Wirsberg
Ehrenamt

Klare Zielsetzungen für die Marktgemeinde Wirsberg

Jochen Trier will Bürgermeister in Wirsberg werden. Der designierte Kandidat der Freien Wähler spricht über seine Vorstellungen.
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Die Freien Wähler Wirsbergs wollen Jochen Trier (links) ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken. FW-Vorsitzender Benjamin Schubert (rechts): "Wir stehen voll hinter ihm, und die Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler wird in Kürze erfolgen." Foto: Werner Reißaus
Die Freien Wähler Wirsbergs wollen Jochen Trier (links) ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken. FW-Vorsitzender Benjamin Schubert (rechts): "Wir stehen voll hinter ihm, und die Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler wird in Kürze erfolgen." Foto: Werner Reißaus

Ein Polizeihauptkommissar der Polizei-Inspektion Bayreuth strebt das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters im Luftkurort Wirsberg an. Der 48-jährige Jochen Trier, der seit 2009 - er war damals Nachrücker für den vorzeitig ausgeschiedenen Fraktionssprecher Fritz Hereth - für die Fraktion der Freien Wähler dem Marktgemeinderat angehört, hat diese Entscheidung nach einem langen Abwägungsprozess mit seiner Familie und seinem Arbeitgeber getroffen. Trier erhält dafür die uneingeschränkte Unterstützung seiner Fraktion und damit auch vom Ortsverband der Freien Wähler Wirsbergs mit Benjamin Schubert als Vorsitzendem.

"Ein Mannschaftsspieler"

Die Spatzen pfiffen diese Nachricht schon länger von den Dächern der Marktgemeinde. Nun hat sich Jochen Trier zu diesem Schritt erstmals offiziell bekannt. Die Entscheidung, für das Amt des Bürgermeisters in seiner Heimatgemeinde (Trier stammt aus dem Bergdorf Cottenau) zu kandidieren, ist schon länger gereift: "Das war vor etwa zwei bis drei Monaten. Ich hatte mich damals auch mit verschiedenen Vertretern von Nachbarkommunen unterhalten. Dabei musste ich erfahren, dass die Zusammenarbeit mit unserer Marktgemeinde nicht so gut ist. Ich habe mich auch mit Firmenvertretern aus dem Marktbereich unterhalten und dabei immer die Frage gestellt: Was können die Unternehmer von Wirsberg erwarten, was können wir als Marktgemeinde von den Firmen erwarten, und vor allem, was kann man miteinander machen? Ich sehe ich mich dabei als Mannschaftsspieler und nicht als den Entscheidenden. Wenn ich vor der Linie stehe, lege ich lieber quer, damit man sich miteinander über einen Erfolg freuen kann. Ich fühle mich als Spielführer und nicht als der Chef des großen Ganzen."

Diese Philosophie von Jochen Trier kommt nicht von ungefähr, denn die hat er sich als erfolgreicher Fußballer bei seinem Heimatverein SV Cottenau über Jahre angeeignet: "Ich denke auch, dass ich es gut mit den Bürgern kann. Und dass man sich, wenn man einer gegenteiligen Meinung ist, dann trotzdem noch in die Augen schauen kann und nicht auf Teufel komm raus immer dagegen sein muss. Auch wenn etwas im Marktgemeinderat beschlossen wurde, was einem nicht so gefällt, dann ist meine Meinung, dass ich aus dem demokratischen Beschluss das Beste machen muss."

Jochen Trier verweist in diesem Zusammenhang auf die Entscheidung mit der Kirchweih: "Jetzt ist die Kirchweih am dritten Sonntag im Juni, und daraus müssen wir jetzt auch das Beste machen. Es war aber der zwanghafte Versuch, es von Donnerstag bis Montag zu machen und dann auch in Konkurrenz zum Weißenbacher Fest. Da muss man sich auch noch einmal Gedanken machen, denn ich finde die Örtlichkeit am Marktplatz nicht unbedingt dafür geeignet. Da habe ich auch schon mit vielen gesprochen, dass man das auf zwei Tage begrenzt und in Richtung Festplatz im Schorgasttal geht, denn das ist eine überragende Location: Man hat dort Parkplätze und die gesamte Logistik dazu. Man stört niemanden, und der Geschäftsbetrieb am Marktplatz kann weiterlaufen."

Abwasserproblematik

Einen Schwerpunkt der Arbeit des künftigen Bürgermeisters und des Marktgemeinderates sieht Trier in der Abwasserproblematik: "Das ist eine große Aufgabe für uns, und ich habe das Gefühl, dass es bei uns im Marktgemeinderat fast schon ein wenig in Resignation geht, weil keine Entscheidung von den Gerichten kommt und die Gutachter ständig wechseln. Da ist für mich die Landespolitik gefordert, denn für die fünf Kommunen, die hier beteiligt sind, ist es für mich ein reines Geldverbrennen. Da muss irgendwann ein Schlussstrich gezogen werden und eine andere Lösung her."

Vision einer "Bürgerwerkstatt"

Was Trier bereits im Kopf hat, ist eine "Bürgerwerkstatt", die zweimal im Jahr angeboten werden soll: "Da soll jede Idee durchgesprochen werden, und wenn es nur um den Abfalleimer am Spielplatz geht. Die Bürgerwerkstatt wird öffentlich sein und jeder kann seine Meinung sagen. Zu mir kann aber der Bürger auch zwischendrin zu jeder Zeit kommen, er muss mitgenommen werden, anders geht es nicht, und erst dann ist es für mich eine Kommune. Ich bin auch für neue Ideen immer offen."

Wichtig ist Jochen Trier auch die Kooperation mit den Nachbarkommunen: "Dann wird alles viel, viel leichter. Es gibt auch gewisse Anschaffungen, die man miteinander leisten kann."

Für junge Familien

Trier will als Bürgermeister auch dafür sorgen, dass die Marktgemeinde Wirsberg für junge Familien attraktiv ist: "Wir müssen Ideen für junge Familien haben. Wir haben eine riesige Kindertagesstätte, die auch funktioniert, und vielleicht können wir da bei den Gebühren mit einem Betrag X den Familien unter die Arme greifen. Das wäre für mich ein Zeichen für junge Familien."

Darüber hinaus sind Trier die regenerativen Energien ein großes Anliegen. Er denkt da an den Gemeindewald, aus dem man etwas machen könnte, entweder eine Hackschnitzelanlage oder ein Blockkraftheizwerk.

Was Trier bereits mit seinem Arbeitgeber abgeklärt hat: "Ich würde halbtags im Polizeidienst weiterarbeiten und die andere Hälfte im Bürgermeisteramt."

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