Kulmbach
Gottesdienst

Kulmbacher Petrikirchengemeinde: Herzlicher Abschied von Pfarrer Harder

Schon zum zweiten Mal hat der Geistliche in der Petrigemeinde vertretungsweise eine Pfarrstelle mit Leben gefüllt.
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Mit herzlichen Worten wurde Pfarrer Jürgen Harder von Dekan Thomas Kretschmar (rechts) verabschiedet, der ihn hier für seine künftige Aufgabe segnet. Foto: Werner Reißaus
Mit herzlichen Worten wurde Pfarrer Jürgen Harder von Dekan Thomas Kretschmar (rechts) verabschiedet, der ihn hier für seine künftige Aufgabe segnet. Foto: Werner Reißaus
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Es kommt eher selten vor, dass ein Pfarrer zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Jahren von einer Kirchengemeinde verabschiedet wird. Pfarrer Jürgen Harder hatte die zweite Pfarrstelle der Petrikirche vertretungsweise bereits von Januar bis August 2017 betreut, im Juni 2018 wurde er dann erneut als Aushilfskraft von der Landeskirche nach Kulmbach berufen.

Jürgen Harder ist seit vielen Jahren in den Kirchengemeinden als sogenannter Springer-Pfarrer tätig. Seine nächste Pfarrstelle tritt er am 1. September in Höchstadt im Dekanat Bamberg an. Die Verabschiedung erfolgte gestern im Rahmen eines Gottesdienstes in der Nikolaikirche durch Dekan Thomas Kretschmar. Harder freute sich über den feierlichen Einzug mit dem Kirchenvorstand und dass er mit dem Dekan und Pfarrer Gerhard Bauer den Gottesdienst gemeinsam feiern konnte.

In seiner Predigt verwies Jürgen Harder darauf, dass er fast auf den Tag genau vor zwölf Monaten seinen Einführungsgottesdienst in der Nikolaikirche erhielt. "Dieses zurückliegende Jahr war mein zwölfter Einsatz seit dem Beginn meiner Wanderpredigerzeit im Jahr 2012." Dieser Weg führte ihn vom Dekanat Ingolstadt über die Dekanate Coburg und Bamberg nach Kulmbach und ab September dieses Jahres dann wieder zurück nach Bamberg. Harder: "Acht Jahre von einer Kirchengemeinde zur nächsten, zwischendrin die Evangelisch Studierende Gemeinde, das Collegium Oecumenicum in Bamberg, außerdem ein wunderbares Studiensemester an der Universität in Leipzig, das waren bewegte Zeiten, heute hier, morgen dort. Ich tue dies gerne und auch freiwillig, und ich werde es solange machen, wie ich den Eindruck habe, dass es Sinn macht."

"Große Kraft in jeder Gemeinde"

Seinen Worten zufolge gibt es für ihn rückblickend keine einzige Gemeinde, bei der nicht ein stilles Lächeln, eine Freude im Herzen emporsteige. "Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass in unseren Gemeinden eine ganz große Kraft liegt: Manchmal tritt diese Kraft offen zutage, und manchmal liegt sie verborgen unter allerlei Sorgen und Gestrüpp. Aber in jeder Gemeinde gibt es etwas, das wachsen will und an das Licht drängt." Pfarrer Jürgen Harder sprach von einer geheimnisvollen Kraft, die manche Konflikte und Probleme ganz unverhofft in einen wunderbaren Aufbruch verwandeln könne.

Dekan Thomas Kretschmar dankte Pfarrer Jürgen Harder und gab ihm das Bibelwort des Sonntags mit auf seinen weiteren Lebensweg: "Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern."

Auch Pfarrer Jürgen Harder sind Talente anvertraut, und der Dekan betonte: "Ich habe den Eindruck, dass Sie aus ihren Gaben auch ganz viel machen. Die Talente, die Ihnen anvertraut sind, das sind Flexibilität, Einfühlungsvermögen, schnelle Auffassungsgabe, ohne genau zu wissen, was der richtige Weg ist. Sich trotzdem durchzulavieren durch die verschiedenen Systeme, das muss man erst einmal können.

Und dabei auch Freude am Gottesdienst auszustrahlen, gern Besuche zu machen, und Seelsorge sowie Konfirmanden-Arbeit. Er denke, Harder müsse wohl auch Freude am Autofahren haben, angesichts der Tatsache, dass er freiwillig so viel auf weiten Strecken unterwegs sei, so Kretschmar.

Neben seiner Arbeit für die Gemeinde gilt Jürgen Harders besonderes Interesse der Umwelt-Arbeit. Er ist Vorsitzender des kirchlichen Vereins "Schöpfung bewahren konkret". Er hatte in Kulmbach - gemeinsam mit Brigitte Wolpert vom Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Hedwig - wesentlichen Anteil am Zustandekommen des ökumenischen Arbeitskreises Schöpfung, der am Samstag, 21. September, um 17 Uhr in der Nikolaikirche mit einem ersten Projekt an die Öffentlichkeit gehen will: einem ökumenischen Schöpfungsgottesdienst.

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