Kulmbach
Interview

Kulinarik war schon immer sein Thema

Ein Gespräch mit Norbert Heimbeck, dem neuen hauptamtlichen Geschäftsführer der Genussregion Oberfranken.
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Norbert Heimbeck, Geschäftsführer der Genussregion Oberfranken.Werner Reißaus
Norbert Heimbeck, Geschäftsführer der Genussregion Oberfranken.Werner Reißaus
Die Genussregion Oberfranken hat seit Anfang Juni einen hauptamtlichen Geschäftsführer. Die Aufgabe von Norbert Heimbeck, der seinen Sitz im Landratsamt Kulmbach hat, wird es sein, das Netzwerk der Produzenten, Experten und Institutionen aus allen Lebensmittelbereichen noch besser zu verbinden und die Genussregion auch nach außen als ständiger Ansprechpartner zu vertreten. Wir haben mit Norbert Heimbeck gesprochen.

Herr Heimbeck, war es für Sie ein langer Entscheidungsprozess, sich für die Aufgabe zu entscheiden?
Ich bin ja gelernter Journalist und habe 36 Jahre lang Tageszeitung gemacht. Ich bin Mittelfranke von Geburt und Oberfranke aus Leidenschaft, und deshalb fiel mir die Entscheidung auch nicht schwer. Als das Angebot kam, war es relativ schnell klar, dass ich diese unheimlich reizvolle Aufgabe übernehmen möchte .

Was hat Sie an der Aufgabe besonders gereizt?
Ich kann damit meine Arbeit, die ich als Journalist gemacht habe, fortsetzen. Nämlich über Essen und Trinken zu berichten, spannende Produzenten aufzusuchen und deren Geschichten zu erzählen. Ich bin ja auch ehrenamtlich bei Slow-Food engagiert. Da ist unser Hauptanliegen, dass wir gute, saubere und faire Lebensmittel wollen. Es soll wohlschmeckend sein, sauber heißt, ohne übermäßige Beeinträchtigung der natürlichen Ressourcen, und fair heißt, es sollen die Produzenten vernünftig entlohnt werden und die Verbraucher gute Preise bekommen. Das sind auch die Anliegen der Genussregion Oberfranken.

Sie vertreten die Genussregion in erster Linie nach außen. Wie sehen Ihre weiteren Aufgaben aus?
Ein Thema sind die Zertifizierungsverfahren, die aktualisiert und angepasst werden müssen. Wir haben zum Beispiel von den Brauern, Bäckern und Metzgern bis hin zu den Landwirten und Käsereien Qualitätskriterien, die auch auf unserer Webseite nachzulesen sind. Wir haben aber noch nichts für Händler. Und gerade in diesem Bereich gibt es viele Menschen, die sich bemühen, die Produkte, die wir hier haben, zusammenzuführen und in ihren Märkten. Daneben gilt es, die 84 Genussbotschafter in Oberfranken, Städteführer und Touristenführer in einem sechstägigen Seminar zusätzlich zu qualifizieren. Das ist eine ganz große Aufgabe, die ganz weit oben auf der Agenda steht.

Sie waren als Vertreter der Genussregion Oberfranken auch beim Bratwurstgipfel in Pegnitz. Ist es denkbar, eine ähnliche Veranstaltung in Kulmbach zu kreieren? Die Kulmbacher Bratwürste sind ja für ihre Qualität bekannt.
Den Bratwurstgipfel sollten wir in Pegnitz lassen, denn der hat sich dort längst etabliert und ist bekannt. Aber die Idee, hier in Kulmbach was Ähnliches zu machen, ist natürlich sehr reizvoll und ich denke, da gibt es viele andere Ideen, was man daraus machen kann. Wir hatten erst kürzlich hier in Kulmbach eine lange Sitzung mit Gastronomen und haben ein Brainstorming gemacht. Es wäre schön, wenn wir sowas Ähnliches hier in Kulmbach aufziehen könnten.

Ist das Genusshaus für die Genussregion Oberfranken weiterhin ein Thema?
Es ist weiterhin im Kopf, und es gibt in verschiedenen Kommunen von Hof bis Staffelstein rüber Ideen, so etwas zu machen.

Für das Genusshaus liegt ja Kulmbach als Sitz nahe mit all den Zentren, die bereits hier ansässig sind.
Ich bin nicht der Meinung, dass wir ein Genusshaus für ganz Oberfranken brauchen. Im Gegenteil, ich finde es hübsch oder schöner, wenn wir eben in verschiedenen Orten verschiedene Minizentren hätten. Heute hat ja jeder sein Smartphone auf Dauer einstecken, eine charmante Idee ist ja auch diese Oberfranken-App, die von der Regierungspräsidentin angesprochen wurde. Dann können Touristen und Konsumenten einfach sehen, wo es was Schönes gibt.

Man merkt, Sie stecken voller Ideen und Begeisterung.
Das ist ja auch mein Thema, das ich schon als Journalist immer begleitet habe. Es ist für mich jetzt zwar eine völlig neue Aufgabe, aber ich war schon immer kulinarisch unterwegs.
was sagen sie zu diesem Thema?
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