbacher Realschüler lernen kreatives Programmieren

Die Jugendlichen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig entwickelten Spiele für die Physiotherapie.
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Um die Belange eines Patienten mit Knieproblemen kümmerten sich (vorne, von links) Jakob Schulz, Henrik Neumann, Noah Clajos und Maximilian Böhme. Uschi Prawitz
Um die Belange eines Patienten mit Knieproblemen kümmerten sich (vorne, von links) Jakob Schulz, Henrik Neumann, Noah Clajos und Maximilian Böhme. Uschi Prawitz
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"Scratch" ist eine bedienerfreundliche Programmiersprache, mit der die Schülerinnen und Schüler im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig an der Realschule Kulmbach ohnehin bereits arbeiten. Was für sie jetzt aber im Rahmen des Programms "IT2School" ganz neu hinzukam, war der Einsatz eines Controllers. "Wir programmieren Physiotherapiespiele unter Einsatz eines Mikrocontrollers namens ‚MocoMoco'", erklärte IT-Lehrerin Martina Gebei. Unterstützung erhielten die Schülerinnen und Schüler am Montag und Freitag dieser Woche von Studenten der Universität Würzburg.

Julian Müller studiert Games Engineering und ist Werksstudent der Initiative junge Forscherinnen und Forscher e.V.. "Wir sind an Schulen in ganz Bayern unterwegs und bieten in unterschiedlichsten Fachbereichen Forscherworkshops für Jugendliche ab der 8. Klasse an", erklärte er. Die Jugendlichen arbeiteten in dem aktuellen Workshop in Kleingruppen zusammen. Jede Gruppe bekam fiktive Patienten mit unterschiedlichen Beschwerden zugewiesen und mussten eine Lösung für ein Therapiespiel auswählen.

"Unser Patient spielt gerne Klavier"; erklärte beispielsweise Christopher Scholz, "er kann aber seine Finger nicht spreizen." Deshalb hat er mit seinen Mitschülern Tobias Rösch und Heiko Zehentner eine therapeutische Übung mit Spaß entwickelt. "Wenn der Patient die Finger spreizt und den Controller drückt, ertönt ein Ton."

Ähnliches baute auch die Gruppe rund um Felix Kuttna, nur auf eine Tonleiter ausgeweitet. Um Probleme mit dem Sprunggelenk ging es hingegeben bei Ipek Kosar. Sie baute mit ihrem Team ein Tanzspiel, während wieder eine andere Gruppe einen Sensor für einen Patienten mit einem Knieproblem entwickelte. Dazu bauten sie mit Alufolie und Knete einen riesigen Reset-Knopf - und alles funktionierte.

IT-Unterricht lebt von der Praxis

"IT-Unterricht lebt von der praktischen Arbeit", sagt Susanne Schaffer, Systembetreuerin an der Realschule. Sie hatte die Wissensfabrik aus Würzburg nach Kulmbach eingeladen, denn "wir sind stets bestrebt, Neues auszuprobieren." Auch Fachbereichsleiter Günter Wirth zeigte sich begeistert von den Ergebnissen. "Für uns ist interessant, was die Schüler binnen weniger Stunden auf die Reihe kriegen, wenn sie erst einmal von der Kette gelassen werden." Und etliche wüssten ganz genau, so sie hin wollten.

Günter Wirth engagiert sich an der Realschule mit seinem Lehrerteam in vielen Projekten, sei es der ab dem kommenden Schuljahr geplante Einsatz von Lego-Robotern oder die allseits beliebte naturwissenschaftliche Exkursion "Lernen unterwegs" jeweils in der letzten Schulwoche. "Wir wollen IT und das Gelernte nicht nur in einem Hefteintrag festhalten", sagte der Lehrer.

Die "Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland" bietet im Rahmen der "Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V." ergebnisorientierte Projekte mit Praxisbezug. Im Falle von "IT2School - Gemeinsam IT entdecken" beschäftigen sich die Schüler an zwei Tagen anhand einer Aufgabenstellung intensiv mit dem Thema Informationstechnologie. Mit ihren Schulbesuchen fördert die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher das Interesse an Naturwissenschaft und Technik. Das Angebot erfolgt in Abstimmung mit dem Bayerischen Kultusministerium und mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds in Bayern (ESF) und ist für bayerische Schulen kostenfrei.

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