Schwarzach bei Kulmbach
Politik

Kulmbacher gründen eine neue Partei

Thema "Reichsbürger": Die Wertepartei spielte am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth eine Rolle. Der Parteivorstand trat erstmals öffentlich in Erscheinung.
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So präsentiert sich die Kulmbacher Wertepartei im Internet. Screenshot: BR
So präsentiert sich die Kulmbacher Wertepartei im Internet. Screenshot: BR

Wer ist der ominöse Bürgermeisterkandidat, der bei der Wahl nächstes Jahr in Mainleus antreten will? Einer von der AfD? Nein, bei der AfD weiß man von nichts.

Eine Antwort auf die Frage gab es am Dienstag in Bayreuth - bei einer Verhandlung am Verwaltungsgericht: Der Kandidat ist Marco Oettinghaus aus Schwarzach, der für die Wertepartei kandidiert.

Der Vorsitzende spricht

Was ist das für eine Partei? Wir sprachen mit dem Vorsitzenden: Frank Weiche aus Katschenreuth. "Wir wollen in Deutschland etwas zum Positiven verändern", sagt er. Man vertrete Werte wie: Unantastbarkeit der Würde des Menschen, Ehrlichkeit, Vertrauen, Respekt, Einhaltung der Gesetze.

Die Partei, so Weiche, sei 2017 von einem kleinen Kreis Gleichgesinnter aus dem Raum Kulmbach und der benachbarten Landkreise gegründet worden. Oettinghaus sei sein Stellvertreter. Die Außendarstellung soll verstärkt werden, man habe jetzt eine Homepage im Internet. Wer sich für die Parteitreffen interessiert, so Weich, sei willkommen und bekomme auf Anfrage Ort und Zeit genannt.

Die politischen Aktivitäten seien bisher auf den Landkreis Kulmbach beschränkt. Demnächst wolle man mit der Gemeinde Mainleus klären, welche Voraussetzungen für die Bürgermeisterkandidatur zu erfüllen sind. Ob die Partei auch für den Kreistag oder den Kulmbacher Stadtrat antritt, sei noch offen.

Nähe zu "Reichsbürgern"?

Was sagt Weiche, der öffentlich nicht mit Bild in Erscheinung treten will, zur Nähe seiner Partei zu den "Reichsbürgern"? "Ich kann mit diesem Begriff nichts anfangen, weil es keine juristische Definition gibt." Er sei stolz darauf, Deutscher zu sein - mehr nicht. Über seinen Stellvertreter sagt er: "Er vertritt unsere Werte, sonst hätte ich die Partei nicht mit ihm gegründet." Er, Weiche, verstehe auch nicht, gegen welches Gesetz Oettinghaus verstoßen haben soll, dass er seine Waffen abgeben musste.

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