Wirsberg
Umwelt

Kulmbacher Kinder pflanzen blühenden Wald

An ihren Aktionstagen forsteten Kulmbacher Realschüler ein abgeholztes Waldstück oberhalb des "Hohgroms" auf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Forstbeamtin Anja Mörtlbauer führte die Schüler zu den Katastrophenflächen oberhalb der Kreisstraße, die von Wirsberg nach Neufang führt, und zeigt hier Überreste vom Borkenkäfer, der den gesamten Wald vernichtet hat. Werner Reißaus
Forstbeamtin Anja Mörtlbauer führte die Schüler zu den Katastrophenflächen oberhalb der Kreisstraße, die von Wirsberg nach Neufang führt, und zeigt hier Überreste vom Borkenkäfer, der den gesamten Wald vernichtet hat. Werner Reißaus
+2 Bilder

Unter dem Motto "Der Wald blüht auf - unser Beitrag zur Insektenvielfalt" gingen die Umweltaktionstage der Carl-von-Linde Realschule zwei Tage an den Start. Dabei waren rund 130 Schüler der sechsten Klassen unterwegs, die ein abgeholztes Waldstück oberhalb des sogenannten "Hohgroms" an der Straße nach Neufang mit 600 Bäumen bepflanzten.

Klimamanagerin Ingrid Flieger vom Landratsamt Kulmbach verwies darauf, dass die Umweltaktionstage in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und dem Klimaschutzmanagement der Landkreises Kulmbach mit der Realschule in den letzten 27 Jahren immer im "Kessel" unter dem Motto "Tag des Baums" abliefen, um das Ökosystem Wald praxisnah kennenzulernen. Nun rücke aber die immense Artenvielfalt des Waldes in den Fokus und mit welchen Maßnahmen sie geschützt werden könne. Die Pflanzaktion wurde von den Forstbeamten Anja Mörtlbauer und Steffen Auerswald fachmännisch begleitet.

Der Gemeindewald Wirsberg ist besonders betroffen von den Auswirkungen der Dürre der letzten Jahre und dem Borkenkäferproblem betroffen. Die Schüler konnten hier die Auswirkungen des Klimawandels erleben und gleichzeitig mit einer Pflanzaktion selber aktiv werden. Klimamanagerin Flieger: "Im Jahr der Biodiversität und des Volksbegehrens zum Insektensterben bietet sich hier auf der Fläche die Pflanzung von blühenden Strauch- und Baumarten an, wie zum Beispiel der Linde, der Vogelkirsche, der Vogelbeere, der Heckenkirsche und des Pfaffenhütchens. Gleichzeitig sind diese Arten auch im Klimawandel besonders geeignet."

Der Markt Wirsberg finanzierte die Pflanzen, das Forstrevier Stadtsteinach organisierte die Pflanzung und der Landkreis Kulmbach übernahm die Buskosten sowie Brotzeit und Getränke.

Mit Waldsäuberungsaktionen durch die achten Klassen begannen die Umweltaktionstage 1992. Der ehemalige Rektor Hans Wunderlich organisierte diese Aktionstage mit großem Engagement und stellte damit den Umweltschutz an der Schule schon frühzeitig in den Fokus.

Aktion zieht Kreise

Mittlerweile wird zusätzlich zu den Waldaktionstagen für die sechsten Klassen für die Schüler der achten Klassen ein komplexer praxisorientierr Themenbereich mit dem Schwerpunkt "Umweltschutz, Betriebe und Ausbildung" angeboten. Die Achtklässler besuchten in diesem Jahr die Firmen IREKS und Glen Dimplex in Kulmbach sowie Franken Maxit in Kasendorf. "Die Ausbildung von Fachkräften ist auch mit entscheidend für das Gelingen der Energiewende, Schüler der achten Jahrgangsstufen gewinnen einen Einblick in unsere regionalen Unternehmen und lernen die unterschiedlichsten Ausbildungsberufe kennen", betonte Klimamanagerin Flieger.

Fachlehrerin Carolin Scharf: "Uns wurde gezeigt, wie wir die Pflanzarbeiten vorbereiten müssen, und unsere Schüler wussten dann, auf was sie beim Einpflanzen der Bäume besonders achten müssen, vor allem was die Abstände zu den einzelnen Bäumen angeht." Es stand auch ein großes Wasserfass bereit, um die frisch gepflanzten Bäume zu versorgen.

Bürgermeister Hermann Anselstetter war von der Aktion begeistert: "Das ist eine ganz tolle Umweltaktion und ich muss euch bestätigen, dass ihr von der Realschule seit Jahren hier Vorbild seid. Wenn man so ein Projekt in der freien Natur, also ein außerschulisches Lernprojekt durchführt, da braucht man Partner und eure wichtigsten Partner sind eure Lehrkräfte. Das, was ihr jetzt macht, das werdet ihr auch ein Leben lang in Erinnerung behalten. Die besten Lernprojekte sind außerhalb der Schule."

Bürgermeister Anselstetter würdigte auch die Arbeit von Forstbeamtin Anja Mörtlbauer, die in Wirsberg die Verantwortung für 1,3 Millionen Quadratmeter Gemeindewald hat.

"Ein blühender Baum hat noch viel mehr Nahrung für die Insekten als ein Beet voller Blumen. Wir pflanzen einen blühenden Wald", betonte Mörtlbauer.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren