Kulmbach
Gericht

Kulmbacher zwei Mal beim Drogenkauf betrogen - und nun verurteilt

Gleich zwei Mal wurde ein 24-Jähriger aus dem Kreis Kulmbach bei einem Drogendeal betrogen, 2900 Euro verschwanden. Nun war der Fall vor Gericht.
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In einem Briefumschlag sollte das Geld für die Drogen liegen, doch der Empfänger steckte ds Rauschgift ein ohne zu bezahlen. Das passierte dem Angeklagten gleich zwei Mal. Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa
In einem Briefumschlag sollte das Geld für die Drogen liegen, doch der Empfänger steckte ds Rauschgift ein ohne zu bezahlen. Das passierte dem Angeklagten gleich zwei Mal. Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa
Es sollte ein großes Geschäft werden: Vier junge Männer sammelten einmal 1300 Euro, beim zweiten Mal 1600 Euro ein, um damit Haschisch zu besorgen. Das Rauschgift sollte im Raum Kulmbach gewinnbringend veräußert werden. Doch daraus wurde nichts.

Jetzt musste sich einer der Männer, ein 24-jähriger Mechaniker aus dem Landkreis, vor dem Amtsgericht verantworten. Wenn er am Ende mit einem Jahr auf Bewährung davonkam, dann vor allem deshalb, weil er ein Geständnis abgelegt hatte.


Haschisch im Abfalleimer


Der Angeklagte war der Fahrer, als das Quartett am 1. Juni 2016 in Richtung Burgkunstadt aufbrach. Dort sollte das Drogengeschäft über die Bühne gehen. Mit dem Dealer war vereinbart, dass er das Haschisch in Alufolie verpackt in einem Papierkorb eines Fastfood-Restaurants deponieren sollte. Dort sollte zuvor auch das Geld in einem Umschlag versteckt werden. 130 Gramm Haschisch für 1300 Euro, so lautete die Abmachung.

Das Geschäft ging allerdings gründlich schief. Die jungen Männer steckten den Umschlag mit den Geldscheinen in die Mülltonne. Als sie kurze Zeit später wieder kamen, war das Geld weg, Drogen fanden sie allerdings keine. "Die haben uns auf ganzer Linie beschissen", sagte der Angeklagte vor Gericht. Er sagte auch, dass er lediglich einen Betrag zwischen 60 und 100 Euro beigesteuert und sich dafür sechs bis acht Joints erhofft hatte.

Wie man sich nach diesem Reinfall nur drei Tage später auf ein ähnliches Geschäft einlassen konnte, blieb das Geheimnis des Angeklagten und seiner Komplizen. Jedenfalls hatten sie erneut mit einem ihnen bis dahin unbekannten Dealer ein Treffen, diesmal in Nürnberg, vereinbart. Jetzt hatten sie 1600 Euro in der Kasse und wollten 160 Gramm Haschisch erwerben. Kaum zu glauben, aber der Deal platzte erneut. Der Verkäufer verschwand samt Geld, Drogen gab es wieder keine.


Verräterischer Chatverlauf


Diesmal war der Angeklagte gar nicht dabei. Allerdings hatte er erneut einen Betrag von bis zu 100 Euro beigesteuert. Das sollte ihm jetzt zum Verhängnis werden. Die Polizei kam schließlich über einen Chatverlauf auf den Angeklagten und durchsuchte Anfang September seine Wohnung.

Neben allerhand Drogenutensilien wie Feinwaage, Druckverschlusstütchen und Crusher fanden die Beamten auch geringe Mengen Marihuana, ein Marihuana-Tabak-Gemisch und einige Cannabissamen. Vor Gericht räumte der Angeklagte die Tat ein und gab auch seinen damaligen Konsum zu. Er habe gewusst, dass die anderen drei Rauschgiftkonsumenten waren und dass sie den Stoff gewinnbringend weiterverkaufen wollten.


Minderschwerer Fall


Noch bei der Wohnungsdurchsuchung hatte sich der Mann weit weniger kooperativ gezeigt. Er habe die erkennungsdienstliche Behandlung verweigert, sagte der Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Stadtsteinach.

Die letztlich auch verhängte Bewährungsstrafe von einem Jahr hatte bereits die Staatsanwaltschaft beantragt. Nachdem der Angeklagte beim zweiten Fall gar nicht dabei war, wertete der Vertreter der Anklagebehörde die Tat als minderschweren Fall. Gleichwohl seien die erhofften Haschischmengen kein Pappenstiel.

Verteidiger Olaf Schröder aus Halberstadt stellte keinen konkreten Antrag, sondern forderte lediglich eine Bewährungsstrafe.

Zusätzlich zu dem Jahr auf Bewährung muss der Angeklagte nun noch einen Geldbetrag von 1500 Euro an die Kinder- und Jugendhilfe Oberfranken in Fassoldshof überweisen und sich zwei Jahre lang einem Drogenscreening unterziehen.

"Wir wollen sicherstellen, dass sie künftig von Drogen Abstand nehmen", sagte die vorsitzende Richterin Nicole Allstadt. Wird der Angeklagte mit Drogen erwischt, oder zahlt er die Geldauflage nicht, muss er mit einer Rücknahme der Bewährung rechnen und die Strafe absitzen.
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