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Kulmbach
Immobiliengeschäfte

Strafanzeigen gegen Kulmbacher OB - Schramm: "Habe mich nicht bereichert"

Dem Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) wird vorgeworfen, sich mit Immobiliengeschäften bereichert zu haben. Nun hat der Politiker selbst dazu Stellung genommen.
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Oberbürgermeister Henry Schramm hat zu den umstrittenen Immobiliengeschäften Stellung genommen. Foto: Katrin Geyer
Oberbürgermeister Henry Schramm hat zu den umstrittenen Immobiliengeschäften Stellung genommen. Foto: Katrin Geyer

Ist bei zwei Immobiliengeschäften des Kulmbacher Oberbürgermeisters Henry Schramm (CSU) alles mit rechten Dingen zugegangen? Nein, sagt Stadtrat Hans Werther (SPD) - und hat Anzeige erstattet. Ja, sagt der OB selbst. Am Donnerstagvormittag hat er im Rathaus ausführlich Stellung genommen.

Es geht um ein Grundstück an der Albert-Schweitzer-Straße in der Blaich und um ein Wohnhaus in der Jean-Paul-Straße. Beide soll Schramm den Vorwürfen zufolge unter Wert gekauft haben. Das sei falsch, betont er nun. Beide Käufe seien auf der Basis eines Wertgutachtens erfolgt.

Kulmbacher OB wegen Immobiliengeschäften in der Kritik

Im Fall Blaich hatte die Städtebau GmbH ein bebautes und ein unbebautes Grundstück zunächst von einem privaten Eigentümer erworben. Durch den Kauf war, so Schramm, der Bau einer Stützmauer für das Sportgelände der Meußdoeffer-Schule weitaus günstiger gekommen als ursprünglich angenommen. Später habe die Städtebau beide Grundstücke an einen heimischen Handwerker verkauft, der das Haus sanieren wollte. Diese Sanierung sei teurer geworden als ursprünglich beabsichtigt. Der Mann habe dann, so erläuterte Schramm, dann das unbebaute Grundstück ihm zum Kauf angeboten. "Ich wollte einem heimischen Betrieb helfen", so der OB. Das sei nicht verwerflich.

Keine Vorwürfe könne man ihm auch im Zusammenhang mit dem Kauf des Wohnhauses von der Städtebau in der Jean-Paul-Straße machen. Strategie der Städtebau GmbH sei es, sich von kleinen, unrentablen Objekten zu trennen mit dem Ziel, das damit erlöste Geld in die Sanierung größerer Objekte zu stecken. Das Wohnhaus sei zunächst den Mietern zum Kauf angeboten worden. Eine der Mieterinnen sei seine Mutter gewesen. So habe er von dem geplanten Verkauf erfahren. Zunächst sei seine Ehefrau als Käuferin aufgetreten. Noch am gleichen Tag habe er sich aber dazu entschieden, das Haus doch auf seinen Namen im Grundbuch eintragen zu lassen, so Schramm weiter. "Ich wollte das alles ganz offen und mit meinem guten Namen machen. Es sollte niemand sagen können: Der schickt seine Frau vor."

Henry Schramm - sichtlich bestürzt über die Vorwürfe: "Ich habe es nicht geglaubt..."

An den entsprechenden Beschlüssen im Aufsichtsrat der Städtebau GmbH habe er nicht mitgewirkt, so Schramm, der sich sichtlich bestürzt über die Vorwürfe zeigte. Nach seiner Einschätzung und der seiner Mitstreiter handelt es sich bei der von Hans Werther angestoßenen Kampagne um ein parteitaktisches Manöver in der heißen Phase des Kommunalwahlkampfes. "Viele haben mir geraten, nicht in Kulmbach zu investieren, weil dann sowas passieren kann. Ich habe es nicht geglaubt..."

Schramm und sein Anwalt Karsten Schieseck aus Bayreuth versicherten, nun alles tun zu wollen, um die Angelegenheit aufzuklären. Man werde die Staatsanwaltschaft in Bayreuth, bei der dieser Tage eine anonyme Anzeige eingegangen war, bei der Aufklärung nach Kräften unterstützen, und man werde sich auch äußern, sobald man den Inhalt der Anzeige kenne, die Stadtrat Werther bei der Wirtschaftsstaatsanwaltschaft in Hof erstattet hat. "Ich habe mich nicht bereichert", versicherte der OB. "Ich habe mit gutem Gewissen gehandelt."