Kulmbach
Einkaufsstadt

Kulmbach bekommt den nächsten Drogeriemarkt

Der Trend setzt sich fort. Drogeriemärkte meiden die Innenstadt. Nach dm und Müller siedelt sich nun auch Rossmann im Außenbereich an. Ein altes Gebäude der früheren Kosmetikfirma Dressin muss dafür weichen.
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Dort, wo einst Dressin war, lässt sich der Drogeriemarkt Rossmann nieder. Das alte Gebäude des Pharma- und Kosmetikherstellers muss für den Neubau weichen. Im Hintergrund ist links der Edeka-Markt in der Straße Am Goldenen Feld zu sehen.  Foto: Alexander Hartmann
Dort, wo einst Dressin war, lässt sich der Drogeriemarkt Rossmann nieder. Das alte Gebäude des Pharma- und Kosmetikherstellers muss für den Neubau weichen. Im Hintergrund ist links der Edeka-Markt in der Straße Am Goldenen Feld zu sehen. Foto: Alexander Hartmann

Einen Drogeriemarkt findet man in der Innenstadt nicht mehr. Schlecker und Fuchs sind längst von der Bildfläche verschwunden, nach dm hat sich im Jahr 2016 auch der Müller-Markt ins Subzentrum an der Albert-Ruckdeschel-Straße verabschiedet.

Weiteres Subzentrum

Nun bekommt die Stadt Kulmbach einen weiteren Drogeriemarkt, der auch nicht in die Innenstadt geht, sondern sich auf einem Areal niederlässt, das sich mehr und mehr zu einem weiteren Subzentrum entwickelt. Im kommenden Jahr will die Dirk Rossmann GmbH Am Kreuzstein eine Filiale errichten, dort, wo sich einst der große Pharma- und Kosmetikhersteller Dressin befunden hat.

Es werden mehr...

Seit dem Dressin-Konkurs Mitte der 90er-Jahre fristete das Areal lange Zeit ein Schattendasein. 2004 ließ sich dort der Lebensmitteldiscounter Lidl nieder, der nun Edeka und auf der anderen Straßenseite eine Apotheke als Nachbarn hat. Jetzt kommt auch Rossmann, ein Unternehmen, das schon mal in Kulmbach war. Bis 2011 war es eines der Zugpferde im Einkaufszentrum Fritz. Dann hat man Kulmbach verlassen.

Warum nun die Rückkehr?

Die Frage, warum Rossmann sieben Jahren nach dem Rückzug wiederkommt, kann Josef Lange, der für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, nicht beantworten. "Die sind uns nicht bekannt. Es gibt darüber keine Aufzeichnungen", sagt der Pressesprecher und führt zum jetzigen Vorhaben an: "Unsere Expansion hat in Kulmbach diesen interessanten Standort gefunden."

Den Neubau, in den die Drogeriekette einzieht, errichtet die DR Immobilien-Gesellschaft. Derzeit wird das Gelände für die Abbrucharbeiten vorbereitet. "Die Entkernung des Gebäudes schreitet voran. Voraussichtlich werden die Abbrucharbeiten bis zum Ende diesen Jahres andauern", stellt Lange fest.

750 Quadratmeter

Wohl im Frühjahr wird mit dem Bau der Rossmann-Filiale begonnen. Der Drogeriemarkt wird eine Verkaufsfläche von 750 Quadratmetern haben. "Sechs bis zwölf Mitarbeiter werden beschäftigt. Die genaue Zahl können wir noch nicht sagen", betont Lange.

Das sagen die "Einzelhändler"

Dass Rossmann nicht in die Innenstadt geht, sondern sich Am Kreuzstein niederlässt, bedauert Alexandra Hofmann, die Sprecherin der Händlervereinigung "Unser Kulmbach". Für die Einkaufsstadt wäre der namhafte Drogeriemarkt im Zentrum ein Gewinn gewesen, sagt sie. Zumal die Kette nicht nur Drogerieartikel, sondern beispielsweise auch Schreibwaren und Erfrischungsgetränke im Sortiment habe. Die Sprecherin von "Unser Kulmbach" weiß aber, dass große Filialisten ihre eigene Strategie verfolgen, dass sie oft raus aus der Innenstadt und rein in Versorgungszentren wollen. Eingeschossig müssten die Geschäfte sein, genügend Parkplätze vor dem Haus zur Verfügung stehen.

Stellflächen gibt es zwar en masse auch am neu gestalteten EKU-Platz, das dortige Geschäftshaus, in dem der Müller-Mark untergebracht war, hat aber mehrere Stockwerke und ist so für Drogerien offenbar nicht interessant.

Stadt Kulmbach hat es versucht

Diese Erfahrung hat auch die Stadt Kulmbach gemacht. "Wir haben, als wir vom Auszug von Müller gehört haben, zusammen mit der Wirtschaftsförderung sofort versucht, andere Drogeriemärkte für das Gebäude zu gewinnen", sagt Pressesprecher Simon Ries. Auch mit Rossmann habe man das Gespräch gesucht. Ries: "Es wurde aber klar signalisiert, dass Standort in der Innenstadt nicht infrage kommt."

Alexandra Hofmann bedauert die Entwicklung, die die Innenstadt schwäche. Sie bedauert, dass viele Städte großen Unternehmen den Hof machen, diese auf den Außenstandorten aber nicht die gleichen Auflagen wie der Einzelhandel in der Innenstadt zu erfüllen hätten.

Darauf setzt der Einzelhandel

Die Kulmbacher Einzelhändler setzten in ihrem Überlebenskampf auf ein besonderes Merkmal, sagt sie. Es sei die Individualität der Läden, die auch von Kunden aus Hof und Bayreuth geschätzt werde. Hofmann: "Das ist ein Pfund, mit dem wir noch mehr wuchern müssen."



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