Kulmbach
Auftritt

Kulmbach im Guttenberg-Fieber

Zum Start seiner Tour als CSU-Wahlkampfhelfer gab es für "KT" einen fulminanten Empfang. Mehr als 1000 Menschen kamen, um den Politstar live zu erleben.
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Alle wollen "KT" sehen - und ein schnelles Handy-Foto. Foto: Matthias Hoch
Alle wollen "KT" sehen - und ein schnelles Handy-Foto. Foto: Matthias Hoch
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Es ist ein Phänomen: Karl-Theodor zu Guttenberg hat seit sechseinhalb Jahren kein politisches Mandat mehr. Bei jedem anderen wäre das Interesse an dem, was er heute zu sagen hat, überschaubar. Doch bei ihm ist alles anders: Nicht nur das Medienecho auf den ersten öffentlichen politischen Auftritt seit seinem Abgang von der politischen Bühne ist gewaltig. "KT" hat auch große Anziehungskraft auf die Menschen in seiner Heimat - nicht weniger als zu Zeiten seines kometenhaften Aufstiegs.

Mittwoch, 16.30 Uhr: Drei Stunden vor Veranstaltungsbeginn und eineinhalb Stunden vor der Saalöffnung sind die ersten Fans da, die sicher gehen wollen, einen Platz zu ergattern. Eine Stunde später dürfen erst einmal die Journalisten rein, um alles für die Berichterstattung vorzubereiten. Ohne Technik geht nichts: Die Stadthallen-Mitarbeiter waren schon im Vorfeld gefordert, damit die Medienschaffenden live berichten können.

Währenddessen wird es auf dem Vorplatz vor dem Haupteingang richtig eng. Alle, die als Zuschauer den Abend miterleben wollen, brauchen Geduld. Stundenlanges Schlangestehen und Warten- das ist man von Konzerten der Superstars gewöhnt, von Politikveranstaltungen eher nicht.

18 Uhr: Jetzt dürfen die Wartenden endlich in die Halle - allerdings nur nach und nach in kleinen Gruppen, damit die Sicherheitskräfte ihre Arbeit machen können. Sie kontrollieren mitgebrachte Taschen. Auch das wird ohne Murren ertragen.

Drinnen herrscht gespannte Vorfreude. Rund 40 Helfer aus den Reihen von CSU und Junger Union sorgen dafür, dass alles rund läuft, begleiten diejenigen Gäste, die nicht lange stehen können, zu den wenigen Sitzplätzen. Die anderen stehen in Grüppchen zusammen und lassen sich die Wartezeit bis zum Veranstaltungsbeginn nicht lang werden. Es gibt ja genug zu diskutieren: Was sagt er? Geht es nur um Politik oder auch um Persönliches?

Auch Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, deren Wahlkampf die Veranstaltung unterstützt, ist schon lange vor dem offiziellen Beginn da. Sie freut sich auf den Abend: "Für mich ist das etwas ganz Besonderes!"

19.25 Uhr: Blitzlichtgewitter bei der Ankunft des so lange Erwarteten. Es wimmelt von Kameras und Mikrofonen. Karl-Theodor zu Guttenberg ist sichtlich gerührt, als er sich unter tosendem Beifall mit Sicherheitskräften den Weg durch die Menschenmassen im Saal in Richtung Bühne bahnt.

Der Empfang ist so herzlich, wie er ihn sich nur wünschen kann. Oberbürgermeister Henry Schramm heißt "KT" mit warmen Worten in seiner Heimat willkommen, ebenso herzlich begrüßt er Guttenbergs Frau Stephanie und Vater Enoch zu Guttenberg.

Dann endlich steht er auf der Bühne. Doch es dauert noch einen Moment, bis er zu Wort kommt. Noch einmal applaudiert die Menge Karl-Theodor zu Guttenberg, den viele im Saal nach wie vor sehr schätzen. Und nicht wenige wünschen ihn sich zurück in die Politik, nach München oder nach Berlin.

Ob er mit diesem Gedanken spielt, weiß wohl nur er allein. Dass er seine oberfränkische Heimat liebt, das spricht er dagegen ganz offen aus, bevor er sich in seiner Rede der internationalen Politik widmet: "Es is schö daham."

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