Kulmbach
Nachhaltigkeit

Kulmbach wird Transition-Town

Mit einem Dokumentarfilm und einer anschließenden Präsentation stellte sich das neue Aktionsbündnis Tra.Ku.La. im Cineplex vor.
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Im Kinofoyer nutzten die Besucher die Gelegenheit für einen regen Austausch.Uschi Prawitz
Im Kinofoyer nutzten die Besucher die Gelegenheit für einen regen Austausch.Uschi Prawitz
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Knapp 100 Bürger waren der Einladung der neuen Transition-Bewegung in Kulmbach, kurz Tra.Ku.La., am Montagabend gefolgt und fanden sich im großen Saal des Cineplex ein. Mit dem Dokumentarfilm "Voices of Transition" von Nils Aguilar und einer kurzen Präsentation informierte das Aktionsbündnis die interessierten Zuschauer über die eigenen Vorstellungen zu einer sogenannten Transition-Town.
Da die Kulmbacher mit ihren Ideen und Gruppen noch in den Kinderschuhen stecken, hatten sie drei Vertreter der Bamberger Transition-Bewegung eingeladen, die bereits auf eine vierjährige Erfahrung zurückblicken können. "Es geht bei Transition nicht darum, etwas zu bekämpfen, sondern darum, Alternativen zu schaffen", sagte Matthias Schöring. Und da haben die Bamberger unter anderem mit einer Selbstgärtnergruppe, einem Repaircafé, einer solidarischen Landwirtschaft, einer Gruppe "essbare Stadt" oder "plastikfreies Leben" schon viel geschafft.
Dass es dringend notwendig ist, etwas zu tun, darin waren sich alle Organisatoren und Gäste des Abends einig. "Erdöl ist endlich", sagte beispielsweise Dagmar Keis-Lechner, Bezirkstagskandidatin der Grünen, "unsere ganze Mobilität, Energie, Landwirtschaft - all das basiert auf Erdöl". "Peak Oil" heißt der Zustand, an dem die maximale Ölfördermenge zum billigen Preis ausgeschöpft sein wird, spätestens an diesem Punkt müssten die Menschen umdenken.
Würden alle Lkws plötzlich still stehen, wären binnen drei Tagen alle Supermarktregale leer. "Unsere Ölabhängigkeit hat uns verwundbar gemacht", hieß es auch in dem Dokumentarfilm, der für die Rückkehr zur traditionellen, biologischen Landwirtschaft mit kleinen Betrieben plädierte. Es sei ein Trugschluss zu glauben, man könne mit Agrargroßindustrie die Weltbevölkerung auf Dauer ernähren, das Gegenteil sei der Fall. "Die Böden sind heute tot und die Erträge sinken weltweit - und unsere einzige Antwort lautet: noch mehr Pestizide", klärte der Dokumentarfilm auf.
Die Kulmbacher Transition-Bewegung, die parteilos, offen und solidarisch agiert, setzt daher auf Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Vernetzung und Umweltschutz. "Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich einer der bereits bestehenden Gruppen anzuschließen oder eine eigene Gruppe ins Leben zu rufen", sagte Franziska Schumm bei der anschließenden Diskussionsrunde. Das könne ein Umsonstladen sein, ein Selbsterntegarten oder eine Dienstleistungsbörse, auch Malateliers, Nähcafés oder Zeitsharing seien denkbar.
"Wer sich für die Transition-Bewegung in Kulmbach interessiert, kommt am besten zum ersten Plenum am 25. April um 19.30 in den großen Saal am "Patersberghof." Das Plenum soll zum Meinungsaustausch, Ideen sammeln und Finden von Gleichgesinnten dienen.


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