Kulmbach
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Kulmbach chauffiert die WM-Helden durch Berlin

Am Steuer des Trucks, der die Fußball-Weltmeister am Dienstag durch Berlin fuhr, saß Friedrich Thunsdorff von der Verkehrsakademie. Das Unternehmen im Goldenen Feld organisierte zudem den Laster, der in nur vier Tagen für die Weltmeister-Mannschaft umgebaut wurde.
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Beim WM-Truck, der gestern durch Berlin fuhr, saß Friedrich Thunsdorff von der Kulmbacher Verkehrsakademie am Steuer. Foto: Soeren Stache/dpa
Beim WM-Truck, der gestern durch Berlin fuhr, saß Friedrich Thunsdorff von der Kulmbacher Verkehrsakademie am Steuer. Foto: Soeren Stache/dpa
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Das Gefühl, den Truck mit der Weltmeister-Mannschaft gesteuert zu haben, das kann Friedrich Thunsdorff gar nicht beschreiben. Der 51-jährige Mitarbeiter der Kulmbacher Verkehrsakademie chauffierte am Dienstag die WM-Elf durch die Menschenmassen zum Brandenburger Tor.

"Das war etwas ganz Einmaliges. Das muss ich erst ein, zwei Tage setzen lassen, um es zu begreifen", erklärte Thunsdorff gegenüber unserem Portal, das ihn auf der Rückreise nach Kulmbach auf dem Handy erreichte.

Von der Polizeidirektion 3 in der Kruppstraße in Berlin brachte Thunsdorff die Spieler zum Brandenburger Tor. In die Kruppstraße waren die Fußballer noch mit dem Bus gekommen, ehe sie dann auf den offenen Truck umstiegen.

4,6 Kilometer waren es bis zum Wahrzeichen der Bundeshauptstadt. 4,6 Kilometer, für die Thunsdorff zwei Stunden brauchte. Und höchste Konzentration. "Bei so vielen Menschen muss man unheimlich aufpassen." Ein Lob gab es für die Berliner Polizei, die dafür gesorgt habe, dass er "mit dem großen Truck auch um die Ecken gekommen ist".

Die Stimmung sei unglaublich gewesen, die Leute hätten geschrien und gejubelt. "Zuerst habe ich gedacht, die winken mir", scherzt der 51-Jährige. Beim Brandenburger Tor angekommen, stiegen die Fußballer aus - der Job für Friedrich Thunsdorff war erledigt. "Ich bin zurückgefahren, habe den Auflieger sauber und mich auf den Weg nach Kulmbach gemacht."

Kamera auf dem Schiebedach

Persönlich getroffen hat er die Fußball-Stars nicht. "Es gab leider keinen Kontakt mit den Spielern." Wohl aber die Möglichkeit für Fotos. Die machte der Mann, der in Schwarzenbach/Saale lebt, über eine kleine Kamera, die er auf das Schiebedach des Trucks montierte und in Pausen über Funk auslöste.

Dass die Kulmbacher Verkehrsakademie den Lkw-Auflieger organisieren würde, von dem aus die deutschen WM-Helden den Fans in Berlin zuwinkten, wusste Geschäftsführer Thilo Holthaus bis vergangenen Mittwoch nicht. Damals, nur Stunden nach dem gewonnenen Halbfinale gegen Brasilien, gab es einen Anruf von Daimler - der Konzern war auf der Suche nach einem Truck mit offenem Auflieger für die WM-Elf. "Doch den gab es europaweit nicht", sagt Holthaus.

Eine Lösung musste her. Die fand sich mit dem emsländischen Fahrzeughersteller Krone. "Die waren verrückt genug, das zu machen", erklärt Thilo Holthaus. Das Unternehmen baute in nur vier Arbeitstagen mit einem Team von mehr als 30 Ingenieuren und Fachleuten den Eventauflieger.

Die Mitarbeiter der Verkehrsakademie übernahmen für Mercedes-Benz, dem Hauptsponsor des DFB, die komplette Logistik für das gigantische Fanprojekt. Alles passte, sogar das Kennzeichen : GER-WM 4. "Die 4 steht für den vierten Stern und für die vier Tage, in denen der Truck umgebaut wurde", so Thilo Holthaus.

Ein bisschen bedauert Holthaus, dass Kulmbacher Kennzeichen am Truck nicht zu sehen war. "Da wurde ,Champion' drüber gemacht."

Dienstag Abend wird der Truck mit Fahrer Thunsdorff in Kulmbach erwartet. Doch schon am Mittwoch geht es weiter nach Stuttgart zu einem Foto-Termin.

Und der nächste Termin für den WM-Truck steht auch schon fest: der Truck-Grand-Prix am Wochenende am Nürburgring.
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