Kulmbach
Geschäftswelt

Kulmbacher Bierwoche: Tote Hose in der Innenstadt

Die Bierwochen-Verlegung auf das Brauereigelände trifft Einzelhändler und Gastronomen. In der Innenstadt ist tote Hose.
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Die Langgasse - fast menschenleer. Während auf dem Brauereigelände gefeiert wird, ist in der Innenstadt nicht viel los. Foto: Alexander Hartmann
Die Langgasse - fast menschenleer. Während auf dem Brauereigelände gefeiert wird, ist in der Innenstadt nicht viel los. Foto: Alexander Hartmann
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Trubel in der Lichtenfelser Straße - tote Hose in der Innenstadt. Während auf dem Brauereigelände bis spät in die Nacht gefeiert wird, schauen viele Gastronomen und Einzelhändler bei der Bierwoche 2017 in die Röhre.
"In der Stadt ist nichts los", sagen Roland und Helga Bergbauer, die die Gaststätte "Zum Petz" in der Langgasse betreiben. "Wir Wirte fiebern normalerweise auf die Bierwoche hin. Da flanieren die Leute durch die Altstadt. Alle Geschäftsleute profitieren davon. Durch die Verlegung auf das Brauereigelände gehen wir leer aus", sagt Helga Bergbauer. Essensgäste gebe es vor allem am Abend kaum. Und so sperrt sie den "Petz" schon mal früher zu.


"Eine ganz normale Woche"

Auch Katrin Fischers Fazit ist ernüchternd. "Die Innenstadt ist vor allem am Abend wie ausgestorben", sagt die Pächterin der "Stadtschänke" am Holzmarkt. Während des Bierfestes auf dem Zentralparkplatz pulsiere die Stadt. "Jetzt haben wir eine ganz normale Woche", betont Fischer und führt an: "Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Verlegung in die Lichtenfelser Straße so negativ auswirkt." Auch sie macht die Schotten schon mal früher dicht: "Nach 20 Uhr kommt ja keiner mehr."

Dass das Geschäft tagsüber gut läuft, stellt Marina Weichart fest, die mit ihrem Mann Robert das "Bierhäusla" und "Roberts Café" betreibt. In den Abendstunden sei es im Vergleich zu früheren Bierfestwochen aber schon ruhiger. Bedingt durch den weiter entfernten Stadel.


Ein tristes Bild

Keinen Grund zum Jubeln sieht in diesem Jahr der Einzelhandel. In der Langgasse zeigt sich tagsüber oft ein tristes Bild. "Uns fehlt ganz einfach die Laufkundschaft", sagt Andi Schulze vom Modegeschäft "Katz & Katz". "Dass Frauen, deren Männer im Zelt sitzen, mal vorbeischauen, oder auch Bedienungen in ihrer Pause, das passiert heuer leider nicht."

Spontaneinkäufe von Bierfestbesuchern blieben aus, stellt Alexandra Hofmann von der Parfümerie Benker fest. Hofmann ist Vorsitzende der Händlervereinigung "Unser Kulmbach" und spricht für viele Geschäftsleute in der Innenstadt, die die Standortverlegung zu spüren bekämen. "Kundinnen, die bei mir sonst mal schnell einen Nagellack oder auch eine modische Haarspange gekauft haben, die kommen eben nicht." Das mag mitunter aber natürlich auch mit dem Wetter zu tun haben, vermutet Hofmann: "Bei der Schwüle, die an einigen Tagen herrschte, gehen sicher weniger Leute einkaufen."


"Da gehört sie hin"

Laufkundschaft vermisst auch Karin Herold von "Kathrins Geschenkstadel" in der Langgasse, in dem man in die Welt der Tracht eintauchen kann. Bei ihr läuft das Geschäft trotzdem gut. Und das hat seinen Grund: "Ich habe viele Stammkunden, die Jahr für Jahr zu uns kommen. Wir kleiden beispielsweise immer die Bierbrauer ein." Herold klagt zwar nicht über einen Umsatzverlust, wünscht sich aber eines nichtsdestotrotz: dass die Bierwoche im kommenden Jahr auf den Zentralparkplatz zurückkehrt. "Da gehört sie hin. Da hat sie ihren besonderen Flair."


Die Zinnfigurenbörse

Ein Wunsch, den viele Geschäftsleute teilen, die Brauereivorstand Markus Stodden und OB Henry Schramm (CSU) in die Pflicht nehmen. Diese hätten ja mehrfach versichert, dass die Bierwoche auf dem Brauereigelände eine einmalige Sache sein wird, sagt Andi Schulze. Die Händler und Gastronomen würden nicht nur von der Festwoche selbst, sondern auch von der Internationalen Zinnfigurenbörse profitieren, die ebenfalls im Stadel stattfindet (11. bis 13. August). Schulze: "Das sind die umsatzstärksten Tage im Jahr. Da kommt kein Samstag in der Vorweihnachtszeit heran." Damit die Besucher heuer den Weg von der Lichtenfelser Straße in die Innenstadt finden, hat "Unser Kulmbach" vorgesorgt. "Wir stellen zwölf Wegweiser auf", sagt Alexandra Hofmann.
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