Kulmbach
Jubiläum

Kraftfahrer-Schutz Kulmbach feiert 65-Jähriges

Der Kraftfahrer-Schutz Kulmbach feierte sein 65-jähriges Bestehen. Motor des Vereins ist seit 40 Jahren der langjährige Ortsverwalter Reinhard Baumgartner.
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Reinhard Baumgar ist der "Motor" des KS und immer für seine Mitglieder da. Fotos: Sonja Adam
Reinhard Baumgar ist der "Motor" des KS und immer für seine Mitglieder da. Fotos: Sonja Adam
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Reinhard Baumgartner ist in Kulmbach und der gesamten Umgebung als "Mr. KS" bekannt. Und auch mit über 80 Jahren hält er noch das schwarz-gelbe KS-Schild hoch. Der KS ist seine Lebensaufgabe geworden. "Ich habe immer versucht, den Menschen zu helfen", sagt Baumgartner. Immer wieder auch Leuten, die nicht einmal beim KS versichert waren.

Seit mehr als vierzig Jahren hat Baumgartner in der Ortsverwaltung Verantwortung übernommen und den KS geprägt. Bei der Jubiläumsveranstaltung erzählte Reinhard Baumgartner Anekdoten aus 1001 Situationen, in denen der Verein helfen konnte. "Der KS Kulmbach ist ein geselliger Ortsverein", zeigte sich Baumgartner zufrieden. Persönlich kam Reinhard Baumgartner durch einen eigenen Schaden zum KS. "Ich fahre vorsichtig. Aber vor sechzig Jahren hatte ich einen Unfall. Die Sonne hatte geblendet, plötzlich läuft mir einer ins Auto.
Ich hatte außer Prellungen nichts, der andere war auch nur ein bisschen am Knie verletzt", erzählt Baumgartner.

Vorsichtshalber wurde er ins Krankenhaus gebracht. Und als beim Unfallgegner der Verband runter kam, musste das Bein amputiert werden. Denn eine Infektion hatte sich gebildet. "Das war ein junger Kerl. Ich sollte 14 Tage ins Gefängnis, laut Strafbefehl", erinnert sich Baumgartner an das Horrorerlebnis. Baumgartner klagte auf eigene Kosten. Und seitdem weiß er, wie schnell man auch als friedliebender Mensch in einen Rechtsstreit geraten kann.

Fehler und Spitzfindigkeiten

Baumgartner berichtet von falschen Zahnbehandlungen und Menschen, die am falschen Bein operiert worden sind, von Wasser- und Brandschäden und auch von versicherungsrechtlichen Spitzfindigkeiten: "Wenn man einen Teppich in eine Wohnung legt, ist es Hausrat. Wenn er verklebt ist, gehört er zum Gebäude. Denn alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist, gehört zum Grundstück."

Im Laufe seines KS-Betreuer-Lebens hat Baumgartner viel erlebt. "Es gibt bereits über 80.000 Gesetze und Verordnungen und täglich werden es mehr. Mehr als zwei Millionen Zivilklagen gehen jährlich bei Gerichten ein", berichtet Baumgartner. "Als ich ein junger Obermeister war, gab es sechzig Schuhmachereien und fünf Rechtsanwälte. Heute haben wir über sechzig Rechtsanwälte, aber keine fünf Schuhmacher mehr."

Gegründet wurde der Automobilclub im Jahre 1935 unter dem Namen "Fakulta e.V.". Damals handelte es sich um einen sozialen Unterstützungsverein für Berufskraftfahrer. In den fünfziger Jahren benannte sich der Club dann in "Berufskraftfahrer-Schutz Fakulta e.V." um, und schon kurze Zeit später öffnete sich der Club auch für Autofahrer. Den heutigen Namen gab sich der KS 1961. Und bereits seit 1964 existiert die Rechtsschutzversicherungsgesellschaft.

Doch der KS hat auch andere Dinge bewirkt: Er setzt sich für Prävention ein, hat bei der Gründung der Verkehrswacht aktiv mitgearbeitet, die Notrufsäulen mitfinanziert, Fahrräder für die Jugendverkehrsschule beschafft und Lehrmaterial für Kindergärten finanziert.

"Die Ortsverwaltung Kulmbach gehört zu den erfolgreichsten im ganzen Bundesgebiet", lobte der Vizepräsident des KS, Bernhard Leutner. Grußworte sprachen SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures, Bezirksrat Klaus Förster (FW), Dritter Bürgermeister Frank Wilzok (CSU) und stellvertretende Landrätin Christina Flauder (SPD).

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