Kulmbach
Altstadtfest

Kulmbacher Altstadtfest: Gute Stimmung, aber auch viel Arbeit für die Polizei

Tausende Besucher feierten beim Kulmbacher Altstadtfest. Die meisten friedlich, aber nicht alle. Einige Störenfriede riefen die Polizei auf den Plan.
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Die ersten beiden  Kulmbacher Altstadtfestnächte  verliefen insgesamt friedlich. Trotzdem hatte die Polizei alle Hände voll zu tun.  Foto: Jörn Pollex/dpa
Die ersten beiden Kulmbacher Altstadtfestnächte verliefen insgesamt friedlich. Trotzdem hatte die Polizei alle Hände voll zu tun. Foto: Jörn Pollex/dpa
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Die ersten Meldungen über Streitigkeiten gingen am Samstag zwischen 22 und 22.30 Uhr bei der Polizei ein. Diese konnten durch die Kulmbacher Ordnungshüter, die durch Beamte der operativen Ergänzungsdienste Bayreuth unterstützt wurden, rasch vor Ort beigelegt werden. Kurz nach 23 Uhr blieb es in der Oberen Stadt jedoch nicht bei bloßen Ermahnungen. Die Polizisten wurden auf eine Auseinandersetzung zwischen einem 15-Jährigen aus dem westlichen Kulmbacher Landkreis und einem 17-Jährigen Kulmbacher aufmerksam. Es stellte sich heraus, dass der ältere der beiden einen Faustschlag in den Magen abbekommen hatte, Umstehende verhinderten weitere gegenseitige Attacken.


Opfer landet in der Zelle

Da sich der geschädigte 17-Jährige während der Aufnahme jedoch immer aufbrausender verhielt und auch seinen übersteigerten Alkoholpegel nicht verbergen konnte, war es notwendig, beendete die Polizei seinen Festbesuch. Was eigentlich in einer Übergabe an einen Sorgeberechtigten münden sollte, endete schließlich in der Polizeizelle, da der junge Mann auch mit Handschellen gefesselt noch versuchte, sich gegen die Polizisten zu wehren. Nun muss er sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte vor der Justiz verantworten.

Kaum hatte sich die Zellentür geschlossen, ging es gegen 0.30 Uhr in der Oberen Stadt erneut "handfest" zur Sache. Eine zunächst verbale Auseinandersetzung gipfelte darin, dass ein 18-Jähriger Mann aus dem nordöstlichen Landkreis während des Streitgesprächs von hinten von einem bislang unbekannten Täter mit einem Bierkrug auf den Hinterkopf geschlagen wurde. Dies erkannte ein 19-jähriger Kulmbacher, der dem Verletzten zur Hilfe eilen wollte. Sein Einschreiten endete jedoch mit einem Faustschlag auf die Nase, so dass auch die Hilfe eines Sanitäters benötigte. Die beiden jungen Männer kamen anschließend zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise.

Der zwischenzeitlich allseits weiter gestiegene Alkoholpegel war dann vermutlich der Auslöser für zahlreiche weitere kleinere Reibereien, die jedoch alle ohne gröbere Folgen verliefen. Einzig ein 19-jähriger Kulmbacher hatte gleich zwei Mal innerhalb von nur einer Stunde Kontakt zur Polizei. Während er beim ersten Gespräch noch als vermeintliches Opfer einer Auseinandersetzung auftrat und um polizeiliche Hilfe bat, war das zweite Aufeinandertreffen mit einer Streife in der Blaicher Straße wohl mehr als unfreiwillig. Hier war der junge Mann nämlich als Fahrer eines Audi zur routinemäßigen Verkehrskontrolle angehalten worden. Dass diese Autofahrt keine gute Idee war, wurde ihm wohl spätestens beim festgestellten Alkoholwert von über 1,3 Promille bewusst. Während die Beamten eine Stunde zuvor lediglich seine Personalien aufnahmen, nahm ihm die Streifenbesatzung in der Verkehrskontrolle nun seinen Führerschein.


Beleidigung hat Folgen

Den Abschluss der Anzeigen bildete schließlich gegen 2.45 Uhr ein 22-jähriger Mann aus dem Kronacher Landkreis. Er war gerade mit seinen Begleitern auf dem Nachhauseweg, als er die am Rande des Festgeländes postierten Ordnungshüter zum Anlass nahm, eine unschöne Beleidigung in deren Richtung zu rufen. Auch er muss mit einer Anzeige rechnen.


Große Mehrheit sehr vernünftig

Gemessen an der Vielzahl der Besucher und unter Berücksichtigung eines nahezu reibungslosen Verlaufs des Vortags zeigt sich die Kulmbacher Polizei jedoch zufrieden mit der Veranstaltung. Besonders erfreulich ist, dass schwerere Verletzungen bei den Auseinandersetzungen ausblieben und in vielen Fällen der "mahnende Zeigefinger" auf die nötige Einsicht traf, so dass bei den meisten der "Kater" am Folgetag nicht juristisch bedingt sein dürfte. Mit Ausnahme des einen Alkoholsünders mussten die Beamten bei ihren Kontrollen rund um das Fest auch keine alkoholisierten oder berauschten Fahrzeugführer beanstanden, was ebenfalls für die Vernunft der Besucher spricht. PI

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