Laden...
Kulmbach
Starkregen

Stadt sagt Hochwasser den Kampf an - mehrere Millionen in Überflutungskonzept investiert

Die Kulmbacher Bewohner sollen künftig besser vor Überflutungen geschützt werden. Tiefbauamt, Stadtwerke und Fachplaner haben ein Konzept zur Hochwasserbekämpfung erstellt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bilder wie dieses soll es künftig nicht mehr geben. Dafür hat die Stadt Kulmbach nun ein Überflutungskonzept erarbeiten lassen. Schon 2020 soll ein Großteil der Maßnahmen umgesetzt werden. Foto: Archiv/Katrin Geyer
Bilder wie dieses soll es künftig nicht mehr geben. Dafür hat die Stadt Kulmbach nun ein Überflutungskonzept erarbeiten lassen. Schon 2020 soll ein Großteil der Maßnahmen umgesetzt werden. Foto: Archiv/Katrin Geyer
+1 Bild

Die Stadt Kulmbach will ihre Bürgerinnen und Bürger besser vor Starkregenereignissen schützen und hat nun ein Überflutungskonzept vorgestellt, das die Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt Kulmbach entwickelt haben. Das Überflutungskonzept bezeichnete Oberbürgermeister Henry Schramm als einen Schritt in die richtige Richtung: "Wir lassen unsere Bürgerinnen und Bürger nicht allein!"

Kulmbach: Kreisstadt investiert drei Millionen in Überflutungskonzept

Für das Überflutungskonzept sind laut Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) rund drei Millionen Euro für das kommende Jahr eingeplant. Wenn der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung den Etat für 2020 absegnet, sollen sofort die ersten Maßnahmen zur Umsetzung öffentlich ausgeschrieben werden.

Die Städte und Gemeinden haben ein Problem mit dem Oberflächenwasser bei Starkregenereignissen, das nicht durch die vorhandenen Kanäle abgeführt werden kann. Der Oberbürgermeister dazu: "Ein Ausbau der Kanäle in die hierfür erforderliche Größe ist aus technischen und wirtschaftlichen Gründen kaum möglich. Im Stadtgebiet Kulmbach kommt noch die besondere Topographie mit Bergen und Tälern hinzu, die einerseits das Risiko von Niederschlägen an bestimmten Punkten erhöht und zudem in den Bereichen mit starkem Gefälle das Oberflächenwasser mit großer Geschwindigkeit zu den geographischen Tiefpunkten strömen lässt."

Konzept zur Hochwasserbekämpfung soll möglichst schnell umgesetzt werden

Die Stadtverwaltung mit dem Tiefbauamt hat gemeinsam mit den Stadtwerken und weiteren Fachplanern ein fachbereichsübergreifendes Überflutungskonzept erarbeitet. "Neben diesem gemeinschaftlichen Ansatz war es uns wichtig, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen möglichst schnell greifen, damit in den nächsten Starkregenperioden bereits Verbesserungen spürbar sind." Die Umsetzung soll daher kurzfristig im kommenden Jahr und mittelfristig bis in drei Jahren ausgeführt werden.

Kulmbacher Überflutungskonzept: Diese Maßnahmen werden ergriffen

Der Fokus soll zunächst auf die Überflutungshotspots der vergangenen Jahre gelegt werden. Werkleiter Stephan Pröschold: "Um unsere Datenbasis zu den Regenereignissen weiter zu verbessern, installieren die Stadtwerke derzeit im Bereich der Hotspots Messeinrichtungen, mit denen die Niederschläge dokumentiert werden können." Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen soll das Konzept weiter optimiert werden.

Folgende Maßnahmen sollen in den nächsten drei Jahren angegangen werden:

Bereich 1: " Dürrer Bach"

Hier handelt es sich um eine dringend erforderliche Maßnahme. Neben der Stabilisierung der Seitenwände des Bachbetts sollen Einbauten zur Verringerung der Fließgeschwindigkeit sowie Rückhalte- und Umleitungsbauten eine Verbesserung bringen.

Bereich 2: Luitpoldstraße

Durch die Kanalvergrößerung in der Weiherer Straße soll zunächst mehr Oberflächenwasser aus dem Bereich Rehberg gefasst werden. Im Rahmen dieser Bauarbeiten werden auch Objektschutzmaßnahmen für tiefer gelegene Einfahrten in diesem Bereich durchgeführt. Es ist vorgesehen, die Restmengen an Oberflächenwasser, die über die Weltrichstraße zur Parkplatzeinfahrt des Achathotels gelangen, um dieses herumzuführen, um den Stadtpark als Retentionsfläche zu nutzen. Auch das Oberflächenwasser aus der Christian-Pertsch-Straße soll zum Stadtpark geleitet werden.

Bereich 3: Rehberg

Hier sind Arbeiten vorgesehen, die - beginnend am Rehberg - das dort anfallende Oberflächenwasser besser sammeln und kontrollierter ins Tal abfließen lassen. Auch hier soll es Objektschutz in kritischen Bereichen geben.

Bereich 4: "Kinzelsbach"

Grundgedanke ist hier, die Wassermassen zeitweise zurückzuhalten, die sich Richtung Schauer-Kreuzung bewegen, wenn Mangbach und Weiherbach beziehungsweise im weiteren Verlauf der Kinzelsbach über die Ufer treten. Neben Rückhalteteichen und Bachbetterweiterungen sind hier auch Objektschutz und eine Änderung des Straßengefälles vorgesehen.

Ein Großteil dieser Pläne soll 2020 umgesetzt werden. Von den Gesamtkosten von drei Millionen Euro entfallen über 500 000 Euro auf die Stadt und rund 2,5 Millionen Euro auf die Stadtwerke.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren