Kulmbach
Zweckverband

Klinikum Kulmbach weiter auf Wachstumskurs

Der Zweckverband des Kulmbacher Klinikums hat in seiner Sitzung am Montagnachmittag den neuen Wirtschaftsplan verabschiedet.
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Das Klinikum Kulmbach wurde heuer als einziges Haus in Oberfranken für die umfassende Notfallversorgung eingestuft. Foto: Katrin Geyer
Das Klinikum Kulmbach wurde heuer als einziges Haus in Oberfranken für die umfassende Notfallversorgung eingestuft. Foto: Katrin Geyer

"Im Wettbewerb mit anderen Kliniken sind wir positiv aufgestellt, unser Klinikum weist einen hohen medizinischen und pflegerischen Standard auf", bekräftigte Landrat Klaus Peter Söllner. Das belege auch die Einstufung in die höchste Stufe der Notfallversorgung, die sogenannte umfassende Notfallversorgung im Jahr 2019. "Damit sind wir das einzige Haus in Oberfranken, dem die umfassende Notfallversorgung bestätigt wurde."

Sowohl dem Landrat als auch Oberbürgermeister Henry Schramm ist es wichtig, das Klinikum für die Zukunft in öffentlicher Trägerschaft zu sichern. Dafür müssten einerseits enorme Summen investiert werden, andererseits gewähre der Freistaat auch zahlreiche Förderungen. "Im März 2018 gab es eine neue Tarifeinigung im Bereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst, dem wohl die meisten Mitarbeiter unterliegen", erklärte der Landrat. Diese sieht eine durchschnittliche lineare Erhöhung der Löhne von 3,1 Prozent ab März 2019 vor. Weiterhin fanden für die Ärzte im Frühjahr Tarifverhandlungen statt, das Ergebnis ist eine Erhöhung der Entgelte um 2,5 Prozent rückwirkend ab dem 1. Januar 2019.

Aus dem Bereich Personal gab es noch mehr zu berichten. Ab 2020 soll nämlich die Pflegeausbildung auf eine generalistische Ausbildung umgestellt werden. Das bedeutet, dass Kranken- und Altenpflegeausbildung miteinander verknüpft werden.

1584 Beschäftigte

Im Stellenplan 2019 sind 1217,86 Stellen ausgewiesen, eine Steigerung um 45,55 Planstellen im Vergleich zum Vorjahr. "Insgesamt sind derzeit 1584 Bedienstete am Klinikum mit der Fachklinik Stadtsteinach beschäftigt", berichtete der Landrat, die abweichende Zahl ergebe sich aus den Teilzeitkräften. Damit ist das Klinikum weiterhin größter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Region.

In den letzten Jahren wurde viel Geld in das Klinikum investiert, und weitere Investitionen sind vorgesehen. Im ersten Teil des 9. Bauabschnitts wurde die Fördersumme auf 34 028 080 Euro erweitert; 2019 sollen 12,95 Millionen für den ersten Bauschritt ausgegeben werden. Für die Erweiterung des Neubaus Süd um ein fünftes Obergeschoss (zweiter Teil des 9. Bauabschnitts) sollen sich die Arbeiten nahtlos an den 1. Bauabschnitt anschließen. Hierfür sind 2019 Ausgaben in Höhe von acht Millionen Euro geplant. "Wir sind dem Freistaat Bayern sehr dankbar für die enormen Subventionen", sagte Söllner.

Doch auch nicht förderfähige Baumaßnahmen standen und stehen an. So wurde im November 2018 beschlossen, die Küche zu erweitern, um den gestiegenen Patienten- und Mitarbeiterzahlen gerecht zu werden. "Unsere Küche ist top, und diese Stärke wollen wir nicht aufgeben", sagte der Landrat und verwies darauf, dass man am Klinikum Kulmbach entgegen aller Trends an der bewährten Speisenzubereitung, nämlich frisch vor Ort kochen, festhalten wolle.

Weiterhin wurden Investitionen in Höhe von 3,5 Millionen Euro in die Medizintechnik getätigt. Unter anderem wurde davon "Da Vinci" angeschafft. Hierbei handelt es sich um eine Roboter assistierte Chirurgie, die zum Beispiel von Urologen eingesetzt wird. "Die ersten vier Operationen wurden bereits durchgeführt", erklärte Geschäftsführerin Brigitte Angermann.

25 400 Patienten

Sie war es auch, die das Haushaltsvolumen des Klinikums vorstellte. "Insgesamt 187 339 050 Euro, das sind 19 Millionen mehr als im Vorjahr." Als stationäre Zugänge wurden für dieses Jahr 25 400 Patienten (686 mehr als im Vorjahr) angesetzt, die Patientenzahlen im Reha-Bereich der Fachklinik Stadtsteinach blieben weitgehend konstant. "Für die Beschaffung von Geräten, Einrichtungsgegenständen, IT und Ähnliches wurden für die beiden Betriebsstätten 2,4 Millionen Euro angesetzt, für die in gleicher Höhe pauschale Fördermittel zur Verfügung stehen", erläuterte die Geschäftsführerin. Unter anderem werde eine digitale Pflegeakte eingeführt.

OB Henry Schramm bedankte sich bei den Mitarbeitenden für deren Einsatz und das Verständnis für die Unannehmlichkeiten durch die Baumaßnahmen. "Wir wollen nach Abschluss der Arbeiten eine verbesserte Situation", sagte er.. Bei den Baukosten liege man gut im Rahmen; die Kostensteigerung belaufe sich auf etwa 3 Prozent. "Eine Maßnahme mit einem solchen Volumen mit einer solch geringen Steigerung abzuwickeln ist eine Kunst", zollte er den Planern Respekt.

Personalkosten Insgesamt sind 2019 voraussichtlich Personalkosten von 79,81 Millionen Euro zu erwarten, das sind 4,41 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Aufwendungen Die größten Positionen auf der Aufwandseite sind (in Millionen Euro):

Löhne/Gehälter 65,2

Sozialabgaben 11,0

Altersversorgung 3,5

Med. Sachbedarf 22,6

Instandhaltung 5,0

Abschreibungen 4,7

Verwaltungsbedarf 2,6

Energiekosten 2,2

Gebäudereinigung 1,7

Lebensmittel 1,4

Wäschereinigung 1,0

Haftpflichtversicherung 0,9

Anlagevermögen Das gesamte Anlagevermögen einschließlich Fachklinik und Wohnbereich beträgt derzeit nach Abzug der Abschreibungen 105,5 Millionen Euro. Die Bilanzsumme 2018 beläuft sich auf 168 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 49 Prozent (inklusive der Sonderposten sogar 77 Prozent).

Eigenmittel Alle Investitionen konnten aus Eigenmitteln finanziert werden, eine finanzielle Belastung für die Stadt und den Landkreis ist daher weiterhin nicht nötig.

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