Kulmbach

Kulmbach Stadt und Land: Solar-Check auf einen Blick

Rund 60 Prozent aller Dachflächen im Landkreis sind für die Nutzung mit einer Photovoltaik-Anlage geeignet. Ob auch ihr Gebäude dazugehört, das können Hausbesitzer jetzt im Internet nachschauen.
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Für Stadt (Bild) und Landkreis Kulmbach ist  ein Solarpotenzial-Kataster im Internet unter www.solare-stadt.de/landkreis-kulmbach abrufbar. Darauf kann man sehen, ob sich Gebäude für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen eignen.  Screenshot: BR
Für Stadt (Bild) und Landkreis Kulmbach ist ein Solarpotenzial-Kataster im Internet unter www.solare-stadt.de/landkreis-kulmbach abrufbar. Darauf kann man sehen, ob sich Gebäude für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen eignen. Screenshot: BR

Der Landkreis Kulmbach hat noch jede Menge Potenzial, was die Erzeugung von Solarstrom angeht - ohne dass nur ein einziger Quadratmeter unversiegelter Fläche dafür herangezogen werden müsste. "Rund 60 Prozent aller Dachflächen im Landkreis sind für den Bau einer Photovoltaikanlage geeignet. Deshalb lautet unser Appell: ,Macht die Dächer voll", sagte Landrat Klaus Peter Söllner (FW) am Donnerstagnachmittag bei der Vorstellung des Solarpotenzial-Katasters für den Landkreis.

Unter der Adresse www.solare-stadt.de/landkreis-kulmbach kann sich jeder darüber informieren, ob ein Gebäude für die Nutzung einer Photovoltaik-Anlage geeignet ist.

Aber nicht nur das: Auf der Internet-Seite lässt sich auch anhand des eigenen Stromverbrauchs berechnen, ob und wann sich eine Anlage lohnt. Selbst Finanzierungsmodelle sind online möglich. Eine Ausnahme stellen allerdings denkmalgeschützte Anwesen dar. Ob dort solche Anlagen installiert werden können, bedarf einer besonderen Abklärung.

Zur Erstellung des Solarpotenzial-Katasters wurden die Dachflächen von 73 250 Gebäuden in allen 22 Städten, Märkten und Gemeinden des Landkreises auf ihre Eignung für Photovoltaik und Solarthermie untersucht. Die geeigneten Dächer ergeben in Summe eine Fläche von 4,2 Millionen Quadratmetern beziehungsweise 600 Fußballfeldern. Sollte dieses Potenzial - 92 Prozent sind noch ungenutzt - ausgereizt werden, könnte der persönliche Bedarf der 71 699 Landkreisbewohner etwa fünf Mal gedeckt werden.

Landrat Söllner verwies darauf, dass es im Landkreis bereits über 3200 Photovoltaik-Anlagen gibt (Stand 31. Dezember 2017). "Inzwischen dürften etliche dazu gekommen sein." Der Photovoltaikanteil am Gesamtstromverbrauch belaufe sich auf 26,8 Prozent, so der Landrat weiter. Allerdings stammt die Hälfte davon von den 25 Freiflächenanlagen.

Nimmt man alle weiteren erneuerbaren Energiequellen hinzu, so liegt deren Anteil am Gesamtstromverbrauch im Kreis bereits bei 72,9 Prozent. "Damit war das Ziel des Klimaschutzkonzeptes von 2007 für 2020 von 28 Prozent bereits Ende 2017 deutlich überschritten." Dennoch werde der Landkreis alles dafür tun, den Anteil der erneuerbaren Energien weiter zu erhöhen.

Der Landrat erinnerte noch daran, dass bereits vor rund zehn Jahren die Erstellung eines solchen Katasters angedacht war, wegen der hohen Kosten von 150 000 Euro aber verworfen wurde. Jetzt habe das Projekt nur 12 000 bis 14 000 Euro gekostet.

Wer sich nach der Information im Internet für die Installation einer solchen Anlage interessiert, sollte sich zunächst für eine kostenlose und neutrale Beratung an die Energieagentur Oberfranken in Kulmbach wenden. Im nächsten Schritt sollte dann ein Fachunternehmen hinzugezogen werden.

Die Erstellung des Katasters geht auf einen Antrag der CSU-Fraktion vom April 2019 zurück und wurde im Juni vom Umweltausschuss des Landkreises beschlossen. Die schnelle Umsetzung freute stellvertretenden Landrat Jörg Kunstmann (CSU), der darauf verwies, dass die Initiative auf einen Hinweis aus der Kulmbacher Wirtschaft gründet.

Klimaschutz-Beauftragte Ingrid Flieger ergänzte, dass Workshops angeboten werden sollen, in denen interessierte Bürger über die Möglichkeiten des neuen Angebots informiert werden. Die Termine werden noch bekanntgegeben, Start ist in Kulmbach mit einem Workshop in der Hans-Edelmann-Schule. Es sollen auch die Gemeinden besucht werden.

Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) sprach von einem örtlichen Beitrag zum Umweltschutz und verdeutlichte, dass Photovoltaik-Anlagen auf Dächern die Bürger am wenigsten stören. Er erklärte noch, dass die Stadt eine Untersuchung für Standorte von Freiflächen-Anlagen in Auftrag gegeben hat, um deren Errichtung "in Bahnen zu lenken".

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