Kulmbach
Wirtschaft

Kulmbacher Brauerei: Radler und Alkoholfrei sind die Renner

Die Kulmbacher Brauerei ist mit dem zurückliegenden Jahr zufrieden - die Aktionäre sind es auch.
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Markus Stodden, Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei, berichtet über den Geschäftsabschluss 2018. Foto: Kulmbacher Brauerei
Markus Stodden, Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei, berichtet über den Geschäftsabschluss 2018. Foto: Kulmbacher Brauerei
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Das Jahr 2018 ist Markus Stodden nicht nur wegen des schönen Wetters bestens in Erinnerung, denn: "Beflügelt durch den Jahrhundertsommer hat sich die Nachfrage nach unseren Bierspezialitäten nochmals erhöht. Unser Getränkeabsatz lag mit 3,3 Millionen Hektolitern 6,5 Prozent über dem Vorjahr und erreichte ein Rekordergebnis", sagte der Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft am Mittwoch in der Hauptversammlung. Und er wies darauf hin, dass eines der besten Biere der Welt aus Kulmbach kommt.

Die Jury des World Beer Awards (Welt-Bier-Preis) habe das Mönchshof Naturtrüb's zum besten alkoholfreien Bier der Welt gekürt, erklärte Stodden vor rund 500 Aktionären in der Dr.-Stammberger-Halle. Vor wenigen Wochen habe die Brauerei nun noch eine alkoholfreie Variante des Mönchshof Natur-Radlers mit 0,0 Prozent Alkohol auf den Markt gebracht, dessen Absatz in den ersten Wochen die Erwartungen deutlich übertroffen habe.

Die Biermischgetränke sind mit verantwortlich für den Erfolg der Brauerei. "In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Menge in diesem Segment - vor allem durch unseren Senkrechtstarter Mönchshof Natur-Radler - nahezu vervierfachen können", betonte Stodden. Die Nachfrage nach diesen Mischgetränken sei bei der Kulmbacher Brauerei allein im vergangenen Jahr um 29,2 Prozent gestiegen (national nur um 19 Prozent).

Bei fast allen Biermarken der Brauerei waren laut Stodden Zuwächse zu verzeichnen. Mönchshof habe seinen Marktanteil auf 22 Prozent ausbauen können. "Jedes fünfte in Deutschland getrunkene Bier in der Bügelflasche ist ein Mönchshof", sagte er nicht ohne Stolz.

Zu Marken der Brauerei gehören weiter Kulmbacher als klassische Pilsmarke (+3,6 Prozent und beim Pils der Marktführer in Nordbayern), das Kapuziner Weißbier (+ 6 Prozent), die Würzburger Hofbräu, die Spezialmarke Keiler, die bei Studenten beliebte Retromarke Sternla, Eku, Braustolz und Sternquell. Nur bei der Marke Scherdel habe man den Vorjahresabsatz nicht ganz erreichen können, bedauerte Stodden.

Als neuste Marke stellte er dann Kitzmann vor. Nachdem die Kitzmann-Bräu in Erlangen den Betrieb eingestellt hatte, hätten die Kulmbacher die Markenrechte übernommen und brauten die Kitzmann-Biere weiter. Mit dieser Entscheidung soll das Engagement in der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen ausgebaut werden.

Gut lief es auch beim Absatz von Mineral- und Heilwasser sowie den Erfrischungsgetränken (Bad Brambacher). Der stieg aufgrund des heißen Sommers um 5,1 Prozent auf insgesamt 15,2 Milliarden Liter.

Doch es gibt einen Wermutstropfen: "Leider war für die Mehrheit der Verbraucher immer noch der Preis das Kaufkriterium Nummer 1. Entsprechend wurden die meisten Erfrischungsgetränke bei Discountern gekauft. Doch das ist nicht der Weg unseres Hauses", betonte Stodden. Deshalb arbeite man auch am Ausbau der erfolgreichen Premium-Produktlinie "Garten-Limonade".

Der Getränkeabsatz wuchs um 203 000 auf 3,34 Millionen Hektoliter (+6,5 Prozent). Zu den wesentlichen Wachstumstreibern gehören die Biermischgetränke wie Radler sowie die alkoholfreien Biere. Die Konzernumsatzerlöse stiegen im Geschäftsjahr 2018 um 5,4 Prozent auf 231,7 Millionen Euro (Vorjahr 219,8 Millionen Euro).

Das operative Ergebnis wuchs um fast 36 Prozent auf 14,3 Millionen Euro (Vorjahr: 10,5 Millionen Euro). Das Konzernergebnis betrug 9,3 Millionen Euro (Vorjahr: 7,3 Millionen Euro).

Von der erfreulichen Entwicklung profitieren auch die Aktionäre: Neben der Dividende in Höhe von einem Euro je Aktie wird zusätzlich noch ein einmaliger Sonderbonus von 0,50 Euro je Aktie ausgeschüttet, wie gestern in der Hauptversammlung in Kulmbach bekanntgegeben wurde.

Die Kulmbacher Unternehmensgruppe beschäftigt 933 Mitarbeiter (Vorjahr: 916), darunter 59 Auszubildende.

Von den Aktionären gab es in der Hauptversammlung der Kulmbacher Brauerei angesichts der Zahlen natürlich viel Lob. Der eine oder andere hatte aber auch Fragen an den Vorstand. Zum Beispiel, wie es mit dem Mönchshof-Bräuhaus weitergeht.

Darauf erklärte Stodden, dass die Brauerei seit über einem Jahr auf der Suche nach einem zuverlässigen Pächter sei. Das Hauptproblem der Wirte sei, Personal zu finden. Außerdem handle es sich um ein großes Objekt, das sich nicht jeder zutraue. "Ich hoffe, dass wir heuer noch einen neuen Pächter vorstellen können. Aber es ist ein schwieriges Unterfangen."

Weiterhin versicherte Stodden auf Nachfrage, dem FC Nürnberg auch nach dem Abstieg die Treue zu halten. "Als Club-Sponsor muss man wie die Fans leiden können. Wir sind schon gemeinsam auf- und abgestiegen und machen auf jeden Fall weiter."

Die "Bierkurve" zur Autobahn 70 bei Neudrossenfeld, an der schon öfter Laster ihre Ladung verloren hatten, wurde ebenfalls angesprochen. "Meistens sind das nicht unsere eigenen Fahrzeuge und dann Fahrer, die zum ersten Mal hier sind und die Kurve unterschätzen", sagte Stodden. Die Brauerei gebe sogar extra ein Merkblatt aus, um auf die Stelle hinzuweisen.

Und um die Uni ging es. Seit 1,5 Jahren führe man intensive Gespräche, auch über das Uni-Gelände. Man begrüße, dass Kulmbach Uni-Standort wird, so Stodden.

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