Kulmbach
Ehrung

Kulmbacher Kampfsport-Projekt in München gewürdigt

Ralph-Jörg Aman gibt in seiner Taekwon-Do Schule einen integrativen Förderunterricht für Menschen mit Behinderungen. Dafür wurde er nun gewürdigt.
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In der Taekwon-Do-Schule    in Kulmbach findet ein integrativer Förderunterricht für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen statt.   privat
In der Taekwon-Do-Schule in Kulmbach findet ein integrativer Förderunterricht für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen statt. privat

Im Rahmen des Bayerischen Gesundheitspreises wurde Ralph-Jörg Aman vom Taekwon-Do-Verein Kulmbach für sein Projekt des Integrativen Förderunterrichtes für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen gewürdigt.

Seit 2001

Seit 2001 betreibt Ralph-Jörg Aman die Taekwon-Do-Schule in Kulmbach. Dort kann von Einsteiger bis Fortgeschrittener jeder die koreanische Kampfkunst ausüben und trainieren.

Mit verschiedensten Behinderungen

Einmal pro Woche findet für eine Stunde ein integrativer Förderunterricht für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung statt. Die Teilnehmer dort haben ganz unterschiedliche Behinderungen wie Down-Syndrom, Sehstörung, Hörverlust oder Parkinson. Dennoch findet das Training für alle gleich statt. Zudem können auch Mitglieder ohne Behinderung mit trainieren. Eltern, Großeltern und Geschwister nehmen das Angebot gerne wahr.

Geschulte Trainer

Zwei speziell geschulte Trainer sind immer mit dabei, und auch die anwesenden Eltern werden mit einbezogen. Dennoch können nicht mehr als zwölf Förderschüler am Unterricht teilnehmen, um eine intensive Betreuung zu ermöglichen. "Die Förderschüler können auch am normalen Unterricht teilnehmen, sodass der Inklusionsgedanke komplett umgesetzt wird", beschreibt Ralph-Jörg Aman.

Neben dem Förderunterricht finden regelmäßig Untersuchungen in der orthopädisch-sportmedizinischen Praxis von Ralph-Jörg Aman statt. Und nach einem Jahr wird entschieden, ob der Unterricht fortgeführt werden soll oder nicht. In der Regel erfolgt eine Weiterführung, da es auch keine Altersbegrenzung des Trainings gibt.

Seit zehn Jahren

Seit nun mehr zehn Jahren gibt es die Gruppe. "Da unsere finanziellen Möglichkeiten beschränkt sind und jeweils zwei speziell geschulte Trainer beim Unterricht dabei sein müssen, gibt es nur eine Fördergruppe. Für diese herrscht aktuell ein Aufnahmestopp und es gibt eine Warteliste", erklärt Ralph-Jörg Aman.

Die Förderschüler können die Kampfkunst Taekwon-Do ohne Einschränkungen ausüben. Gürtelprüfungen, Lehrgänge und Trainingslager werden im Verbund mit den anderen Schülern durchgeführt.

Für die Gesundheit

"Durch den Unterricht verbessert sich der Haltungs- und Bewegungsapparat im großen Maße. Dadurch steigt die Motivation für den Sport. Das gemeinschaftliche Training stärkt zudem das Selbstwertgefühl der Förderschüler, da sie das Gleiche schaffen können wie die normalen Schüler. Und das Erlebnis, gemeinsam mit den Familien trainieren zu können, schafft ein Gemeinschaftserlebnis für alle", sagt Ralph-Jörg Aman.

Der Bayerische Gesundheitspreis wurde in diesem Jahr zum siebten Mal verliehen. Die IKK classic und die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) vergeben den Preis an niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, die sich besonders für die medizinische Versorgung der Menschen in Bayern engagieren.



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