Mainleus
Prüfung

Kulmbacher Feuerwehrnachwuchs ackert für Jugendleistungsspange

Die Jugendfeuerwehren haben sich einer Prüfung unterzogen, die es in sich hatte: 27 Nachwuchskräfte wurden mit der Jugendleistungsspange ausgezeichnet.
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Beim Schlauchrennen ging es um Schnelligkeit und um korrektes Arbeiten.Sonny Adam
Beim Schlauchrennen ging es um Schnelligkeit und um korrektes Arbeiten.Sonny Adam
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Gespannt steht die Gruppe, bestehend aus neun Nachwuchsfeuerwehrkräften, am Start. Nicht in luftiger atmungsaktiver Sportkleidung wie sonst üblich, sondern in voller Feuerwehrmontur: mit Helmen, mit den blauen Schutzanzügen, mit den schweren Stiefeln und langärmligen Jacken. Vor ihnen liegen zusammengerollte Schläuche.

Auf die Plätze, fertig, los, gibt Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck das Kommando. Schon rennen die Jugendlichen los. Sie müssen schnell sein, aber dabei die Schläuche auch noch korrekt zusammenkoppeln. "Die Schläuche dürfen nicht verdreht sein", erklärt der Prüfer Schuhbäck. "Wer den Schlauch einmal pro Teilstück ganz verdreht, hat nicht bestanden", so Schuhbäck.

Außerdem steht Kugelstoßen, ein Staffellauf über eine Distanz von 1500 Metern auf dem Programm. Und an der letzten Station auf dem Sportplatz in Mainleus wartet Kreisbrandrat Stefan Härtlein auf die Truppe. Er ist für den theoretischen Teil zuständig. Feuerwehrwissen ist gefragt. Die Jugendlichen müssen sich mit Löschschaum und Löschmittel, mit Notrufen auskennen. Aber nicht nur: "Wer ist bayerischer Ministerpräsident?" fragt Härtlein. Die Feuerwehrler wissen die Antwort natürlich: Markus Söder, wer denn sonst, lautete die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Auch Landrat, Bürgermeister kannten die Jugendlichen.

"Die Feuerwehrausbildung ist auch eine gesellschaftspolitische Ausbildung. Auch auf lokaler Ebene", erklärt Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck.

Insgesamt 27 Prüflinge aus Mainleus, Brücklein, Ebersbach, Neuenreuth und Peesten stellten sich der nicht ganz einfachen Herausforderung. Und alle haben bestanden.

Schwere und leichte Aufgaben

Natürlich kamen die örtlichen Bürgermeister und Landrat Klaus Peter Söllner persönlich, um sich vom Leistungsniveau der Jugendlichen zu überzeugen. "Ich bin mir nicht zu schade, um mir auch mal die Hände schmutzig zu machen", sagt Paul Schaefer (17). Ja, er macht die Arbeit bei der Feuerwehr gerne. "Aber für mich war es schwer, die 120 Meter zu laufen und die Schläuche zu kuppeln." Dafür war es für ihn leicht, einen Löschangriff aufzubauen.

"Ich bin nicht so sportlich. Deshalb war für mich der Staffellauf schwer", sagt Sahin Wißlicen. Er ist seit zwei Jahren bei der Wehr.

"Ich finde es gut, bei einer Feuerwehr dabei zu sein. Ich bin immer einsatzbereit", erklärt Fabian Heierth (17). Heierth hat große Pläne: "Ich möchte später einmal Feuerwehrführungskraft werden", sagt er. Mit seiner Ausbildung zum Zimmermann jedenfalls ist das vereinbar. Doch nicht nur Jungs unterzogen sich der nicht ganz einfach Prüfung. Auch die Mächen schlugen sich tapfer. "Ich bin bei der Feuerwehr, weil meine Mutter gesagt hat, ich soll etwas Sinnvolles machen - und Fußball zählt nicht", sagt Chantal Reiers (17) und lacht. Seit drei Jahren ist sie nun schon dabei. Und sie hat Spaß in der Truppe.

Dilara Kurt hat sich der Prüfung unterzogen, obwohl sie mitten im Quali steckt. "Ich kann trotz der Prüfung mitmachen. Das ist schon okay", erklärt Dilara Kurt. Sie hat am Freitag ihre Projektprüfung abgegeben, absolvierte dann die Feuerwehrprüfung. Und nach den Ferien geht's weiter mit Quali. "Ich möchte dann den M-Zug besuchen", sagt sie. Jammern liegt ihr fern. Ihre ganze Familie ist bei der Feuerwehr aktiv. Die Mitarbeit ist für sie eine Ehrensache.

Gemeinsam mit den örtlichen Bürgermeistern und Landrat Klaus Peter Söllner bekamen die Prüflinge die Jugendleistungsspange der deutschen Jugendfeuerwehr ausgehändigt. Kreisjugendwartin Daniela Wagner hatte die Spangen auf einem roten Kissen parat. Und jeder Nachwuchsfeuerwehrmann und jede Nachwuchsfeuerwehrfrau waren stolz, dass sie die Glückwünsche der Politiker persönlich entgegen nehmen konnten: ein Zeichen für die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit.

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