Die Werkschau ist eine Hommage an verstorbene Maler, Grafiker und Bildhauer, die einen Großteil ihres Lebens in der Region verbracht haben.
Die Ausstellung ist vor allem für die Kulmbacher eine schöne Gelegenheit, einige Söhne ihrer Stadt aus neuen Perspektiven kennenzulernen. "Wir zeigen nicht nur Bestände aus unserem Depot, sondern werden auch von Privatleuten unterstützt, die uns Leihgaben zur Verfügung stellen." Astrid Fick freut sich, dass etliche Kulmbacher sich bereit erklärt haben, das Ausstellungsprojekt zu unterstützen.
Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Caspar Walter Rauh. Der Künstler (geboren 1912 in Würzburg, gestorben 1983 in Kulmbach) wurde vor allem als Grafiker bekannt, hat aber auch gemalt und Märchen geschrieben. Der Neosurrealist flüchtete sich ins Phantastische, war ein stetig suchender in der Nähe zum Mythischen. Leihgaben des Kunstmuseums Bayreuth, der Oberfrankenstiftung und der Tochter des Künstlers, Sabine Lohse, ermöglichen es, in der Werkschau das ganze Spektrum seines Lebenswerks und seine künstlerische Entwicklung darzustellen.
Flankiert werden Caspar Walter Rauhs Werke von Arbeiten weiterer namhafter Kulmbacher Künstler: Egon Engelien, Erich Hiemisch, Hein Kaske, Hans Georg Lewerenz, Georg Schmidt, Hans Stößlein, Michel Weiß und Max Wild.
"Der Künstlerherbst bietet die seltene Möglichkeit, Schätze aus Privatbesitz zu sehen, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind", so Astrid Fick.

Das Pech der Kriegsgeneration

Die Qualität der Arbeiten brauche sich hinter anderen, weit berühmteren Namen nicht zu verstecken, sagt die Kunsthistorikerin: "In Kulmbach sind herausragende Arbeiten entstanden." Mehrere der ausgestellten Künstler hätten es durchaus verdient, über die Grenzen ihrer Heimat hinaus bekannt zu werden. "Sie hatten das Pech, der Kriegsgeneration anzugehören und nicht die Aufmerksamkeit und die Chancen zu bekommen, die ihnen zugestanden hätten."

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