Thurnau
Engpass

Keine Arbeiter: A 70 bei Thurnau bleibt Baustelle

Eigentlich sollte die A 70 bei Thurnau schon wieder frei befahrbar sein. Doch die Autobahn bleibt Baustelle. Und das wohl bis Mitte 2019.
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Die Friesentalbrücke ist nach wie vor eine Großbaustelle. Die A 70 wird bei Thurnau auch in den kommenden Monaten nur auf zwei Fahrstreifen befahrbar sein. Foto: Autobahndirektion
Die Friesentalbrücke ist nach wie vor eine Großbaustelle. Die A 70 wird bei Thurnau auch in den kommenden Monaten nur auf zwei Fahrstreifen befahrbar sein. Foto: Autobahndirektion
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Die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind übervoll. Im ersten Halbjahr verzeichneten sie Rekordeinnahmen. Doch da oftmals Arbeiter fehlen, kommt es schon mal zum Stau auf einer Baustelle. So auch auf der A 70 bei Thurnau.

Situation hat sich zugespitzt

Schon im September hatte dort der Bauleiter der Firma Bögl über Personalmangel geklagt. "Der Markt ist leer gefegt, weil überall gebaut wird", sagte damals Waldemar Schewalje. Die Situation hat sich in den vergangenen Monaten zugespitzt - mit für viele Autofahrer unerfreulichen Folgen: Die Autobahn bleibt bei Thurnau nämlich über den Winter Baustelle, ist weiter nur auf zwei von vier Fahrstreifen befahrbar.

Zwölf Millionen Euro

Dabei sollte das Gesamtprojekt mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro eigentlich 2018 abgeschlossen werden. Man werde vor dem Winter fertig, hatte die Firma Bögl noch vor acht Wochen erklärt. Ein Versprechen, das nicht eingehalten werden kann.

Dass sich die Bauzeit um über ein halbes Jahr verlängern und die Autobahn wohl erst Mitte 2019 wieder komplett befahrbar sein wird, sei sehr bedauerlich, sagt Thomas Pfeifer, der Leiter der Bayreuther Dienststelle der Autobahndirektion Nordbayern ist. Wie er mitteilt, habe die Behörde auf die Einhaltung des vereinbarten Fertigstellungstermins gepocht. Der Personalmangel bei der Baufirma sowie bei den beauftragten Subunternehmen wie auch Lieferengpässe bei den Materialien würden aber zu der Verzögerung führen.

Zwei Teilbauwerke

Seit dem Frühjahr wird an der Friesentalbrücke gebaut, die zwischen den beiden Thurnauer Anschlussstellen liegt und die Autobahntrasse trägt. Diese besteht aus zwei Teilbauwerken: dem aus der Brücke Richtung Bamberg, die im Zuge der früheren Bundesstraße 1961 errichtet worden ist, und dem Schwesterbauwerk Richtung Bayreuth, das im Zuge des Autobahnbaus 1989 erstellt wurde. Die Brücke aus dem Jahr 1989 bleibt erhalten, die Brücke aus den 60er Jahren muss allerdings erneuert werden. Weil die Tragreserven für die heutigen Verkehrsverhältnisse nicht mehr ausreichend waren, aber auch deshalb, weil früher ein korrosionsgefährdeter Spannstahl verbaut worden ist, wie Thomas Pfeifer mitteilt.

Durchgang für Fußgänger

Zeitgleich mit der Friesentalbrücke wird auch das benachbarte Brückenbauwerk zur Unterführung der KU 17 erneuert. Auch diese Brücke wird erst Mitte 2019 wieder befahrbar sein. Die wichtige Verbindung zwischen Thurnau und Limmersdorf bleibt damit weiterhin für den Verkehr gesperrt.

Ab dem 16. November bis zum Baubeginn im kommenden Jahr wird Thomas Pfeifer zufolge jedoch eine Durchgangsmöglichkeit für Fußgänger geschaffen, die voraussichtlich nur zwischen dem 10. und 12. Dezember nicht zur Verfügung stehen wird. Denn da sind Abbrucharbeiten an der Brücke geplant.



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