Kulmbach
Gesellschaft

Kinderbetreuung in Kulmbach: Mehr Angebote für die Kleinsten

Im Frühjahr sahen sich etliche Eltern in Kulmbach mit einem großen Problem konfrontiert: Sie fanden keinen Kita-Platz. Seither hat sich einiges getan.
Artikel drucken Artikel einbetten
In Stadt und landkreis Kulmbach wird die Zahl der Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder deutlich aufgestock.  Foto: Julian Stratenschulte/dpa
In Stadt und landkreis Kulmbach wird die Zahl der Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder deutlich aufgestock. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wenn es an Kita-Plätzen für die Kinderbetreuung fehlt, ist in vielen Familien guter Rat teuer. Wohin mit den Kleinen, wenn man als junge Mutter oder Vater bald wieder arbeiten möchte und/oder muss?

In der Stadt Kulmbach hatte sich im Frühjahr trotz des im Vergleich zu anderen Kommunen recht großen Angebots ein deutlicher Engpass abgezeichnet. Etliche Eltern fanden keinen Betreuungsplatz und verwiesen auf den bestehenden Rechtsanspruch für jedes Kind.

Wurden Lösungen gefunden?

Oberbürgermeister Henry Schramm versprach damals im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau, alles daranzusetzen, dass Eltern, die einen Kita-Platz brauchen, diesen auch bekommen. Vom Bau eines weiteren Kindergartens war die Rede und von verschiedenen Übergangslösungen. Können diese Pläne verwirklicht werden? Ist die Situation jetzt zum Start des neuen Kindergartenjahrs entspannter? Wir haben nachgefragt.

"Es hat sich tatsächlich schon einiges getan, das die Lage deutlich verbessert", so OB Schramm. Aktuell sei ihm kein Fall im Stadtgebiet bekannt, für den keine Betreuungslösung gefunden werden konnte.

Der neue Kindergarten wird auf jeden Fall kommen, sagt Henry Schramm. Neben dem Hallenbad soll eine Kita mit 48 Krippenplätzen (vier Gruppen) und 75 Kindergartenplätzen (drei Gruppen) gebaut werden. Das dazugehörige Konzept ist innovativ und bislang einmalig in Oberfranken. Es soll ein Aqua-Kindergarten werden, bei dem Bewegung im Wasser Teil des pädagogischen Konzepts sein wird.

"Am 14. August haben wir die vollständigen Förderantragsunterlagen für die neue Kita bei der Regierung von Oberfranken eingereicht", so der Oberbürgermeister. Aktuell notwendige weitere Ausschreibungen würden durch die Verwaltung vorbereitet. Im September 2020 solle mit dem Bau der Einrichtung begonnen werden. Dabei plane man, zuerst den eigentlichen Kindergarten zu bauen, um den Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen zu decken. Danach solle der Gebäudeteil mit der Aqua-Anlage folgen.

Schramm freut sich, dass dafür bereits eine hohe Förderzusage seitens der Oberfranken-Stiftung vorliegt, da es sich um den ersten Aqua-Kindergarten in ganz Oberfranken handele. Der Träger für die neue Einrichtung steht laut OB Schramm noch nicht fest: "Diese Entscheidung muss der Stadtrat treffen." Die Details des Konzepts würden noch erarbeitet.

Der Neubau eines Kindergarten braucht Zeit. Deshalb seien zusätzlich schnelle Zwischenlösungen gefordert gewesen, so der OB: "Der im Frühjahr aufgekommene ungedeckte Betreuungsbedarf konnte durch verschiedene Bemühungen, wie beispielsweise Vermittlungen an Tagesmütter, aber auch temporäre Überbelegungen gedeckt werden. Zudem werden kurzfristig zwei neue Kinderkrippengruppen mit insgesamt 24 Plätzen bei der Kita Kreuzkirche geschaffen."

Anbau an Kreuzkirchen-Kita

Diese Gruppen werden ab Oktober zunächst in derzeit ungenutzten und für die neuen Anforderungen umgestalteten Räumen des Evangelischen Wohnstifts in der Tilsiter Straße betreut. Es laufen jedoch bereits die Vorbereitungen für einen Anbau an den Kindergarten Kreuzkirche, wo die Gruppen zukünftig untergebracht werden sollen. Der Baubeginn ist laut OB Schramm für Frühjahr 2020 geplant.

Die Zahl der Krippenplätze hat sich im Stadtgebiet seit dem Stand vom März von 214 auf 232 erhöht. Insgesamt werden aktuell 1114 Kinder in Kitas betreut, davon 590 im Kindergartenbereich und 292 im Hort, so Matthias Schmidt, Leiter der Schulverwaltung und zuständig für die Kinderbetreuungseinrichtungen in Kulmbach.

Inline-Portal hilft bei der Suche

Eltern, die in Kulmbach einen Kita-Platz für ihr Kind suchen, können dafür das Online-Portal www.KidsKU.de, nutzen, das als Informations- und Anmeldesystem konzipiert ist.

Die Nachfrage nach Kinderbetreuung für die Jüngsten wächst nicht zuletzt auch durch das neue Familiengeld, meint Schmidt. Mit 250 Euro pro Monat könnten die Kosten für Betreuung und Mittagessen fast komplett gedeckt werden. "So kommt das auch für Familien infrage, für die die finanzielle Belastung sonst zu groß wäre."

Nicht nur in der Stadt Kulmbach wird das Angebot erweitert. In etlichen Landkreisgemeinden werden neue Kinderbetreuungseinrichtungen gebaut oder erweitert. Einen Schub haben die Bemühungen nicht zuletzt durch das Sonderinvestitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 bis 2020" bekommen. Anträge dafür können bis 31. August gestellt werden.

Im Landkreis gibt es derzeit 2206 Kindergartenplätze, 538 Krippenplätze und 820 in den Horten, so Rainer Blüchel, beim Kreisjugendamt zuständig für die Kindergartenaufsicht.

In vielen Gemeinden wird gebaut

Dazu kommen die Einrichtungen, die derzeit neu gebaut werden beziehungsweise geplant sind. Das sind neben dem bereits genannten Kulmbacher Einrichtungen folgende Projekte: Himmelkron: drei Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen Kasendorf: drei weitere Krippengruppen Fölschnitz: Erweiterung der Krippe in Verbindung mit der Sanierung des bestehenden Gebäudes Ludwigschorgast: eine Krippengruppe Mainleus: eine neue Gruppe im evangelischen Hort, Erweiterung des Horts am Rathaus und neue Kita des Zentrums für Kinder und Familien mit einer Kindergarten- und einer Krippengruppe Stadtsteinach: eine Krippengruppe Trebgast: zwei Hortgruppen, eine Krippengruppe Wirsberg: jeweils ein Gruppe Kindergarten, Krippe und Hort

Ist das Betreuungsangebot nach Fertigstellung ausreichend? "Wir dürften damit eine relativ gute Versorgung erreichen", so Rainer Blüchels Einschätzung. Eine hundertprozentige Abdeckung sei nie möglich, weil der Bedarf an Betreuung für kleine Kinder schwer planbar ist. "Aber wenn das alles umgesetzt ist, hat man viel getan."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren