Kulmbach
Bilanz

Kulmbacher Brauerei AG: Die Aktionäre sind zufrieden

Auch wenn der Getränkeabsatz 2017 leicht rückgängig war, so hat die Kulmbacher Gruppe das Geschäftsjahr doch mit einem guten Ergebnis abgeschlossen.
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Die Kulmbacher Brauerei AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück.  Foto: Alexander Hartmann
Die Kulmbacher Brauerei AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Foto: Alexander Hartmann
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Was hat es bei den Aktionären nicht schon für lange Gesichter gegeben, als die Kulmbacher Brauerei AG keine oder nur eine kleine Dividende ausschütten konnte. Und das ist gar nicht mal so lange her. Heute sieht das anders aus. Wie 2017 wird auch 2018 ein Euro pro Aktie gezahlt, was bei der gestrigen Hauptversammlung in der Stadthalle gewürdigt wurde. Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz lobte in der Aussprache die geänderte "Dividendenpolitik". Den Geschäftskurs nannte er exzellent.


Die Zahlen

Was Vorstandssprecher Markus Stodden freute, der mit Blick auf das Geschäftsjahr 2017 gute Zahlen präsentieren konnte. Zwar gingen die Umsatzerlöse um 0,4 Prozent von 220,7 auf 219,8 Millionen Euro zurück, doch hat sich der operative Gewinn auf 10,5 Millionen Euro (Vorjahr 10) erhöht. Das Konzernergebnis lag bei 7,4 Millionen Euro nach 8,4 Millionen in 2016. Vom Bilanzgewinn werden 3,36 Millionen Euro als Dividende ausgezahlt, 800 000 Euro zur Stärkung des Eigenkapitals in Rücklagen eingestellt.


Schwieriges Marktumfeld

Stodden sprach von einem sehr guten Ergebnis, das man in einem schwierigen Marktumfeld erzielt habe, das er eingehend beleuchtete. So sei der Gesamtumsatz der deutschen Brauereien um 2,5 Prozent zurückgegangen. Neben dem Bevölkerungsrückgang spielten da auch das veränderte Freizeitverhalten sowie das Rauchverbot in der Gastronomie eine Rolle.


Preisdruck

Der Vorstandssprecher verwies auf Überkapazitäten auf dem Bier- und Getränkemarkt sowie einen harten Preis- und Wettbewerbsdruck. "Wir haben und wir werden uns nicht an den ruinösen Auswüchsen des verheerenden Preiskampfes im Pilssegment beteiligen und setzten deshalb auf eine grundsolide und nachhaltige Preispolitik im oberen regionalen Preissegment", stellte er fest.
Dem rückläufigen Markttrend habe sich aber auch die Kulmbacher Gruppe (Kulmbacher, Mönchshof, Scherdel, Sternquell, Braustolz, Würzburger Hofbräu, Bad Brambacher) nicht ganz entziehen können. Der Getränkeabsatz sei mit 3,136 Millionen Hektolitern um 1,8 Prozent zurückgegangen (2016: 3,19 Millionen).


Innovationen zahlen sich aus

Die Vielzahl der regionalen Marken sei eine wesentliche Stärke der Gruppe. Stodden sprach von einer besonderen Wertschöpfungsstrategie, hob die gute Marktstellung im hochpreisigen Spezialitäten-Sortiment heraus. Deutlich über dem Markttrend liegende Absatzzuwächse habe man mit den Biermischgetränken und alkoholfreien Bieren erzielt. Auch die Innovationskraft zahle sich aus. So habe die Gruppe mit Sorten, die es vor fünf Jahren noch gar nicht gab, einen Absatz von 273 000 Hektolitern erzielt.


20 Millionen investiert

Die AG hat 2017 viel Geld investiert. Insgesamt 20,8 Millionen Euro. 19,1 Millionen Euro davon sind in technische Anlagen, Maschinen sowie in Mehrweggebinde geflossen. Unter anderem in die neue Bügelverschluss-Abfülllinie in Kulmbach. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 880 auf 916 gewachsen. Der Anstieg sei vorrangig auf das Einzelhandelsgeschäft beim Markgrafen-Getränkevertrieb zurückzuführen, wo im Zuge von Übernahmen Marktleiter übernommen worden seien.


Der Ausblick

Im Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr machte Stodden deutlich, dass die Gruppe eine Umsatzsteigerung im unteren einstelligen Prozentbereich erwarte. Eine Aussage, die die Aktionäre gerne zur Kenntnis nahmen, die auch bei der Hauptversammlung 2019 auf eine stattliche Dividendenzahlung hoffen.


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