Kulmbach
Public Viewing

Kulmbacher geschockt von WM-Aus

Wenn Deutschland gegen Südkorea kickt, macht Kulmbach Pause. Eigentlich wollten alle auf dem Marktplatz feiern. Doch Jogis Jungs patzten. Aus der Traum!
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Geschockte Fans auf dem Kulmbacher MarktplatzSonny Adam
Geschockte Fans auf dem Kulmbacher MarktplatzSonny Adam
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Die Sonne lachte. Die Deutschen hatten für König Fußball die Arbeit niedergelegt. "Wir schaffen das! Deutschland gewinnt mit einem Vorsprung von mindestens zwei Toren", waren alle sicher, die auf den Kulmbacher Marktplatz zum Public Viewing gekommen waren. Die Fans trugen die offiziellen WM-Trikots. Einige hatten sich mit Fahnen und Blumenketten, witzigen Hüten in Schwarz-Rot-Gold ausstaffiert. Alle Zeichen standen auf Feierlust, auf Party, auf Sieg.

Doch Jogis Jungs konnten auf dem grünen Rasen einfach nicht punkten. "Wir hätten nicht gedacht, dass so viele Leute kommen. Denn eigentlich wirdum diese Zeit ja noch voll gearbeitet", sagte Bianka Straub. Gemeinsam mit Armin Kull und Ronald Friedlein ist sie für die Ausrichtung des Public Viewings verantwortlich. "Wir freuen uns, dass so viele hier sind. Wir legen einfach eine Nachtschicht ein, bauen nachts für das Altstadtfest auf", sagte Armin Kull. Und Ronald Friedlein holte schon wieder ein leeres Fass hervor. Denn die Temperaturen sorgten für Bierdurst der Fans.

Auch in der Halbzeit redeten sich die deutschen Fans das zögerliche Spiel noch schön. "Deutschland gewinnt zwei zu eins, vielleicht drei zu eins", sagte Selina Ries (9). "Klar, gewinnen wir", pflichtete auch Anika Walter (9) bei.

Patrick Thenior hat seine Fahne mitgebracht. "Wir legen in der zweiten Halbzeit nach. Wir schaffen ein zwei zu null", war er sich sicher. Eigentlich hätte er in Himmelkron arbeiten müssen, doch er hatte frei. Rund 160 bis 200 Millionen soll das WM-Spiel, das am helllichten Nachmittag ausgetragen wurde, der deutschen Wirtschaft gekostet haben. "Es ist wunderbar, wenn die Leute gut drauf sind. Wir feiern gleich ins Altstadtfest rein", sagten die Veranstalter. Doch aus den guten Vorsätzen wurde nichts.

Ob jung oder alt, ob Mann oder Frau - alle hatten beim Public Viewing ihren Spaß. Nur die Mannschaft fand nicht zum Spiel. Selbst als Young-Gwon Kim den ersten Treffer versenkte, wollte noch niemand auf dem Kulmbacher Marktplatz an ein Ende des Sommermärchens glauben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch Son Heung-min machte die Niederlage perfekt.

Traurig und ruhig trollten sich die Fans vom Marktplatz. "Aber Deutschland ist trotzdem wunderbar", sagte Abdul Ghafoor. Der Afghane hatte sich das deutsche Trikot übergezogen und hätte so gerne mitgejubelt.
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