Kulmbach
Sicherheit

Kulmbacher Piloten haben Angst vor Drohnen

Der Kulmbacher Flugplatz appelliert an alle Besitzer von unbemannten Fluggeräten, das Gelände am Espig weiträumig zu meiden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wenn eine Drohne in den Rotor kommt, könnte dies - im schlimmsten Fall - einen Absturz verursachen, warnt Steffen Haselmann (30) von "Junker's Profly". Sonny Adam
Wenn eine Drohne in den Rotor kommt, könnte dies - im schlimmsten Fall - einen Absturz verursachen, warnt Steffen Haselmann (30) von "Junker's Profly". Sonny Adam

Mit den ersten Sonnentagen steigt bei den Kulmbacher Hobbyfliegern auch die Lust, mit Ultraleichtfluggeräten und kleinen Flugzeugen die Welt von oben zu erkunden. Doch die Angst vor einer Kollision mit Drohnen trübt das Flugvergnügen, erklärt Steffen Haselmann (30) von der Flugschule "Junkers Profly". "Es gibt zwar Vorschriften, und wenn diese eingehalten werden, ist das Drohnen-Fliegen auch kein Problem. Aber bitte nicht in der Nähe des Flugplatzes", appelliert Haselmann an das Verantwortungsgefühl der Hobbypiloten.

Der Experte fordert, dass Drohnenpiloten das Flugplatzgelände in einem Umfeld von mindestens 1,5 Kilometer im Umfeld meiden sollten. "Die Drohnen sind klein. Man kann sie auch tagsüber nicht sehen. Und wenn die Geräte in einen Propeller geraten oder ein Fluggerät treffen, kann das ungeahnte Folgen haben", so Haselmann.

Tatsächlich hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur schon seit 2017 auf die stetig steigende Beliebtheit der Drohnen reagiert: Eine Drohnenverordnung wurde erlassen. Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 0,25 Kilo müssen mit einer Plakette, die Namen und Adresse des Drohnenbesitzers enthält, gekennzeichnet sein.

Drohnen, die sogar mehr als zwei Kilo wiegen, müssen sogar einen sogenannten Drohnenführerschein nachweisen. Dieser kann durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle oder durch einen Luftsportverband ausgestellt werden. Und "große Drohnen", die mehr als fünf Kilo wiegen, benötigen zusätzlich noch eine Aufstiegserlaubnis. Diese wird ausschließlich von den Landesluftfahrtsbehörden erteilt.

"Wenn sich alle Drohnenpiloten an die Vorschriften halten und nicht höher als 100 Meter aufsteigen, ist das Fliegen kein großes Problem", sagt Haselmann. Doch genau an diesem Punkt hapert es in der Praxis oft. "Man sieht zum Beispiel auf Facebook oft Bilder von Drohnen, die über hundert Meter aufgestiegen sind. Ich habe sogar ein Bild gesehen, wo die Drohne über einer Nebeldecke war - so etwas ist ein echtes Problem und wirklich unverantwortlich", warnt Haselmann.

Nicht nur für die Ultraleichtflieger, die auf dem Kulmbacher Flugplatz starten und landen, könnte eine Drohne zum Problem werden, sondern auch für die kleinen Flugzeuge und für den Rettungshubschrauber, der regelmäßig das Klinikum Kulmbach anfliegt. "Wenn eine Drohne in einen Propeller gerät, könnte dies zum Absturz führen", betonte der Luftexperte.

Vorschriften und Vorfälle

Verbote Das Fliegen von Drohnen ist generell über Wohngrundstücken, über Menschenansammlungen, innerhalb der Kontrollzonen von Flugplätzen, über Naturschutzgebieten und über Industrieanlagen verboten. Drohnen dürfen nur in Sichtweite geflogen werden - und natürlich müssen die unbemannten Flugobjekte Flugzeugen ausweichen. Vorfälle Die Angst der Kulmbacher Flieger ist nicht unbegründet. 2017 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) kam es zu 104 Vorfällen mit Drohnen, haben die Deutsche Flugsicherung und das Luftfahrt-Bundesamt herausgefunden. Die Vorfälle häuften sich in Frankfurt am Main (17) und Berlin (16 Vorfälle), gefolgt von Düsseldorf (10) und München (7). Außerdem wurden fünf Ereignisse in Hamburg und Köln-Bonn registriert, drei in Hannover und je zwei in Bremen, Mönchengladbach sowie Nürnberg.

App Die Deutsche Flugsicherung hat eine Smartphone-App für Drohnenpiloten zur Verfügung gestellt, mit der sich die Flughöhe des Geräts kontrollieren lässt und die darüber Auskunft gibt, ob die Drohnen überhaupt aufsteigen dürfen. Außerdem wird aktuell eine Ortungsmöglichkeit durch Fluglotsen gefordert. Denn durch die immer günstiger werdenden Drohnen steigen auch deren Häufigkeit und das Gefahrenpotential.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren