Kulmbach
Symposium

Künstler auf der Plassenburg sind eine inspirierende Gemeinschaft

19 Künstler haben am Symposium auf der Kulmbacher Plassenburg teilgenommen. Ab morgen können ihre Werke bestaunt werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Margot Brünig liebt es, in der Großen Hofstube konzentriert arbeiten zu können.  Foto: Uschi Prawitz
Margot Brünig liebt es, in der Großen Hofstube konzentriert arbeiten zu können. Foto: Uschi Prawitz
+1 Bild

In der Großen Hofstube der Plassenburg wird seit vergangenem Freitag wieder fleißig gemalt, skizziert und Neues ausprobiert. 19 Männer und Frauen sind der Einladung des Bunds Fränkischer Künstler gefolgt und haben in einer inspirierenden Gemeinschaft neue Kunstwerke erschaffen. Diese werden der Öffentlichkeit morgen um 11.15 Uhr bei einer Vernissage präsentiert.

"Ich bin immer auf der Suche nach einer Malenergie", erklärt Margot Brünig aus Nürnberg. "Das Künstlersymposium ist für mich ein geschützter Raum, hier kann ich die Energie der Mitschaffenden aufnehmen und konzentriert arbeiten, habe viel Platz und kann mich ausprobieren."

Die Liebe zur Zweideutigkeit

Mit großflächigen Bildern gibt sie ihrer Liebe zur Zweideutigkeit Ausdruck, sieht ihre Arbeiten unter dem Titel "Ich kann es nicht mehr sehen" durchaus politisch. "Ich zoome immer näher heran, und kann das Woher und Wohin dennoch nicht erschließen."

Ebenfalls mit einer konkreten Aussage präsentiert sich Klaus Klein aus Rümmelsheim. In Oberfranken geboren, kehrt er so oft es ihm möglich ist in seine fränkische Heimat zurück. "Hier treffe ich bekannte Gesichter, lerne neue Leute kennen und kehre jedes Mal voll neuer Eindrücke und Ideen nach Hause zurück", schwärmt der Maler vom Symposium.

Zwei Quadratmeter Strand

Bei einem Urlaub in Apulien kam ihm die Idee zu seinem großflächigen Bild "2 Quadratmeter Strand". "Der steigende Meeresspiegel liefert zwar schöne Bilder, ist aber eine akute Bedrohung." Mit Kork, Styropor und Seidenpapier hat er ein haptisches Werk geschaffen, bei dem Anfassen durchaus erlaubt ist. "Ich male für gewöhnlich realistisch, aber mit ‚bösen' Hintergründen", sagt Klaus Klein.

Ganz ohne bösen Hintergedanken sind die abstrakten Bilder von Helga Hopfe aus dem Landkreis Kulmbach. In Rot- und Blautönen erschafft sie Räume, die gleichermaßen harmonisch wie gegensätzlich wirken und der Fantasie keine Grenzen setzen. "Ich muss mich beherrschen, mal nicht figürlich zu malen", lacht die Künstlerin, die ihre Vorliebe für grafische Elemente auch in der neuen Bildreihe nicht verbergen kann.

Romantik pur

Romantisch sieht hingegen Christel Gollner ihre Welt, dieses Mal zeigt sie vier große Bilder mit landschaftlichen Eindrücken aus Bayreuth. Fotos dienen ihr dabei als Stütze. Farbenfroh entführt sie den Betrachter zu unterschiedlichen Jahreszeiten in Eremitage und Hofgarten.

Das Künstlersymposium gipfelt zwar in einer wunderbaren, vielseitigen Ausstellung, dient aber den Künstlern selbst als Plattform für Austausch und zum Ausprobieren neuer Dinge. Jeden Tag stellen sich drei den restlichen Anwesenden in einem Rundgang vor, berichten über ihre Vita, ihre Techniken, ihre Beweggründe. Wie etwa die Französin Annick Servant, die nach eigener Auskunft schon länger in Franken lebt als in Frankreich. Über die Kunsttherapie kam sie zur Malerei, sie arbeitet mit Impressionen. "Was ich im Innern habe, kommt raus, ob wild oder sanft", erklärt sie. Damit hat sie das Ureigene eines Künstlers mit knappen Worten zusammengefasst.

Das sind die Künstler

Den Ausstellungsbesucher erwarten vielschichtige Werke. Die in diesem Jahr teilnehmenden Künstler sind Ursula Bock, Brigitte Böhler, Margot Brünig, Karin Dietel, Christel Gollner, Helga Hopfe, Hans-Dieter Jandt, Angelika Kandler-Seegy, Martina Karsch, Klaus Klein, Heike Knoll, Marion Kotyba, Rose Meerwein, Anneliese Raab, Steffi Rodigas, Katja Schafarik, Christa Schomers, Annick Servant sowie ein Gastkünstler aus Russland.

Die Ausstellung ist vom 12. Oktober bis zum 2. November geöffnet.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren