Kauernburg
Stadtbild

Kulmbacher Fußball-Graffito: Abkratzen oder dran lassen?

Im Netz wird diskutiert, was mit dem Betonbild am Kauernburger Brückenpfeiler geschehen soll. Das letzte Wort hat aber das Staatliche Bauamt Bayreuth.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dran lassen oder abkratzen - das BSC-Graffito am Kauernburger Brückenpfeiler. Foto: A. Zeitler
Dran lassen oder abkratzen - das BSC-Graffito am Kauernburger Brückenpfeiler. Foto: A. Zeitler

Also, schlecht schaut dieses Graffito wirklich nicht aus. Keine Schmiererei oder irgendwelche Parolen: Ein unbekannter Sprayer hat das Meisteremblem des BSC Kulmbach auf einem Brückenpfeiler der B 289 in Kauernburg aufgesprüht.

Die Blaicher Fußballer, die in der A-Klasse 6 den Meistertitel geholt haben, distanzieren sich offiziell: Denn es handelt sich um eine Sachbeschädigung. Man könne eine Straftat ("wurde auch nicht von uns in Auftrag gegeben") nicht gutheißen. "Aber so viel schöner war der Pfeiler vorher auch nicht", heißt es auf der Facebookseite des BSC Kulmbach im Internet.

"Besser als Beton-Grau"

Im Netz wird eifrig diskutiert - hier sind alle Kommentare nachzulesen. Die Meinungen gehen in eine Richtung: nicht abkratzen. Stefan Söllner fragt: "Ist das nicht eindeutig besser als Beton-Grau?" Oder Oliver Weschenfelder: "Sieht klasse aus." Ralf E. Buchwald meint, dass man am Kauernburger Brückenpfeiler allen Sportvereinen der Stadt die Möglichkeit geben solle, sich zu verewigen. Weil es eben kein Geschmier sei, sollte "der Künstler" straffrei ausgehen, fordert Tilo Kretzer.

Über die strafrechtlichen Konsequenzen könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, stellt der neue Chef der Staatsanwaltschaft Bayreuth, Martin Dippold, fest. Er betont aber: "Ganz gleich, ob es gut oder schlecht ausschaut: Es bleibt eine Sachbeschädigung." Die Polizei sei verpflichtet, die Straftat aufzuklären. Bei den Rechtsfolgen spiele es dann eine Rolle, ob der Geschädigte Strafantrag stellt.

Eigentümer ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Staatliche Bauamt Bayreuth. Dort wird laut Baudirektor Siegfried Beck ein Strafantrag geprüft, "da es sich um eine nicht unerhebliche Sachbeschädigung handelt". Er beziffert die Kosten für die Entfernung des Graffito, abhängig vom jeweiligen Aufwand, auf 1000 bis 3000 Euro.

Betonbild und Sicherheit

Für die Behörde spielt die Optik des Betonbilds ebenfalls keine Rolle. Entscheidend, so der Baudirektor, sei die Sicherheit. Diese und alle anderen Brücken würden regelmäßig kontrolliert. Aber durch die Übermalung werde die Bauwerksprüfung erschwert. Auftretende Risse seien nicht sofort erkennbar.

Beck weiter: "Grundsätzlich werden Graffiti mit politischen, rassistischen oder beleidigenden Inhalten sofort entfernt. Andere Graffiti werden im Rahmen der Bauwerksunterhaltung entfernt." Das heißt, das Graffito komm in absehbarer Zeit weg.

Wie weit ist die Polizei?

Der Sprayer wurde am frühen Morgen des vergangenen Samstags von der Polizei, die einen Tipp bekommen hatte, auf frischer Tat ertappt. Trotzdem gelang es dem vermummten Mann, in ein Waldstück zu entkommen. Obwohl auch ein Polizeihund eingesetzt wurde, blieb der Verdächtige verschwunden. Er ließ aber mehrere Gegenstände zurück, unter anderem ein rotes Winora-Mountainbike.

Eine Woche ist seitdem vergangen: Gibt es inzwischen einen Ermittlungserfolg? Hat die Polizei den Tatverdächtigen geschnappt? "Wir ermitteln weiter", sagt Alexander Horn von der Kulmbacher Polizei. Mehr nicht. Einzelheiten dürfe die Polizei bei einem laufenden Verfahren nicht bekanntgeben.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren