Kulmbach
Umwelt

Kulmbacher Jugendliche rückten zum großen Reinemachen aus

Jugendliche der Bewegung "Fridays for Future Kulmbach" sammelten Müll in der Stadt - mehr als befürchtet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Schon am Schwimmbadparkplatz fand sich der erste Müll. Foto: Uschi Prawitz
Schon am Schwimmbadparkplatz fand sich der erste Müll. Foto: Uschi Prawitz
+5 Bilder

Während am Sonntagvormittag die Freunde des Kulmbacher Bieres durch die Innenstadt marschierten, machte sich etwas außerhalb ein ganz anderer Trupp auf den Weg. Rund 20 Jugendliche der Bewegung "Fridays for Future Kulmbach" hatten sich am Schwimmbadparkplatz verabredet, um mit Handschuhen, Müllsäcken und Greifern bewaffnet verschiedene Wege und Grünflächen vom Müll zu befreien.

Ingrid Flieger, Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, hatte von der Straßenmeisterei die entsprechenden Hilfsmittel zur Verfügung gestellt bekommen. "Die Straßenmeisterei findet euren Einsatz toll, und ich auch", lobte sie.

Drei Strecken

Laura Meile, Hauptorganisatorin der Kulmbacher "Fridays for Future"-Bewegung, teilte die jungen Leute in drei Gruppen ein, die unterschiedliche Strecken abliefen: durch die Stadt, entlang der Flutmulde und stadtauswärts in Richtung Kronach.

"Wir wollen mit unserem Einsatz zeigen, dass wir keine Schule schwänzen", sagte sie. Im Übrigen verwies sie darauf, dass die Kulmbacher Schüler ohnehin bis auf einmal immer nach Schulschluss demonstriert hätten. "Wir machen diese Aktion in unserer Freizeit, an einem Sonntagvormittag in den Ferien, um zu zeigen, wie wichtig uns das ist."

Autoreifen und Aktentasche

Die Jugendlichen hatten ursprünglich geplant, sich binnen einer Stunde beim Restaurant "McDonalds" zu treffen, um dort die ersten Mülltüten in Transportwagen zu verstauen und dann weiterzusuchen. "Dass wir aber alleine vom Schwimmbadparkplatz bis zur Berliner Brücke schon über eine Stunde gebraucht haben, weil wir so viel Müll gefunden haben, hätten wir nicht gedacht", sagte Laura.

Ihre Freundin Lilli Mücke hatte sogar einen alten Autoreifen aus dem Fluss geholt, auch ein Motorradhelm, ein altes Fahrrad, eine Bratpfanne oder eine Aktentasche gehörten zu den Fundstücken. "Die Aktentasche werden wir im Fundbüro abgeben", sagte Lilli.

Phillip Töpel (17) war zwar bei noch keiner Demo dabei, er fand die Müllsammelaktion aber sehr wichtig. "Es ist echt krass, wie viel aus dem Fenster geworfen wird, teilweise werfen die Leute das einfach neben die Mülleimer."

Verdreckte Flutmulde

Zweieinhalb Stunden waren die Jugendlichen unterwegs, besonders viel Müll haben sie in der Wiese an der Flutmulde gefunden. Sehr hartnäckig war dort ein Plastikeimer, der vom Mäher zerschreddert worden war. "Ich hoffe, dass die Leute erkennen, dass man das so nicht machen kann", sagte die 17-jährige Hannah Bauernfeind. "Sie meinen anscheinend, ‚das sehe ich nicht mehr, also ist es weg'. Das ist traurig."

Selbst achtet Hannah beim Einkauf auf das Vermeiden von Plastikverpackungen, kauft bevorzugt regional und saisonal.

Unterstützt wurden die Jugendlichen bei ihrer Sammelaktion auch von einigen Erwachsenen, darunter Sabine Mücke vom Bund Naturschutz oder Alex Kaiser, Lehrer für Bio, Chemie und Physik. "Ich wohne in Wernstein, muss aber in Berlin arbeiten", erklärte er. Seine dortigen Schüler seien stark bei "Fridays for Future" engagiert. Er bot einen Austausch und eine Partnerschaft mit den Berlinern an. "Ich denke, man muss sich gegenseitig unterstützen und vernetzen, nur so kann man etwas erreichen."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren