Ludwigschorgast
Politik

Kohnen schwört SPD in Ludwigschorgast auf Zusammenhalt ein

Die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen schwört die Sozialdemokraten beim Jubiläum des Ortsvereins Ludwigschorgast auf Zusammenhalt ein.
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Natascha Kohnen beschwor den Zusammenhalt  der SPD im bevorstehenden Landtagswahlkampf. Foto:Werner Reißaus
Natascha Kohnen beschwor den Zusammenhalt der SPD im bevorstehenden Landtagswahlkampf. Foto:Werner Reißaus
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Zum Zusammenhalt forderte die Landesvorsitzende der Bayern SPD, Natascha Kohnen, bei der 70-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins Ludwigschorgast auf. "Die Haltung der SPD in diesem Landtagswahlkampf ist gezeichnet von Solidarität und Weltoffenheit. Wir werden alles daran setzen, dass jetzt die sozialen Themen nach vorne kommen, weil die Menschen wollen, dass wir ihre täglichen Probleme beantworten", sagte die Spitzenkandidatin bei dem Kreistreffen. Sie machte deutlich, dass der Hass auf Minderheiten ein Ende haben muss: "Wir brauchen den Zusammenhalt und auch die Liebe zum anderen Menschen."


Respekt vor Männern der ersten Stunde



SPD-Ortsvorsitzender Tobias Braunersreuther darauf, dass die SPD die älteste politische Kraft in der Marktgemeinde ist und mit Stolz auf ihre Vergangenheit zurückblicken kann: "Respekt und Anerkennung verdienen die Männer der ersten Stunde für ihre Aufbauarbeit."

Grußworte sprachen Landtagsvizepräsidentin Inge Aures, die Zweitstimmenkandidaten für den Landtag, MdL Klaus Adelt und Christina Flauder, sowie Bezirkstagskandidat Holger Grießhammer.
Natascha Kohnen lobte die Arbeit des engagierten Ortsvorsitzenden Tobias Braunersreuther: "Das steckt eine Menge Arbeit dahinter." Sie erinnerte an die in der Bayerischen Verfassung verankerten Grundwerte der Sozialdemokratie wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Sie setze auf Zusammenhalt, "weil nur dann kann eine Demokratie stark sein".


Demokratie gerät ins Rutschen


Im Moment bestehe jedoch die Sorge, dass diese Demokratie ins Rutschen kommt. "Ich hätte mir in meinem Leben nie vorstellen können, dass eine Partei in den Bundestag einzieht, aus der Sätze kommen, die wir zuletzt in der finstersten Zeit unserer Geschichte gehört haben."

Die Landesvorsitzende räumte ein, dass die Sozialdemokratie im Moment keine einfache Zeit durchlebt. Mit dem Beispiel einer Rentnerin in München machte sie deutlich, dass es immer schwieriger wird, in der Landeshauptstadt bezahlbaren Wohnraum zu finden. Diese Rentnerin wohne jetzt 50 Kilometer weit weg von ihren Freunden, von ihrem sozialen Umfeld und damit ihrer Heimat. Ähnliches treffe inzwischen auch auf andere Städte wie Nürnberg, Fürth, Erlangen, Bamberg oder Forchheim zu. "Die Kommunen arbeiten wie irre dafür, Wohnungen herzubringen. Unterstützung vom Bund kriegen sie. Doch der Freistaat hat sich schlichtweg über Jahrzehnte hinweg aus dem Wohnungsbau herausgehalten."

Kohnen empfahl Ministerpräsident Markus Söder, sich einmal Artikel 106 der Bayerischen Verfassung anzuschauen: "Denn der soziale Wohnungsbau ist Aufgabe der Kommunen und des Landes. Die Städte können dem Wachstumsdruck nicht mehr standhalten." Und noch etwas forderte Natascha Kohnen: "Die ländlichen Regionen brauchen endlich eine anständige Förderung, sonst rutscht alles in die Städte, und die gehen in die Knie." Dadurch entstünden soziale Spannungen, das sei der Nährboden für Rechtspopulisten, die Ängste schürten.


Jeder fünft Kind von Armut bedroht


Ein deutliches Wort richtete Kohnen an die junge Generation: "Die Jungen sind unsere Zukunft. Wir können es nicht zulassen, dass die Kleinsten unserer Gesellschaft in Armut verfallen." In Schweinfurt oder Hof sei inzwischen fast jedes fünfte Kind von Armut bedroht.

Die Rednerin verbreitete die Sehnsucht, dass die SPD die Wende schafft. "Die Menschen brauchen die SPD. Gerechtigkeit hat ein Gesicht und dieses Gesicht müssen wir im Landtagwahlkampf vor uns tragen."

Nicht unerwähnt ließ Kohnen, dass die Jusos einen eigenen Wahlkampf führen: "Das hat es noch nie gegeben und liebe Jusos, Tausend Dank dafür, dass ihr das auf die Beine stellt."

Nach einem kurzen Streifzug durch die Historie des SPD-Ortsvereins Ludwigschorgast und den Grußworten der Gäste, unter ihnen auch 2. Bürgermeister Thorsten Schwieder, wurden die Jubiläumsfeier mit dem Singen Nationalhyme feierlich beendet.

Musikalisch umrahmt wurde das Kreistreffen vom Bläserquartett des Musikvereins Ludwigschorgast unter der Leitung von Jürgen Braunersreuther und dem Gesangverein Ludwigschorgast mit Alexander Thern am Dirigentenstab.


Treue Mitglieder geehrt


40 Jahre Helmut Schmidt, Rudolf Braunersreuther und Tobias Braunersreuther

30 Jahre Wolfgang Felgenhauer

Zehn Jahre Elli Konrad


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