Kulmbach
Stadtentwicklung

Kulmbacher Mälzerei weicht Wohnkomplex

Die Mälzerei Müller in der Pestalozzistraße wird wohl abgerissen: Eine Rosenheimer Firma will dort einen Wohnkomplex mit 159 Appartements errichten.
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Die Mälzerei Müller soll abgerissen, ein Neubau mit 5000 Quadratmetern Wohnfläche errichtet werden. Fotos: Alexander Hartmann
Die Mälzerei Müller soll abgerissen, ein Neubau mit 5000 Quadratmetern Wohnfläche errichtet werden. Fotos: Alexander Hartmann
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Es ist ein geschichtsträchtiger Bau, der einst die Brauerei Petz beheimatet hat, heute den meisten Kulmbachern aber nur noch unter dem Namen Mälzerei Müller bekannt ist. Das war eine Mälzerei, die noch bis in die 80er Jahre hinein einen regen Malzhandel betrieben hat, wie der Kulmbacher Heimatforscher Erich Olbrich weiß.

Von dem einstiegen Industriekomplex wird man in ein paar Jahren wohl nur noch den denkmalgeschützten Darrturm sehen, einen siebenstöckigen Backsteinturm, der im Jahre 1910 errichtet worden ist. Denn die Mälzerei wird für ein großes Wohnbauvorhaben weichen.

Stadt hat grünes Licht gegeben

Die Rosenheimer Unternehmensgruppe Drösel will auf dem Areal einen Neubau mit 5000 Quadratmetern Wohnfläche errichten, in dem Appartements für Studenten und Senioren entstehen. Der Stadtrat hat der Firma für das zwölf Millionen Euro teure Vorhaben schon grünes Licht gegeben, im Juni 2018 den planungsrechtlichen Vorbescheid erteilt.

Ideale Lage

Dass das geplante sechsstöckige Gebäude aufgrund der Nähe zum Campus ideal gelegen ist, sagt Geschäftsführer Jürgen Drösel. Wie er mitteilt, müssen nur noch Absprachen mit Nachbarn getätigt werden. Er ist zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen vertragliche Vereinbarungen getroffen werden und dann bald Baurecht besteht.

Drösel spricht von einem generationenübergreifenden Projekt. 122 Wohnungen für Studenten, 37 für Senioren seien vorgesehen. In das Gebäude integriert werden sollen ein Café, eine Arztpraxis sowie eine Tiefgarage. Auf jedem Stockwerk werde es zudem einen 40 Quadratmeter großen Begegnungsraum geben, den Studenten zum gemeinsamen Lernen oder auch Feiern, Senioren beispielsweise für einen Spieleabend nutzen könnten.

2022 bezugsfertig?

Startschuss für das Millionenprojekt soll in spätestens zehn Monaten sein, die Bauzeit wird laut Drösel gut zwei Jahre betragen. Bezugsfertig wären die Wohnungen damit 2022. Die Maßnahme sei mit den Denkmalbehörden abgestimmt, so der Rosenheimer Geschäftsmann. Lediglich der Darrturm muss stehen bleiben. Ihm werde ein "Betonkorsett" verliehen.

OB begrüßt Projekt

Dass die große Maßnahme auf den Weg gebracht wird, freut die Stadt Kulmbach, werde doch zentrumsnah Wohnraum geschaffen. "Es ist ein positives Signal, das zeigt, dass es mit Blick auf den Campus vorangeht", sagt Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU). Es sei begrüßenswert, dass ein generationenübergreifendes Projekt realisiert und damit gleichzeitig ein brachliegendes Areal revitalisiert werde.

Kein Wohnheim in Gummistraße?

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, wird es aus dem geplanten Studentenwohnheim in der Gummistraße wohl nichts werden. Die Weismainer Baufirma Dietz wollte dort für 14 Millionen Euro einen Neubau mit 184 Appartements errichten, der sich aus emissionsschutzrechtlichen Gründen aber nicht so leicht realisieren lässt, wie Geschäftsführer Christian Dietz mitteilt. Gestorben sei das Vorhaben damit aber nicht. Laut Dietz verfolgen Kulmbacher Brauerei und Baugeschäft eine Lösung, die einen Grundstückstausch vorsehe. Wo das Projekt nur realisiert werden soll, wollte Dietz gestern noch nicht bekanntgeben.

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