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Kulmbach
Feierstunde

Kulmbach ist jetzt ein Fairtrade-Landkreis

Als zwölfter Landkreis in Bayern darf sich Kulmbach jetzt offiziell "Fairtrade-Landkreis" nennen.
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Die Verleihung des Fairtrade-Siegels: Ehrenbotschafter Manfred Holz von Transfair e.V. überreichte Landrat Klaus Peter Söllner und Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger das Fairtrade-Siegel.Sonny Adam
Die Verleihung des Fairtrade-Siegels: Ehrenbotschafter Manfred Holz von Transfair e.V. überreichte Landrat Klaus Peter Söllner und Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger das Fairtrade-Siegel.Sonny Adam
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Der Landkreis Kulmbach hat seine Hausaufgaben gemacht. Daran ließ der Ehrenbotschafter von Transfair e.V., Manfred Holz, keinen Zweifel und überreichte Landrat Klaus Peter Söllner die Urkunde. Für die nächsten zwei Jahre darf sich der Landkreis mit dem Titel "Fairtrade-Landkreis" schmücken - Landrat Klaus Peter Söllner strahlte vor Freude. Nach Ablauf der Frist müssen die Bedingungen, die zur Verleihung des Siegels geführt haben, erneut überprüft werden. Doch dem Landrat ist nicht bange, dass die positive Entwicklung weiter gehe.

Das Siegel für fairen Handel ist an knallharte Bedingungen geknüpft. Fünf Kriterien galt es zu erfüllen - der Landkreis schaffte alle mit Bravour. In der Kreisverwaltung werden faire Produkte angeboten: fairer Kaffee, fairer Tee, aber auch als Mitbringsel zu Jubiläen und ähnliche Anlässe kommen faire Produkte zum Einsatz.

Außerdem musste eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen werden. Dies passierte am 26. Juli 2018, blickte die Klimabeauftragte des Landkreises Kulmbach, Ingrid Flieger, zurück. Mitglieder der Steuerungsgruppe sind die Vertreter der Kirchen, der Weltladen, der Fair-ein, Schulen, Wohlfahrtsverbände, das Kompetenzzentrum für Ernährung, Gastronomie, Einzelhandel. "Ingrid Flieger ist der E-Motor gewesen. Sie ist verantwortlich für die erfolgreiche Strategie", sagte Landrat Klaus Peter Söllner und lobte die Kulmbacher Klimaschutzmanagerin über alle Maßen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium zur Erlangung des Siegels war es, dass im Landkreis in den Einzelhandelsgeschäften, in den Supermärkten und in den Gastronomiebetrieben faire Produkte gehandelt werden. Die Anzahl der aktiven Betriebe richtete sich nach der Einwohnerzahl. Für den Landkreis Kulmbach lagen die Anforderungen bei 15 Geschäften und acht Gastronomiebetrieben. Tatsächlich sind in Kulmbach schon 27 Einzelhändler mit von der Partie sowie zehn Gastronomiebetriebe. Die Anforderungen wurden also übertroffen. Und auch die Schulen, Vereine und Kirchen sollen sich beteiligen. Landrat Klaus Peter Söllner lobte insbesondere das "große Engagement des beruflichen Schulzentrums mit der Adalbert-Raps-Schule und stellte heraus, dass diese sich auf dem Weg zur Zertifizierung zur "Fair-Trade-School" entwickeln wolle und ein Vorbild sei.

Außerdem wurde in die Kampagne die Medien miteinbezogen. Klimaschutzbeauftragte Ingrid Flieger und Uschi Prawitz ließen die Entwicklung Revue passieren. Die Jugendabteilung des VfB Kulmbach hat bereits faire Fußbälle im Einsatz - die F-Jugend mit Trainer Matthias Goßler präsentierten die Bälle bei der Verleihung des Fairtrade-Siegels. Und es fanden zahlreiche weitere Veranstaltungen rund um das Thema Fairer Handel statt: Referate und Vorträge, im Cineplex wurde ein Film gezeigt und außerdem fanden Koch-Aktionen im Mupäz statt. Besonderes Augenmerk wird in Kulmbach auf die Ansätze "Bio-Regional-Fair" gelegt, so Flieger und Prawitz.

Dorle Frey vom "fair-ein" Kulmbach kämpft seit 2007 für eine gerechte Welt. "I have a dream", sagte sie und stellte sich vor, dass es 2050 keine fair gehandelten Produkte mehr benötigen würde, weil fairer Handel die Regel ist. Dann würde es auch faire Preise, faire Löhne, von denen die Menschen leben können, weniger Armut und keine Kinderarbeit mehr geben.

Schülerinnen der beiden Kulmbacher Gymnasien stellten faire Kleidung vor und präsentierten tragbare Mode bei einer kleinen Modenschau. Und Theaterleiter Rüdiger Baumann nahm sich des Themas "Fairer Handel" humoristisch an. "Eigentlich" sei das Zauberwort, nach dem viele leben und das sie dann doch in den Discounter lenke.

"Die Zeit der Ausreden ist vorbei", machte der Ehrenbotschafter Manfred Holz von Transfair e.V. klar. "Die globalen Krisen sind die Folge von Entscheidungen, die wir Menschen irgendwann einmal getroffen haben", sagte er und fügte erleichtert hinzu: "Gott sei Dank gibt es Menschen, die die Zukunft gestalten, die global denken, aber vor Ort handeln." Aktuell gibt jeder Mensch in Deutschland 19 Euro im Jahr für Fairtrade-Produkte aus. Die Schweiz ist mit 82 Euro pro Einwohner Spitzenreiter. Das beliebteste Produkt sei fair gehandelter Kaffee. "Fairtrade hilft, die Fluchtursachen aktiv zu bekämpfen ehe sie entstehen", machte Holz klar.

Bei der Verleihung des Fairtrade-Siegels gab es für die Ehrengäste ein bio-faires-regionales Büffet. Die Band "Colourful" umrahmte den Festakt im großen Sitzungssaal musikalisch.

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