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Kulmbach
Integration

Kinder aus 15 Nationen unter einem Dach

Der Johann-Eck-Kindergarten in der Goethestraße ist mit seinem multikulturellen Erfolgskonzept ein echtes Vorzeigeprojekt. Am Samstag feiert die Einrichtung ihr 40-jähriges Bestehen.
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Im Eingangsbereich des Johann-Eck-Kindergartens haben die Kinder aufgeschrieben aus welchen Nationen sie kommen. Foto: Katharina Müller-Sanke
Im Eingangsbereich des Johann-Eck-Kindergartens haben die Kinder aufgeschrieben aus welchen Nationen sie kommen. Foto: Katharina Müller-Sanke
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Der Johann-Eck-Kindergarten ist nicht einfach nur ein Kindergarten. Der Kindergarten ist Kinderbetreuung, Sozialberatung, Integrationsamt und ein Ort, an dem Toleranz nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt wird. "Unsere Kinder hier kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Kinder aus 15 Nationen sind in unserer Einrichtung" berichtet Kindergartenleiterin Christina Dressel stolz. Und auch die Erzieherinnen kommen von überall her.

Fachbereichsleiterin Elke Wuthe von der Die Kita gGmbH nennt den Kindergarten ein "Vorzeigeprojekt". Im Einzugsgebiet des Kindergartens leben besonders viele sozial schwache Familien und viele mit Migrationshintergrund. "Wir haben immer wieder Kinder, die sprechen noch gar kein deutsch, wenn sie zu uns kommen. Aber das ändert sich schnell", berichtet die Kindergartenleiterin.


Familienhilfe in allen Bereichen

Und auch die Eltern werden mit einbezogen.
"Wir unterstützen die Familien weit über die eigentliche Kindergartenarbeit hinaus. Wir arbeiten eng mit dem Sozialamt zusammen. Wir helfen bei Behördengängen und geben auch sonst Tipps und konkrete Hilfe - egal ob es um sprachliche Barrieren oder familiäre Probleme geht." Es gibt bei Bedarf intensive Sprachförderung für die Kinder, und es werden Räume zur Verfügung gestellt, wenn extra Beratungen notwendig sind.

Die Einrichtung wird nicht umsonst im Programm "Frühe Chancen" des Bundesministeriums gefördert. Auf jede Familie und ihre Bedürfnisse wird einzeln eingegangen. Und damit fährt der Kindergarten so gut, dass es Anmeldungen weit über das Einzugsgebiet hinaus gibt. "Viele Eltern sehen, welche Chance ihr Kind hier hat," freut sich Elke Wuthe.

Am Samstag feiert der Kindergarten sein 40-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Die Einrichtung gehört zum Sprengel der Petrikirche und ist evangelisch. Im Alltag und auch bei besonderen Festen oder Gottesdienstbesuchen wird das auch gelebt. Viele Andersgläubige schreckt das nicht ab. "Wir beten jeden Tag gemeinsam" betont Christina Dressel. "Der eine faltet die Hände dazu, der andere bildet eine Schale, je nachdem wie er es zu Hause gelernt hat. Aber der Inhalt ist doch der Gleiche: Wir beten zu Gott."

Und auch zum Gottesdienst bringen viele Kinder ihre Eltern früher oder später mit. "Die Eltern, die andersgläubig sind, besuchen den Gottesdienst als Gäste. Genauso wie wir auch schon in die Moschee zu Besuch gegangen sind", erklärt Christina Dressel. Den Horizont zu erweitern - das ist eines der großen Ziele im Kindergarten.


Dringender Sanierungsbedarf

Doch mit der Begeisterung für das gute Konzept des Kindergartens und die Vorfreude auf das große Fest tritt die Sorge um die Einrichtung kaum in den Hintergrund. "Das Gebäude ist in mehr als nur schlechtem Zustand. Die Turnhalle ist wegen des fehlendem Fluchtweg überhaupt nicht mehr zu nutzen, und auch die Bausubstanz ist nicht mehr gut," stellt Elke Wuthe fest. Von zeitgemäßer Raumaufteilung und Ausstattung gar nicht anzufangen.
Es ist unübersehbar: Die Tage des Gebäude des Kindergartens sind gezählt. "Die Kirchengemeinde ist bereits in Gesprächen mit der Stadt", erklärt Elke Wuthe. "Es muss in diesem Bereich eine Lösung her. Private Sponsoren und Förderer werden dazu unbedingt gebraucht."

Gerade die in der Nähe liegenden Firmen, von denen viele Mitarbeiter ihre Kinder hier im Kindergarten gut betreut wissen, könnten ein Interesse am Fortbestand des Kindergartens haben. Von morgens um sechs Uhr bis Abends halb sechs sind die Kinder hier gut aufgehoben. Das ermöglicht Arbeitszeiten, die bei anderen Einrichtungen selten sind. Befürworter, Unterstützer, aber auch alle anderen Freunde des Kindergartens können am Samstag einfach selbst vorbeikommen und sich ein Bild machen vom Johann-Eck-Kindergarten in der Goethestraße.
Das Festprogramm

Für das große Fest zum 40-jährigen Bestehen des Kindergartens am Samstag haben sich die Erzieherinnen und die 50 Kindergarten- und acht Hortkinder viel vorgenommen. Los geht es mit einem Gottesdienst um 12.30 Uhr, danach kommt ab 14.30 Uhr ein Zauberer, eine Spielstraße ist aufgebaut, und es gibt Leckereien aus den Herkunftsländern der Kinder. Zum Abschluss gibt es um 17 Uhr einen Luftballon-Wettbewerb.
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