Ködnitz
Tradition

Ködnitzer Kirchweih fordert Ortsburschen und Musikanten

Ortsburschen und Ortsmadla hielten wieder an jedem Haus und tanzten mit den Hausherren.
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Ein Kerwa-Tänzchen mit der Hausherrin Foto: Werner Reißaus
Ein Kerwa-Tänzchen mit der Hausherrin Foto: Werner Reißaus
"Wer hot Kerwa? Wir ham Kerwa! Wer hot Kichla? Wir ham Kichla!" So schallte es am "Kerwa"-Montag wieder durch die Straßen von Ködnitz und auch in den Einsiedlerhöfen wie Listenberg oder Reisighof. Und irgendwie sind die "Kengster" Ortsburschen und Ortsmadla zu bewundern, denn sie ließen sich auch durch das verregnete Wetter ihre "Kerwa" nicht vermiesen. Zumindest herrschte beim Umzug am Montag endlich Sonnenschein und der wurde auch benötigt, denn es war wiederum ein sehr anstrengender Tag.
Wie Lisa Mösch als Ortsmadla berichtete, wird bei jedem Haus getanzt, egal ob mit dem Hausherrn oder auch mit der Hausherrin: "Auch die restlichen Paare tanzen dann alle mit und bei den vielen Stopps gibt es immer was zu Essen und was zu trinken." Mit dabei sind immer die Kerwa-Musikanten und das waren am Montag Manfred Rosa mit der Gitarre, Alexander Dippold an der Trompete und Frank Günther am Akkordeon. Manfred Rosa ist ein Urgestein der "Kengster Kerwa": "Ich habe noch mit dem Trompeten-Kunz von Lindau zusammengespielt, dem Vater von unserem Alexander, der heute mit dabei ist." Während Manfred Rosa "imersinst" als Kerwa-Musikant durch die Straßen zieht, bekommen die anderen beiden zumindest einen kleinen "Obolus". Manfred Rosa: "Das Rumspielen gibt einem Freude und macht einfach Spaß, weil man mit jungen Leuten zusammen ist." Frank Günther, der in Neudrossenfeld zu Hause ist, fungierte am Montag als Krankheitsvertretung für Klaus Müller aus Brücklein und Alexander Dippold ist schon länger dabei: "Ich spiele ansonsten bei den Schorgasttalern, das ist meine Basiskapelle. Mein Vater, der bei Aubachtalern Musik machte, war früher als Kerwa-Trompeter bekannt. Ich spiele die Kerwa in Lindau und Leuchau mit und seit nunmehr fünf Jahren bin ich auch in Ködnitz dabei und wir haben immer einen Riesenspaß. Man sieht sich das ganze Jahr nicht und zur Kerwa ist es quasi so, wie wenn man sich nie aus den Augen verloren hat." Die Musikanten müssen wie die Ortsburschen auch trinkfest sein. Dazu Alexander Dippold: "Am Ende des Tages kommen schon ein paar Schnäpse zusammen."
Unser Mitarbeiter hatte die Ortsburschen und Ortsmadla bei ihrem Stopp "Am Röslein" besucht, dort warteten die Bewohner schon auf deren Besuch. Christian Hauffe gestand: "Heute braucht man als Ortsbursch den richtigen Magen, denn man muss alles vertragen. Wenn wir abends fertig sind, essen wir im Sportheim noch alle zusammen ein Krenfleisch, ob es einen Sinn hat oder nicht."
Mit Christian Schuberth ist ein Ortsbursch aus Kauerndorf dabei, der durch seine Freundin und den Fußball nach Ködnitz kam und seit nunmehr fünf, sechs Jahren dabei ist. Auf ihn wartet eine weitere, harte Woche, denn am kommenden Wochenende ist in Fölschnitz Kerwa und auch da ist er mit von der Partie. Wann die Pause nach den anstrengenden Tagen kommt, da lässt Christian Schuberth nur ein kurzes "Danach" verlauten, wann immer das ist. Diese 14 Tage "schlauchen" gewaltig und nicht von ungefähr haben die "Kengster" Fußballer mal wieder ihr Heimspiel gegen die Fortunen aus Untersteinach verloren.
Am Rande beobachtet Dritter Bürgermeister Heinz Mösch interessiert das lustige Treiben: "Ich war ja früher selbst Ortsbursch, wie es in Ködnitz bis heute üblich ist. Es war eine ganz tolle Zeit und es gab dabei auch viele schöne Erlebnisse." Rei.

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