Kulmbach
Pilotprojekt

Kulmbach bekommt Gigabit

Beim schnellen Internet wird noch mal draufgesattelt. Die Stadt ist eine von sechs Modellkommunen in Bayern.
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Pilotprojekt: Kulmbach bekommt ein Glasfasernetz der neuen Generation.  Hier sollen hochleistungsfähige Internetverbindungen mit Übertragungsraten  bis ein Gigabit  pro Sekunde möglich sein.  Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
Pilotprojekt: Kulmbach bekommt ein Glasfasernetz der neuen Generation. Hier sollen hochleistungsfähige Internetverbindungen mit Übertragungsraten bis ein Gigabit pro Sekunde möglich sein. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Nachdem in Kulmbach viel gerätselt worden war, wurde am Donnerstagabend im Rathaus erstmals die konkrete Planung für den Uni-Campus auf dem Güterbahnhofsgelände vorgestellt (hier geht's zum Bericht auf inFranken.de). Für die Diskussion über die Zukunft der Stadt nahm sich der Stadtrat eineinhalb Stunden Zeit. Das war die Kür - anschließend musste noch die Pflicht erledigt werden.

So wird beim schnellen Internet in Kulmbach noch mal draufgesattelt. Die Stadt nimmt als eine von sechs Kommunen im Freistaat am Pilotprojekt zum Ausbau der Glasfaserversorgung auf dem Land teil. Bis 2025 soll im Rahmen von "Bayern Digital II" der Ausbau einer gigabitfähigen Infrastruktur erfolgen.

Halbe Million Euro Fördermittel

Der Einstieg in den Netzausbau der nächsten Generation bringt Kulmbach laut Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) Fördermittel in Höhe von 500.000 Euro. Der Stadtrat genehmigte die Bereitstellung von 50.000 Euro Eigenmitteln.

Damit soll die in weiten Teilen des Stadtgebiets vorhandene sehr gute Breitbandinfrastruktur weiter optimiert werden. Durch die NGA-Netz-Technologie, so hieß es, seien Übertragungsraten von mindestens ein Gigtabit pro Sekunde für gewerbliche Kunden möglich. Bei Privatanschlüssen könne man 200 Megabit pro Sekunde erreichen.

Ireks baut Technikum

Eine große Investition plant die Ireks GmbH. In der Lichtenfelser Straße 20 soll ein Forschungstechnikum errichtet werden. Der Stadtrat gab am Donnerstag grünes Licht für das Projekt, und OB Schramm betonte: "Die Investition ist ein Bekenntnis der Firma Ireks zum Standort Kulmbach."

Das international tätige Unternehmen der Nahrungsmittelbranche - bekannt unter anderem durch Backzutaten und Braumalze - investiert für das Technikum nach eigenen Angaben zirka 13 Millionen Euro. Die geplante Bauzeit beträgt zwei Jahre. Das fünfgeschossige und 21 Meter hohe Gebäude mit Backstube, Laboren und einer Nutzfläche von 2628 Quadratmetern wird an den bestehenden Gebäudekomplex angebaut.

Neue Toiletten in Ziegelhütten

Gebaut wird in absehbarer Zeit auch an der Hans-Edelmann-Schule in Ziegelhütten. Im Altbau wird die dringend notwendige Erneuerung der Toiletten - Kosten 98.000 Euro - in Angriff genommen. Die Aufträge an die Handwerker sind bereits rausgegangen.

Die Stadt hat mit der Bahn AG einen Mietvertrag geschlossen, um die frühere Bahnhofsgaststätte "Bockela" als Jugendzentrum zu nutzen. Damit sich das Projekt nicht verzögert, wurde das Gebäude bereits ausgeräumt. Nun beginnt die Renovierung, deren Kosten auf 150.000 Euro geschätzt wurden. Um den Brandschutz kümmert sich die Bahn, so dass es ab Februar mit den Elektro- und Sanitärarbeiten weitergehen kann.

Keine Genehmigung

Keine Genehmigung gab es dagegen für ein privates Bauvorhaben in Forstlahm. Einstimmig abgelehnt wurde ein Wohnhausanbau im Tiefenbacher Weg 9. Laut Verwaltung werden erstens die Abstandsflächen nicht eingehalten. Zweitens sei hier im "faktischen Überschwemmungsgebiet" eine hochwasserangepasste Bauweise notwendig.

Angehen will die Stadt die Hochwasserfreilegung des Kinzelsbachs, der bei Starkregen regelmäßig die Bayreuther Straße überflutet. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten - einschließlich Ertüchtigung des Abwassersystems - auf 45 Millionen Euro. Um konkret planen zu können, werden die Ingenieurleistungen europaweit ausgeschrieben.

Vorangetrieben wird auch die Sanierung der früheren Hausmülldeponie in der Blaich. Folgender Zeitplan ist vorgesehen: Das Büro Rupp, Neustadt am Kulm, erstellt die Ausschreibungsunterlagen für die Feld- und Laboruntersuchungen, die im Sommer durchgeführt werden. Im Winter sollen die Ergebnisse vorliegen.

400.000 Euro für die Feuerwehr

Die Kulmbacher Feuerwehr bekommt ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Das neue HLF 10 kostet 400.000 Euro. Das bisherige Fahrzeug aus dem Jahr 1980 verfüge nicht über die heute notwendige Ausstattung, und die Ersatzteilversorgung sei zunehmend schwierig. Die Finanzierung ist gesichert: Zwei Drittel bezahlt die Stadt. Der Rest sind Zuschüsse.



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