Krögelstein
Erneuerbare Energien

Kommt bei Krögelstein riesige Freiflächenanlage?

Bei Krögelstein könnte, angrenzend an das Gemeindegebiet Wonsees, ein bis zu 50 Hektar großer Solarpark entstehen. Nachdem ein Windpark am Bürgerprotest gescheitert war, werden nun wohl die Anwohner befragt.
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Große Freiflächenanlagen gibt es auf Wonseeser Gemeindegebiet an der Autobahn bei Eeulersdorf. Im Hintergrund ist die Gemüsefarm zu sehen. Jetzt könnte auf dem Gebiet der Nachbarkommune Hollfeld bei Krögelstein ein riesiger Solarpark entstehen.  Foto: Alexander Hartmann
Große Freiflächenanlagen gibt es auf Wonseeser Gemeindegebiet an der Autobahn bei Eeulersdorf. Im Hintergrund ist die Gemüsefarm zu sehen. Jetzt könnte auf dem Gebiet der Nachbarkommune Hollfeld bei Krögelstein ein riesiger Solarpark entstehen. Foto: Alexander Hartmann

Er könnte bis zu 50 Hektar groß werden - der Solarpark bei Krögelstein, den mehrere Anbieter für erneuerbare Energien an der Gemeindegrenze zu Wonsees errichten wollen. Im Hollfelder Stadtrat war in der Oktober-Sitzung über das Vorhaben emotional diskutiert worden - die Debatte wurde schließlich abgebrochen, um erst einmal fraktionsintern darüber zu beraten.

Werden Bürger gefragt?

Der Solarpark wird in der nächsten Stadtrats-Sitzung erneut auf der Tagesordnung stehen. Wie Bürgermeisterin Karin Barwisch (Bürgerforum) mitteilt, haben sich die Fraktionssprecher inzwischen auf das weitere Vorgehen verständigt. Demnach soll dem Stadtrat vorgeschlagen werden, eine Bürgerversammlung abzuhalten, um die direkt betroffenen Krögelsteiner nach ihrer Meinung zu fragen. "Wir sollten uns ein Stimmungsbild verschaffen", sagt Barwisch, auch aufgrund der Erfahrungen, die man in Hollfeld bei den Plänen für einen Windpark gemacht habe. Das Vorhaben war 2015 unter anderem wegen des vehementen Protestes einer Bürgerinitiative gescheitert.

Es gibt Gegenwind

Die Bürgermeisterin weiß, dass es auch beim Solarpark Gegenwind gibt. Kritik kommt vor allem von Landwirten, die beklagen, dass "gute Böden", die für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden, mit Solarmodulen zugepflastert würden. Ein Aspekt, der von CSU-Sprecher Michael Schatz auch in der Oktober-Sitzung des Stadtrats angeführt worden war. Kritik hatte es auch an der gewaltigen Dimension des Solarparks gegeben.

Mehrere Interessenten

Das vorgesehene Areal, das sich zwischen Krögelstein und dem Wonseeser Ortsteil Feulersdorf befindet, ist im Flächennutzungsplan derzeit als Vorbehaltsfläche für Wind ausgewiesen, laut Barwisch aber auch für die Freiflächenanlage geeignet. Es sei ein Gebiet, das sich in einer Senke befinde und weder von Feulersdorf noch von Krögelstein einsichtbar sei. Auch eine Blendwirkung könne ausgeschlossen werden, sagt Barwisch, nach deren Worten sich neben der Naturstrom AG zwei weitere Firmen um das Vorhaben bewerben. Ob der Solarpark 40 Hektar ("Das wäre doch ganz schön viel") oder 20 Hektar groß sein würde, darüber müsse man mit den Investoren verhandeln.

Die Bürgermeisterin selbst hofft, dass die Freiflächenanlage kommt. Nachdem der Windpark bei Krögelstein gescheitert sei, würde sich so die Möglichkeit bieten, auf dem Gebiet doch noch einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Das sagt der Markt Wonsees

In Wonsees gibt es bereits große Anlagen, allen voran an der Autobahn bei Feulersdorf. "Wir haben unser Soll, was die erneuerbaren Energien betrifft, glaube ich erfüllt. Bei uns wird, was den Strom betrifft, ein Vielfaches dessen produziert, was wir selbst verbrauchen", sagt Bürgermeister Andreas Pöhner (CSU). Anträge, weitere Freiflächenanlagen auf dem Gebiet des Marktes Wonsees zu errichten, würden deshalb auch abgelehnt. Dem Projekt auf Hollfelder Seite werde man allerdings keine Steine in den Weg legen. "Wenn die Anlage keine Auswirkungen auf den Markt Wonsees hat, werden wir das Vorhaben unterstützen."

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