Kulmbach
Wirtschaft

Kulmbacher Bank: Geld soll in der Region bleiben

Die Kulmbacher Bank modernisiert ihre Geschäftsstellen und vergibt Aufträge bevorzugt an Firmen aus dem Landkreis. Die Strategie lohnt sich - für beide Seiten.
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Sehr gelungen finden Mitarbeiterin Christine Herrmannsdörfer und Vorstand Stephan Ringwald den Umbau der Geschäftsstelle Melkendorf der Kulmbacher Bank. Mit der Modernisierung wurden fast ausschließlich örtliche Handwerksbetriebe beauftragt. Foto: Dagmar Besand
Sehr gelungen finden Mitarbeiterin Christine Herrmannsdörfer und Vorstand Stephan Ringwald den Umbau der Geschäftsstelle Melkendorf der Kulmbacher Bank. Mit der Modernisierung wurden fast ausschließlich örtliche Handwerksbetriebe beauftragt. Foto: Dagmar Besand
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Geld, das in der Region erwirtschaftet wird, sollte möglichst auch in der Region bleiben. Das ist Stephan Ringwald vom Vorstand der Kulmbacher Bank wichtig: "Wenn wir große Aufträge zu vergeben haben, sollen heimische Betriebe davon profitieren. Sie sind unsere Kunden und brauchen Aufträge für ihren Erfolg."

Die Kulmbacher Bank ist kein kleiner Auftraggeber. Jedes Jahr wird eine der 20 Geschäftsstellen umgebaut und modernisiert. Zuletzt die Filiale in Melkendorf, die komplett neu gestaltet wurde - für rund 320.000 Euro. "90 Prozent der Aufträge dafür haben wir an heimische Handwerksbetriebe vergeben", sagt Ringwald.

Gewachsene Strukturen

Diese Geschäftspolitik der regionalen Wirtschaftsförderung resultiert aus gewachsenen Strukturen.
Vorläufer der Kulmbacher Bank war der Gewerbe- und Vorschussverein, der 1865 von 32 Kulmbacher Bürgern gegründet wurde. 1991 fusionierten die Kulmbacher Volksbank, die Raiffeisenbank Kulmbach und die Raiffeisenbank Kasendorf-Thurnau zur Kulmbacher Bank. "Wir sind eine Bank, die den Mitgliedern gehört und für sie da sein soll", sagt Ringwald. 160 Mitarbeiter in 20 Geschäftsstellen kümmern sich um die Finanzen der rund 36.000 Privat- und 3000 Firmenkunden.

Die Wirtschaftsförderung und die Hilfe zur Selbsthilfe sind fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie: "Wir haben eine regionale Verantwortung. Ein langfristig ausgerichtetes organisches Wachstum ist uns wesentlich wichtiger als global orientiertes und eher kurzfristiges Profitstreben."

"Auftraggeber mit dieser Grundeinstellung brauchen wir", sagt Rainer Beck, bei der Handwerkskammer für Oberfranken in Bayreuth zuständig für Unternehmensstrategien und Standortfragen. "Wir wünschen uns, dass noch mehr Firmen, aber auch Kommunen und Privatleute ihre Aufträge an lokale und regionale Betriebe vergeben." Das Handwerk punkte mit Ortsnähe, Zuverlässigkeit und Kundenservice.

Nur auf den günstigsten Preis zu schielen, macht sich für die Auftraggeber selten bezahlt, sagt Kreishandwerksmeister Günther Stenglein. "Wichtige Kriterien bei der Auftragsvergabe sind Kundendienst, Ausführungsfristen, Leistungsumfang und Verlässlichkeit."

Billig wird oft teuer

Es komme schon immer wieder vor, dass allein der Preis entscheidet. "Doch billig wird später meistens teuer. Zwei gesparte Euro bei der Auftragsvergabe können oft fünf Euro Nachbearbeitung bedeuten." Die Wertschöpfung müsse nach Möglichkeit in der Region bleiben, sagt Stenglein. "Denn hier leben die Beschäftigten, hier wird der Nachwuchs ausgebildet und letztlich die Gewerbesteuer entrichtet."

Das sieht auch Stephan Ringwald so: "Wir haben mit unseren Handwerksbetrieben gute Erfahrungen, was Service und Qualität betrifft." In der Melkendorfer Geschäftsstelle war ein Komplett-Umbau gefordert. Die einstige Schalter-Situation wurde aufgelöst. Hinter dem rund um die Uhr zugänglichen Servicebereich mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker befindet sich jetzt ein hell und großzügig wirkender Empfangsbereich mit einem Spiel-Terminal für Kinder, dem sich zwei Besprechungsräume und eine kleine Küche anschließen.

Drei Mitarbeiterinnen sind hier für die Kunden da: Filialleiterin Anja Täuber wird von Christine Herrmannsdörfer und Lisa Fleischmann unterstützt. Sieben Wochen hat der Umbau gedauert, während derer die Filiale geschlossen war. "Das Warten hat sich gelohnt", findet Christine Herrmannsdörfer.

"Es ist uns wichtig, mit unseren Geschäftsstellen in der Fläche präsent zu bleiben und diese auch entsprechend modern auszustatten", sagt Vorstand Dieter Bordihn. Vor Melkendorf wurden die Geschäftsstellen in Weiher, Mainleus, Untersteinach und Trebgast umgebaut - für ebenfalls durchschnittlich jeweils rund 300.000 Euro.
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