Kulmbach
Gericht

Kinderpornos auf dem Laptop

Weil er Pornofotos mit Kindern auf seinem Computer gespeichert hatte, muss ein 27-Jähriger aus dem Landkreis nun 3000 Euro Geldstrafe zahlen. Sein Geständnis kam erst mit einiger Verzögerung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild.
Symbolbild.
Angeblich war "Christine" an allem schuld: Ein 27-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach, auf dessen Laptop kinderpornographische Fotos gefunden worden waren und der sich deshalb vor Gericht verantworten musste, wollte die Straftat seiner Ex-Freundin - "der Nachname ist mir leider entfallen" - zur Last legen.

"Christine" und er seien einige Monate zusammen gewesen, hätten allerdings nicht zusammen gewohnt. Wenn sie sich in seiner Wohnung aufgehalten habe, habe die Frau den Laptop, den er sich für seine berufliche Weiterbildung angeschafft habe, mit benutzt. Sie habe vermutlich die Fotos dort gespeichert.

In die von ihr angelegten Ordner auf der Festplatte - in der die Polizei bei der Überprüfung zahlreiche Dateien pornographischen Inhalts gefunden hatte - habe er nie geschaut. Das habe ihn nicht interessiert, denn "Christine" sei "sehr dominant veranlagt" gewesen, eher hingegen sehe sich als "eher devot", weshalb es da unterschiedliche Interessen gebe.


Zweifel an wortreichen Ausführungen

Das Phantom namens "Christine" löste sich freilich nach nur wenigen Minuten in Luft auf. Richterin Sieglinde Tettmann hatte wohl große Zweifel an den wortreichen Ausführungen des 27-Jährigen, die streckenweise wie sorgfältig auswendig gelernt klangen, und bat Staatsanwalt Ludwig Peer und Verteidiger Ralph Pittroff zu einem klärenden Gespräch.

Auch der Verteidiger und sein Mandant berieten sich noch gründlich. Dann gab der junge Mann zu, die Freundin erfunden zu haben. Die Pornobilder gehörten ausschließlich ihm - auch die fünf Bilder, die Kinder unter 14 Jahren zeigten.

Richterin Tettmann folgte in ihrem Urteil - eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30 Euro - den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidiger. Der Angeklagte, der bereits wegen Betrugs und leichtfertiger Geldwäsche vorbestraft ist, habe mit seinem Geständnis dem Gericht nicht nur eine umfangreiche Beweisaufnahme erspart, sagte sie. Er habe damit auch sich selbst erspart, dass in der Hauptverhandlung viele ihn betreffende, sehr persönliche Details zur Sprache kommen.

Kommentare (3)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren