Kulmbach
Schulgarten

Kulmbacher Kinder wissen, wie's wächst und schmeckt

Spinat ist unser Gemüse des Monats April. Dass sich Kinder nicht für die grünen Blätter begeistern können, ist ein Märchen.
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Gärtnermeister Rudolf Wihl hilft den Grundschülern Klara Gollner, Lucy Ammon und Jana Neumann (von links) beim Bepflanzen ihrer Kiste.
Gärtnermeister Rudolf Wihl hilft den Grundschülern Klara Gollner, Lucy Ammon und Jana Neumann (von links) beim Bepflanzen ihrer Kiste.
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Spinat ist gesund - und bei Kindern unbeliebt. Ersteres stimmt, letzteres dagegen nicht. Ist unser Gemüse des Monats April verhasst oder lecker? Wir haben diejenigen gefragt, die es wissen müssen: Grundschüler in Ziegelhütten. Bei ihnen sind die grünen Blätter beliebt, und wenn sie aus dem eigenen Garten kommen, schmecken sie gleich doppelt so gut.
"Wer von euch mag Spinat?" Viele Hände fliegen spontan in die Luft. Die Zwillinge Klara und Henriette Gollner aus der vierten Klasse sind Fans des grünen Blattgemüses. "Der schmeckt super. Und man kann ganz viel damit machen: Suppe, Nudeln, Kartoffeln, Salat..."


Spinat aus der Kiste

Künftig können die Kinder ihren Spinat sogar im eigenen Schulgarten ernten. Dort haben sie jetzt nämlich gemeinsam mit Gärtnermeister Rudolf Wihl einen Kistengarten angelegt. Dazu wurden Kunststoffkörbe mit wasserdurchlässigem Vlies ausgelegt, damit die Erde nicht herausfällt. Danach füllten die Grundschüler Pflanzerde ein und setzten erste Jungpflanzen : Salat, etwas Schnittlauch und Zitronenmelisse. Außerdem säten die Kinder fleißig Radieschen aus - nicht nur in die Kisten, sondern auch in einige leere Tetrapacks. So können Verpackungen, die normalerweise in den Müll wandern, noch einmal sinnvoll verwendet werden.
Platz für Spinat ist in den Kisten noch. Das grüne Blattgemüse ist leicht zu kultivieren und schnell erntereif - ideal für Ungeduldige.
Für die Kinder und alle, die selbst frischen Spinat vor der eigenen Haustür ernten wollen, hat Jupp-Schröder, unser Gartenexperte der Mediengruppe Oberfranken, noch einen guten Tipp: "Spinat hat einen sehr hohen Wasserbedarf. Die Pflanzen sollten also vor allem, wenn es heiß ist, ausreichend gegossen werden. Wichtig ist dabei, dass die Blätter möglichst wenig nass werden oder schnell wieder abtrocknen können, da sonst die Gefahr eines Befalles durch Falschen Mehltau stark ansteigt."
Die Pflanzkisten-Initiative ist eine Aktion des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach unter dem Motto "Wissen, wie's wächst und schmeckt". Das Konzept dazu entwickelte das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Die Idee: "Wir wollen Kinder wieder stärker in Kontakt mit der Herkunft von Lebensmitteln bringen", so Katharina Frank vom Amt für Landwirtschaft. "Unser Ansatz in der Ernährungsbildung ist es, Kinder über das eigene Tun mit allen Sinnen an eine ausgewogene Ernährung heranzuführen. Sie erfahren, dass es Zeit braucht und Aufwand erfordert, damit Pflanzen wachsen und gedeihen. Ziel ist es, dass Kinder eine größere Wertschätzung für Lebensmittel entwickeln."


Lernen, was Pflanzen brauchen

Wie sie die Pflanzen richtig einsetzen und pflegen, das zeigte Rudolf Wihl den Kindern: Während der Wachstumsphase ist Sorgfalt und Zuverlässigkeit gefragt, schärfte er den Grundschülern der dritten und vierten Klassen ein.
Die Kinder kümmern sich mit ihren Klassenleitern selbstständig um ihre Pflanzen. Kurz vor den Pfingstferien wird dann das erste Mal geerntet und gemeinsam ein leckeres Gemüsegericht zubereitet.
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